Corona in den USA: Zahlen, Daten, Fakten

Partner von Marco Polo

Die Corona-Pandemie macht auch vor den USA nicht Halt. Auch hier haben die Menschen seit Wochen mit teils schweren Problemen zu kämpfen, auch hier herrscht seit Wochen viel Angst und Verzweiflung, da niemand so genau weiß, was noch so alles kommen wird und wie viele Todesopfer es noch geben wird. Und auch diejenigen, die eine Reise in die USA planen oder sich vielleicht bereits dort befinden, haben viele Fragen.

Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 | Wie gefährlich ist der Ausbruch der Corona-Pandemie? | Wie ist die derzeitige Situation in den USA? | Präsident Donald Trump und seine Rolle in der Coronavirus-Epidemie | Welche Maßnahmen hat die Politik um Präsident Donald Trump bereits ergriffen? | Wie reagiert die US-Bevölkerung auf die Corona-Pandemie? | Wie gut sind Krankenhäuser und Ärzte in den USA auf Covid-19 vorbereitet? | Wirtschaftliche Auswirkungen für die USA | Was Reisende jetzt beachten müssen – häufige Fragen und Antworten | Was ist, wenn ich in Quarantäne komme und länger im Hotel bleiben muss? | Ist die Ausreise aus den USA noch möglich? | Wann werden normale Reisen in die USA und generell wieder möglich sein?

Deshalb haben wir hier für Sie viele fundierte Informationen zur Coronavirus-Epidemie im Allgemeinen und der derzeitigen Situation in den USA im Speziellen zusammengestellt. Da sich die Situation derzeit mehr oder weniger stündlich ändert und am Nachmittag schon wieder ganz anders aussehen kann als am Vormittag oder Vortag, empfehlen wir Ihnen zudem die einschlägigen Live-Ticker zu verfolgen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19

Die Covid-19-Erkrankung wird durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 verursacht. Das Virus gehört zu den Beta-Coronaviren und wurde zum ersten Mal im Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan (Provinz Hubei) identifiziert, als dort Lungenentzündungen mit zunächst unbekannter Ursache auftraten. Dabei wurde es zunächst als 2019-nCoV bezeichnet, dann aber wegen seiner Verwandtschaft zum SARS-Virus in Sars-CoV-2 umbenannt. Die Quelle des Ausbruchs konnte bisher nicht eindeutig identifiziert werden. Es wird vermutet, dass das Virus seinen Ursprung in Fledermäusen haben könnte. Die durch das Coronavirus verursachte Krankheit wird als Covid-19 bezeichnet.

Von der 8-Millionen-Stadt in der chinesischen Provinz Hubei aus verbreitete sich das Coronavirus in ganz China und von dort aus in der ganzen Welt. Darunter auch in den USA. Diese Ausbreitung rief auch die World Health Organization (WHO) auf den Plan, die aufgrund der Epidemie die Internationale Gesundheitsnotlage ausrief.

Die in Genf ansässige Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die bisherige Epidemie Corona am 11. März 2020 zur Pandemie. Dies hatte man zu Beginn noch vermieden, um die Bevölkerung nicht noch mehr zu verunsichern. Aktuell (Stand 15.03.2020) sind 145 Länder und/oder Territorien von Corona betroffen. Darunter befinden sich 19 Länder in Asien, 18 im Nahen und Mittleren Osten, 22 in Afrika, 53 in Europa, 30 in Amerika und 3 in Australien und Ozeanien.

Als internationale Risikogebiete mit drastischer Entwicklung und Verbreitung gelten derzeit Italien, der Iran, die Provinz Hubei in China, die Provinz Gyeongsangbuk-do in Südkorea, die Region Grand Est in Frankreich, das Bundesland Tirol in Österreich, Madrid in Spanien sowie die Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York.

In China wurden aufgrund der Ereignisse daher im Februar unter anderem die Chefs der Gesundheitskommission in der Provinz Hubei entlassen und durch den stellvertretenden Leiter der Nationalen Gesundheitskommission abgelöst.

