ESTA-Systemausfall: Wie die 72-Stunden-Regel Reisenden zum Verhängnis wurde

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Sofern kein US-Visum vorhanden ist, müssen alle Personen, die zu privaten oder beruflichen Zwecken in die USA reisen möchten, eine Einreisegenehmigung vorweisen. Der ESTA-Antrag muss bereits vor Reisebeginn erfolgen und wird über das sogenannte elektronische System zur Anreisegenehmigung (ESTA = Electronic System for Travel Authorization) vorgenommen.

Inhaltsverzeichnis
Frühzeitige Beantragung | Der ESTA-Systemausfall | Risiken vermeiden

Seit dem Jahr 2008 gibt es die Möglichkeit, die Genehmigung online über das Internet vorzunehmen.

Die aktuell bestehenden Regelungen erlauben keine Echtzeit-Abfrage, sondern fordern eine Beantragung, die spätestens 72 Stunden vor dem gebuchten Abflug getätigt wird. Bei Nichtvorliegen der ESTA-Erlaubnis wird in der Regel das Boarding verweigert, und die Einreise in die USA ist nicht möglich. Fluggesellschaften sind nicht berechtigt, Passagiere mitzunehmen, die kein gültiges ESTA-Dokument vorweisen können. Bei Zuwiderhandlungen drohen ihnen empfindliche Sanktionen.

Eine erteilte Genehmigung berechtigt zum Aufenthalt und Reisen innerhalb der USA sowie der Karibik, Mexiko und Kanada für den Zeitraum von 90 Tagen. Die Befugnis hat eine Gültigkeit von insgesamt zwei Jahren und kostet zum gegenwärtigen Zeitpunkt 14 US-Dollar.

Frühzeitige Beantragung

Die USA weist bereits seit dem Jahr 2018 darauf hin, dass der ESTA-Antrag mindestens 72 Stunden vor Abflug abgeschlossen werden muss (siehe dazu den Hinweis auf der Webseite https://esta.cbp.dhs.gov/ oben). Dennoch kümmern sich immer noch viele Reisende deutlich kurzfristiger um ihre Genehmigung. Der Grund dafür liegt häufig in der Erfahrung der Kurzfristigkeit, mit der die Genehmigung ausgestellt wird. Meist liegen nur wenige Minuten, mindestens jedoch weniger als 24 Stunden zwischen dem Zeitpunkt der ESTA-Beantragung über das Internet und der abschließenden Genehmigung. Diese Erfahrung führt dazu, dass sich immer wieder Reisende „auf den letzten Drücker“ um ihre Bewilligung kümmern.

Ein weiterer Grund ist die begrenzte Gültigkeitsdauer von zwei Jahren. Je kurzfristiger die Genehmigung eingeholt wird, desto länger kann sie prinzipiell genutzt werden. Bei Kosten von lediglich 14 Euro ist eine zeitlich passende Erneuerung jedoch sicherer, als eine zu späte Beantragung, wie Reisende im November 2019 feststellen mussten.

Der ESTA-Systemausfall

ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization und ist ein internetbasiertes Reisegenehmigungsverfahren, das vom U.S. Department of Homeland Security angeboten wird.
ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization und ist ein internetbasiertes Reisegenehmigungsverfahren, das vom U.S. Department of Homeland Security angeboten wird.

Ein Systemfehler hatte an einem Novemberwochenende dazu geführt, dass eine erhebliche Anzahl an Passagieren ihre Flüge nicht antreten konnte. Hintergrund war ein System-Update, das zu einem vollständigen Ausfall des Anwendungssystems von ESTA führte. Alle Passagiere, die versuchten, ihre ESTA-Genehmigung in der letzten Minuten zu erhalten, blieben chancenlos, weil keinerlei Zugriff auf das System möglich war.

Einen Anspruch auf Erstattung gibt es in einem solchen Fall nicht, denn das System hatte im Zeitraum, der für die Genehmigung vorgesehen ist, vollkommen problemlos funktioniert. Hätten sich die Passagiere zeitnah um ihre Bestätigungen gekümmert, wäre der Reiseantritt problemlos möglich gewesen.

Risiken vermeiden

Viele Reisenden schätzen die Möglichkeit zu spontanen Last-Minute-Flügen in die USA. Die damit verbundenen Einsparungen sind häufig immens, bedeuten jedoch, dass zwischen der Buchung und dem Antritt der Reise oft nur 24-48 Stunden liegen. In diesem Fall ist ein zeitkonformes Einholen der ESTA-Genehmigung nicht mehr möglich. Die Flug- und Reisegesellschaften empfehlen, die ESTA-Beantragung längerfristig vor einer möglichen Reise vorzunehmen. Die Kosten sind mit 14 US-Dollar gering, und es ist sinnvoller, die Genehmigung auch bereits Monate vor einer möglichen Reise abgeschlossen zu haben, als bei einem kurzfristigen Flug das zeitkritische Fenster überschritten zu haben.