Wie gefährlich ist der Ausbruch der Corona-Pandemie?

Die Ansteckung mit dem Erreger führt in den meisten Fällen zu einer milden bis moderaten Erkrankung. Die meisten Infizierten (rund 80 Prozent) zeigen nur milde oder keine Symptome. Gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen oder älteren Personen kommt es allerdings immer wieder zu schweren Verläufen. Todesfälle sind hier nicht auszuschließen. Die WHO geht von einer Mortalität von etwa 0,7 Prozent aus. Besonders problematisch ist der rasante Anstieg der Fallzahlen. Weltweit hatten die Behörden am 17. März 2020 (12:15 Uhr) eine Gesamtzahl von 183.304 Infektionsfällen ermittelt. Darunter befanden sich 7.166 Todesfälle und 79.731 genesene Personen. Mehr als 81.000 der Menschen, die mit dem Erreger infiziert sind, sind Einwohner Chinas.

Außerhalb Chinas sind vor allem Italien, der Iran und Südkorea betroffen. Dort sind die Fallzahlen besonders hoch.

Wie ist die derzeitige Situation in den USA?

Aus den Vereinigten Staaten von Amerika wurde am 23. Januar 2020 die erste Infektion mit Corona gemeldet. Am 6. März gab es 245 bestätigte Fälle und 14 Todesfälle. Bis zum 13. März waren in den USA mehr als 15.000 Menschen getestet worden, von denen rund 2.300 positiv waren. Eine geringe Zahl, die sich nicht dadurch erklären lässt, dass es so wenige Infektionen gibt, sondern, dass schlicht nicht genügend Tests zur Verfügung stehen.

Man kann daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Diese Dunkelziffer ist auch zu vermuten, da es große Abweichungen zwischen den offiziellen Zahlen und den faktischen Infektionen gibt. Keiner kann derzeit genau sagen, wie es um die Ausbreitung des Virus im Land bestellt ist. In jedem Fall gehörten die USA im März 2020 jedoch zu den Ländern mit der am schnellsten steigenden Zahl an Infektionen und Toten durch Corona. Diese starke Ausbreitung der Epidemie lässt sich durch die enge wirtschaftliche Verbindung des Landes zu China und Italien zu erklären.

Aber auch die mangelnde Vorbereitung medizinischer Einrichtungen, das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump und die mangelnde Transparenz der Politik trugen wohl ihren Teil zum Ausmaß der Epidemie-Ausbreitung in den Vereinigten Staaten bei. Wie der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA, Anthony Fauci, während einer Anhörung im Kongress berichtete, ist davon auszugehen, dass sich Sars-CoV-2 auch in den USA weiter ausbreiten und für weitere Todesfälle sorgen wird. Dies belegen auch die aktuellen Fallzahlen. Am Dienstag, den 17. März 2020, zählten die Behörden in den USA ganze 4.733 jemals Infizierte, 4.566 Einwohner, die derzeit unter der Erkrankung leiden, 74 die den Erreger erfolgreich bekämpfen konnten und 93 Todesfälle durch Corona. Am 18. März wurden bereits 108 Tote gemeldet.

Zwischenzeitlich sind in den USA seit Dienstag (17.03.) in allen 50 Bundesstaaten Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Der letzte Staat, der einen Fall meldete war West Virginia. Auch hier wurden – wie in einer Ansprache von Gouverneur Jim Justice bekannt wurde – unter anderem Restaurants, Bars und Casinos geschlossen.

Das alltägliche Leben pausiert auch in den USA

Wie in vielen anderen Ländern weltweit pausiert durch den Erreger auch in den USA das öffentliche Leben, um weitere Infektionsfälle zu reduzieren und vor allem Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Personen zu schützen. Viele Schulen und Universitäten sind geschlossen, ebenso viele Restaurants und Cafés, Nachtclubs, Kinos und Museen. Öffentliche Veranstaltungen und Sportevents pausieren oder wurden abgesagt. In Las Vegas werden Luxus-Hotels, Casinos, Restaurants, Bars, Kinos, Fitnesscenter, Kosmetikstudios und Einkaufszentren geschlossen und zudem werden nach Angaben von Präsident Donald Trump wegen der Coronavirus-Pandemie über 30 Tage keine Kreuzfahrtschiffe in den Vereinigten Staaten von Amerika starten. Weitere Verbote sind nicht ausgeschlossen.

Als Risikogebiete gelten in den USA derzeit nach Einstufung des RKI die Bundesstaaten Kalifornien und Washington sowie New York. Mehr als 2.500 Menschen (Verdachtsfälle und tatsächlich infizierte Personen) befinden sich allein in New York in häuslicher Quarantäne und weit über 9.700 in Kalifornien. Die Zahl der bestätigten Fälle lag am Dienstag (17.03.2020) bereits bei 814 bestätigten Fällen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, könnte für die Millionenstadt New York City möglicherweise bald das Recht auf Bewegungsfreiheit eingeschränkt, also eine Ausgangssperre verhängt werden. Dort sind bereits seit einiger Zeit alle Schulen geschlossen. Mehr als eine Million Schüler müssen dadurch zu Hause bleiben. Die Universitäten haben teilweise auf Online-Vorlesungen umgestellt.

Entfernt vom Festland im US-Außengebiet Puerto Rico wurde eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr eingeführt (bis 30. März) von der nur medizinisches Personal und Männer, Frauen und Kinder ausgenommen sind, die dringend medizinische Hilfe benötigen. Verstöße gegen diese Anordnung können mit bis zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Dollar bestraft werden. Auch im US-Außengebiet in der Karibik sollen viele Geschäfte, Vergnügungsstätten und ähnliche Unternehmen bis Ende des Monats geschlossen bleiben, um eine weitere Ausbreitung von Corona und weitere Todesopfer nach Möglichkeit zu verhindern.

Präsident Donald Trump und seine Rolle in der Coronavirus-Epidemie

Dem ohnehin schon umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump weht derzeit ein harscher Wind entgegen. Nichtsdestotrotz werden nun in den letzten Woche nach und nach auch in den USA immer mehr Maßnahmen umgesetzt, um eine Ausbreitung des Virus in den USA zu verlangsamen und speziell die Ansteckung von Menschen mit Vorerkrankungen zu verringern.

Auch Trumps Versuch, sich einen möglichen Corona-Impfstoff gegen viel Geld exklusiv für die USA zu sichern, stieß insbesondere in Deutschland nicht wirklich auf große Begeisterung. Berichten der „Welt am Sonntag“ und anderer Medien zufolge versuchte Donald Trump die Firma CureVac, an der Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp 80 Prozent der Anteile hält, zu einem Standortwechsel in die UA zu bewegen und einzelne Forscher mit hohen finanziellen Zuwendungen abzuwerben.

In Zusammenhang damit steht die Teilnahme des früheren Chefs der in Tübingen ansässigen Firma, Daniel Menichella, an einem Treffen von Pharmamanagern mit Präsident Trump im Weißen Haus Anfang März. Laut Angaben von Deutschlands Gesundheitsminister Spahn und Dietmar Hopp wurde das Angebot jedoch abgelehnt.

Immer wieder fällt der Präsident zudem durch mangelndes Taktgefühl auf. So bezeichnete er das Coronavirus bei Twitter am vergangenen Dienstag (17.03.2020) zum Beispiel wiederholt als „chinesisches Virus“. Aussagen, die die angespannte Beziehung zwischen China und den USA noch weiter verschlechtern. Trump verteidigt seine Aussage damit, dass Peking in diesem Zusammenhang zunächst behauptet habe, das Virus sei mit dem US-Militär nach China gekommen und er es danach benennen müsse, woher es stamme. Meldungen zufolge werde dies von Peking – wie ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte – als Stigmatisierung angesehen.

Das schwierige Klima zwischen China und den USA erschwert auch die Arbeit von Journalisten. Erst vor einigen Wochen wurden drei Korrespondenten des Wall Street Journal von der chinesischen Regierung angewiesen, das Land zu verlassen. Den Entzug der Akkreditierung begründete der Sprecher des Außenministeriums damit, dass die chinesische Bevölkerung Medien, die sich rassistisch und diskriminierend äußern und China böswillig verleumden und beleidigen, nicht willkommen heißen würden. Die Antwort aus Washington ließ nicht lange auf sich warten.

Lob ernteten dagegen in einer Ansprache am Dienstag (16.03.) die demokratischen Gouverneure von New York und Kalifornien für ihren Einsatz, um die weitere Verbreitung der Krankheit entscheidend einzudämmen.

Zuspruch erhielt Donald Trump darüber hinaus unter anderem vom Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Trumps Ansatz lobte, den Kampf gegen das Coronavirus von Seiten der Regierung anzuführen. Tedros kritisierte dabei den Ansatz anderer Regierungen, die Arbeit ihren Gesundheitsministern zu überlassen.

Welche Maßnahmen hat die Politik um Präsident Donald Trump bereits ergriffen?

Im Laufe der letzten Wochen konnten auch in den USA einige Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel die folgenden Änderungen.

  • Einreisesperren: Nachdem bereits für Reisende aus China, dem Iran und Italien ein Einreisestopp verhängt worden war, kündigte Präsident Donald Trump am Mittwochabend (11. März) während einer Ansprache aus der Hauptstadt ohne Rücksprache mit der EU ein Einreiseverbot für Nicht-US-Bürger an, die sich in den vorherigen zwei Wochen in einem der 26 europäischen Länder des Schengenraums aufgehalten hatten. Mitglieder des Schengener Abkommens sind unter anderem Deutschland, Spanien, Polen und Österreich.

    Diese am Mittwoch in den USA benannte Einreisesperre wurde am Donnerstag in vielen deutschen Medien veröffentlicht und trat am Freitag den 13. März 2020 in Kraft. Großbritannien und Irland waren von diesem Einreiseverbot zunächst noch ausgenommen. Zwischenzeitlich sind aber seit dem 17. März (4:59 Uhr) auch Großbritannien und Irland mit einer Einreisesperre belegt worden. Damit sind derzeit 28 Länder in Europa vom Einreiseverbot betroffen.

    Ausgenommen vom Einreiseverbot sind US-Staatsbürger, Personen mit ständigem, legalem Aufenthalt in den USA („permanent residents“), Ehegatten, Elternteile, Kinder oder Geschwister unter 21 Jahren eines US-Staatsbürgers oder einer Person mit ständigem legalem Aufenthalt in den USA. Die Einreise dieser Menschen ist durch den Einreisestopp nur über 13 Flughäfen möglich und die Reisenden müssen sich nach ihrer Ankunft einer Kontrolle bzw. einer Gesundheitsüberprüfung unterziehen und sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben.

    Dollarscheine, die aus Asien zurückkehren, werden von der Federal Reserve nach Ankunft unter eine 7-tägige Quarantäne gestellt. Fracht ist von der Maßnahme derzeit nicht betroffen.

  • Nationaler Notstand: In den USA wurde am Freitag den 13. März 2020 der Nationale Notstand ausgerufen, was ermöglicht, dass bis zu 50 Milliarden Dollar im Kampf gegen die Corona-Pandemie mobilisiert werden können. Zudem sind die Bundesstaaten aufgefordert, Notfallzentren einzurichten, die Krankenhäuser wurden in Alarmzustand versetzt und dem Gesundheitsministerium weitere Befugnisse erteilt.

Sind weitere Maßnahmen geplant?

Staatsoberhaupt Trump kündigte unter anderem während einer Pressekonferenz aus der Hauptstadt am vergangenen Freitag (13.03.) noch eine Reihe weiterer Maßnahmen an. So zum Beispiel den CoronaVirus Relief, ein Hilfspaket, das kostenlose Tests und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährleisten soll. Zudem sollen dadurch Arbeitslose und das staatliche Gesundheitssystem Medicaid besser unterstützt werden. Auch kostenloses Schulessen soll durch das Paket bereitgestellt werden.

Ebenfalls sind weitere Reisebeschränkungen innerhalb der USA möglich, so dass auch die Grenzen zwischen Bundesstaaten auf dem amerikanischen Festland demnächst dicht sein könnten.

Vor kurzem wurde zudem ein 850 Milliarden Dollar schweres Nothilfepaket in Aussicht gestellt. Das Paket soll unter anderem Nothilfen für Fluggesellschaften enthalten.

Wie am Mittwoch, den 18.03.2020, während einer Pressekonferenz bekannt wurde, plant der Regierungschef außerdem auf den Defense Production Act zurückzugreifen. Dieses Gesetz erlaubt dem amerikanischen Präsidenten bei Bedarf im Interesse der nationalen Sicherheit in die Privatwirtschaft einzugreifen. So hätte der amerikanische Präsident, wenn es die Lage erfordert, zum Beispiel das Recht, die Produktion von essenziellen Materialien und Waren anzuordnen.

Präsident Trumps Kritik an der EU

Ereignet sich eine Katastrophe wie die derzeitige Corona-Epidemie, so wird oftmals nach Schuldigen für Tote und die Gesamtsituation gesucht. Auch US-Präsident Trump äußerte in der vom Weißen Haus veröffentlichten Proklamation des US-Präsidenten scharfe Kritik an der EU. So begründete er das Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland und anderen europäischen Ländern unter anderem mit dem Versäumnis der EU entsprechende Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen und die Einreise aus der Volksrepublik China und anderen Krisenherden einzuschränken. Laut Trump sei es diesem Fehlverhalten zu verdanken, dass sich das „ausländische Virus“ auch in den USA ausgebreitet habe.

Der Präsident äußerte außerdem, es gäbe in den USA weniger Infektionen mit Sars-CoV-2 als in Europa, vergaß hierbei jedoch zu erwähnen, dass zu diesem Zeitpunkt in den USA nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC erst nur etwas mehr als 11.000 Verdachtsfälle auf das Virus getestet worden waren und dass die Tests, die zu Beginn der Krise ausgeliefert wurden, zum einen teilweise fehlerhaft waren und zudem Engpässe in der Versorgung mit Tests bestanden.

Kritik an Donald Trump bezüglich der Corona-Krise

Doch auch Präsident Trump sah sich massiver Kritik gegenüber. Denn das Staatsoberhaupt hatte zunächst versucht, die Bedrohung durch die Ausbreitung von Sars-CoV-2 trotz deutlicher Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Tedros Adhanom Ghebreyesus in den USA herunterzuspielen. Und auch der Mangel an Testmöglichkeiten von Verdachtsfällen auf das Virus sorgte für harsche Kritik.

So kritisierte US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders das Krisenmanagement des Präsidenten, dessen unreflektierte Äußerungen und die Veröffentlichung falscher Informationen, die die Bevölkerung verunsichern und die Bemühungen von Ärzten und Wissenschaftlern untergraben würden.

Auch Präsidentschaftsbewerber und Vizepräsident unter Barack Obama, Joe Biden, warf Donald Trump vor, nicht energisch genug gegen den Feind (das Virus) vorzugehen und forderte eine Erhöhung der Zahl der Krankenhausbetten für Schwerkranke und den Einsatz der US-Armee um im Kampf gegen die Epidemie im Land voranzukommen.

Für Unverständnis sorgten außerdem, Trumps Weigerungen sich auf Corona testen zu lassen, obwohl nachweislich Kontakt zu Infizierten bestand, dass er trotz gegenteiliger Empfehlung und Verdacht auf eine Infektion weiterhin die Hände seiner Gesprächspartner schüttelte und dass er seine Wahlkampagne unverändert fortsetzen möchte. Bernie Sanders und Joe Biden sagten Veranstaltungen in Zusammenhang mit der Wahl zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 ab.

Wie reagiert die US-Bevölkerung auf die Corona-Pandemie?

Die Reaktionen der Menschen in den USA ist mit denen in Deutschland und anderen Ländern vergleichbar. Und das, obwohl dort Naturkatastrophen wie Hurrikans keine Seltenheit darstellen. Während die Ausbreitung des Virus auch in den Vereinigten Staaten zunächst trotz erster Todesopfer nicht wirklich ernstgenommen wurde, änderte sich die Wahrnehmung am Vortag der Einreisesperre, am 12. März, als das Schauspielerehepaar Tom Hanks und Rita Wilson eine Infektion mit Sars-CoV-2 bekanntgab und ein Spiel der NBA wenige Sekunden vor dem Anpfiff abgesagt werden musste, da ein Spieler zuvor positiv getestet worden war.

Nun herrscht auch in der amerikanischen Bevölkerung Angst und Unsicherheit. Es gibt auch dort Hamsterkäufe. Das übermäßige Eindecken mit Desinfektionsmitteln, Handschuhen, Gesichtsmasken, Wasservorräten, haltbaren Vorräten und Toilettenpapier ist auch in den USA mittlerweile an der Tagesordnung. Zudem führt die drastische Entwicklung und die Sorge der Männer und Frauen in den USA zu steigenden Waffenverkäufen. Besonders in den Staaten Kalifornien, New York und Washington decken sich Bürger aus Sorge um soziale Unruhen vermehrt mit Schusswaffen und Munition ein.

Zudem gelten auch in der USA Empfehlungen, um eine Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen und so dem Feind die Stirn zu bieten. So sollen US-Bürger Gruppen mit mehr als zehn Menschen meiden, in den kommenden 15 Tagen auf nicht notwendige Reisen und Besuche von Bars und Kneipen verzichten und Kinder nach Möglichkeit zu Hause unterrichten (lassen).

Wie gut sind Krankenhäuser und Ärzte in den USA auf Covid-19 vorbereitet?

Ein großes Problem in den USA ist die Bereitstellung von Tests auf Sars-CoV-2, um Infektionsfälle nachweisen zu können. Ärzte befolgen auf Anraten des Centers of Disease Control (CDC) strenge Protokolle, wer getestet werden darf. Diese Kriterien für eine Kontrolle schlossen bisher nur Menschen ein, die Symptome zeigten, in ein Land gereist waren, in dem Infektionsfälle endemisch waren oder die in engem Kontakt zu Menschen standen, die positiv auf das Virus getestet worden waren. Diese Kriterien sind mittlerweile gelockert worden. Allerdings hängen die USA, was Testungen angeht, anderen Ländern nach wie vor weit hinterher. Und auch wenn die Labore daran arbeiten, ihre Kapazitäten zu erhöhen, so kann dennoch derzeit nur ein Bruchteil der 327 Millionen Einwohner der USA getestet werden. Auch ist noch nicht klar, wo die Testungen stattfinden sollen, diskutiert werden unter anderem Drive-Through-Einrichtungen und separate Zelte.

Auch die Anzahl der Krankenhausbetten in den USA gilt als kritisch, da die verfügbaren Daten vermuten lassen, dass diese nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Nach Angabe der OECD stehen in den USA 2,8 Krankenhausbetten pro 1000 Menschen zur Verfügung. In Italien sind es 3,2 pro 1000 Menschen, in Deutschland sogar 8 pro 1000 Personen. Allerdings stehen in den USA im Durchschnitt mehr Betten auf Intensivstationen (ICU) bereit als in europäischen Ländern. Wie der Professor an der Indiana University School of Medicine und Analyst der New York Times äußerte, stünden in den USA schätzungsweise 45.000 Intensivbetten zur Verfügung, allerdings würden allein bei einem moderaten Ausbruch etwa 200.000 Betten nötig. Dazu kommt, dass die Betten nicht nur für Corona-Fälle, sondern auch für andere Intensivpatienten gebraucht werden.

Dies hat zur Folge, dass man auch in den USA Ansteckungen um jeden Preis vermeiden möchte. Vor allem für New York befürchten Experten andernfalls ein ähnliches Szenario wie in Italien, wenn sich die Epidemie so schnell ausbreiten sollte wie in China, Italien und dem Iran geschehen.

Um mehr Kapazitäten bereitzustellen, soll – wie der Gouverneur des Bundesstaats New York berichtet – das Krankenhausschiff USNS Comfort des US-Militärs im Hafen von New York bereitgestellt werden. Das schwimmende Krankenhaus verfügt über rund 1.000 Kabinen. Ein weiteres Krankenhausschiff, die USNS Mercy, soll laut Regierungschef Trump an der Westküste eingesetzt werden.

Wirtschaftliche Auswirkungen für die USA

Wie überall auf der Welt ist natürlich auch die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika entscheidend von einer Corona-Pandemie betroffen. Unter anderem haben die Entwicklungen dramatische Einbrüche an der US-Börse zur Folge. Zudem ging die Nachfrage nach Rohstoffen allgemein zurück und auch in den USA wurden Arbeitsplätze aufgrund von Quarantäne und anderen Maßnahmen stillgelegt, die Produktion heruntergefahren, Geschäfte und Restaurants geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, um nur einige Auswirkungen zu nennen. Speziell für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler ist dies ein großes Problem.

Entlassungen, Stunden- oder Lohnkürzungen sind nach Analyse von Moody’s Analytics vor allem für Mitarbeiter in den Bereichen Transport und Reisen, Freizeit und Gastgewerbe, Zeitarbeitsdienste, Ölbohrung und -förderung sowie im Einzelhandel, in der Fertigung, im Bauwesen und in der Bildung zu erwarten. Maßnahmen der Regierung sollen auch hier helfen, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf Unternehmen und deren Mitarbeiter abzumildern.

Was Reisende jetzt beachten müssen – häufige Fragen und Antworten

Für Reisende aus dem europäischen Ausland, also auch aus Deutschland, die keine US-Bürger sind, gilt derzeit ein Einreiseverbot in die USA.

Davon abgesehen empfiehlt das Auswärtige Amt grundsätzlich kritisch abzuwägen, ob Reisen ins Ausland derzeit wirklich nötig sind und nicht verschoben werden können. Es weist außerdem darauf hin, dass sich Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften in der derzeitigen Lage teilweise ohne Vorankündigung innerhalb von Stunden und mit sofortiger Wirkung ergeben können und dass man bei Quarantänemaßnahmen nicht mit einer Rückholung rechnen könne. Stattdessen solle man den Anweisungen der lokalen Gesundheitsbehörden nachkommen.

Ob ein Einreiseverbot über den derzeit festgelegten Zeitraum hinaus aufrechterhalten wird, ist derzeit nicht absehbar. Es wird empfohlen, sich vor Antritt der Reise noch einmal nach den geltenden Vorschriften zu erkundigen und sich auch bei einer Reise in den Sommermonaten mit ausreichendem Vorlauf darüber zu informieren, ob diese stattfinden wird. Dies ist insbesondere bei Pauschalreisen wichtig. Sollten Pauschalreisen aufgrund von Corona ausfallen müssen, ist der Veranstalter in der Pflicht und es gilt das deutsche Reiserecht. Mit einer Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreuden ist aber eher nicht zu rechnen.

Was geschieht mit gebuchten Flügen? Bekomme ich mein Geld zurück?

Derzeit fallen viele Verbindungen aus. Allein von der Lufthansa Group wurden von Ende März bis zum 24. April rund 23.000 Flüge abgesagt und es sind noch weitere Annullierungen zu erwarten. Wer einen Flug gebucht hat, der gestrichen wird, erhält den vollständigen Betrag zurückerstattet. Zudem werden derzeit von den meisten Reiseveranstaltern und Airlines kostenlose Umbuchungen und Stornierungen angeboten. Allerdings gelten für Umbuchungen teilweise Regelungen, was das Reisedatum, den Abflug- und den Zielflughafen betrifft. Details hierzu sind in der Regel auf den Websites der einzelnen Airlines zu finden. Ob Entschädigungen nach EU-Recht auch in der Corona-Krise möglich sind, wenn ein Flug kurzfristig gestrichen wird, ist derzeit schwer absehbar.

Ich habe ein Hotel oder eine andere Unterkunft gebucht? Kann ich kostenfrei stornieren?

Wer als Individualreisender für seinen USA-Urlaub bereits Hotel und Mietwagen gebucht hat, ist oftmals von der Kulanz des jeweiligen Anbieters abhängig. Wurde der Vertrag nach deutschem Recht geschlossen, muss grundsätzlich nichts bezahlt werden, wenn die Leistung nicht genutzt werden kann. Wurde der Vertrag direkt mit dem Vermieter im Ausland geschlossen, gelten die Rechte des jeweiligen Landes und es muss im Zweifelsfall verhandelt werden, um teure Stornogebühren nach Möglichkeit zu umgehen. Allerdings zeigen sich derzeit auch viele Hotels und Autovermietungen in den USA kulant. Geklagt werden kann im Streitfall am Wohnsitz des Verbrauchers. Es ist demnach derzeit zu überlegen, Hotel und Mietwagen auf jeden Fall über Anbieter mit Sitz in Deutschland zu buchen.

Ich habe Karten für eine Veranstaltung in den USA. Welche Möglichkeiten habe ich?

Wie in Deutschland und in vielen Teilen Europas sind auch in den USA die meisten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben worden. Dazu zählen auch Absagen der Spiele der NBA, NHL, MLB und vieler anderer Ligen. Auch Konzerte, Festivals und Theateraufführungen finden nicht statt. Das gilt auch für die Aufführungen am Broadway. Auch Freizeitparks wie die des Walt Disney World Resort sind derzeit geschlossen. In New York sind Zusammenkünfte von mehr als 500 Personen derzeit generell verboten.

Ob der Preis für bereits bezahlte Tickets zurückerstattet wird, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Wird ein Termin komplett abgesagt, ist laut USA Today damit zu rechnen, dass der Betrag nach der Absage schnell wieder gutgeschrieben wird. Werden Veranstaltungen neu angesetzt, gilt das Ticket möglicherweise für den neuen Termin. Derzeit bekannt ist, dass Ticketmaster, Telecharge.com, StubHub, SeatGeek, Vivid Seats, Today Tix und der Theatre Development Fund sowie die Mannschaften der NBA den Betrag bei abgesagten Veranstaltungen problemlos zurückerstatten. Allerdings kann dies derzeit einige Zeit dauern, da momentan zwangsläufig viele Stornierungen gleichzeitig anfallen.

Tipp: Sollte sich der Anbieter weigern, den Betrag zurückzuerstatten, kann oftmals der Kreditkartenanbieter helfen. Bei den meisten besteht ein Käuferschutz.

Was ist, wenn ich meine Reise nicht mehr antreten möchte?

Wer seine Reise antreten könnte, dies aber aufgrund von Corona oder aus anderen Gründen nicht mehr möchte, muss oftmals auf Kulanz hoffen. Pauschaltouristen haben ein Recht darauf, ihr Geld zurückzuerhalten, wenn zu große Abstriche bei den Programmpunkten gemacht werden müssen. Dies gilt zum Beispiel, wenn ein Besuch in Städten zwar möglich ist, dort jedoch Museen, Kirchen und ähnliche Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich sind.

Individualreisende müssen mit Hotels und anderen Unterkünften oder Autovermietungen direkt verhandeln. Zwar ist derzeit bei den meisten Anbietern mit Entgegenkommen zu rechnen, allerdings gibt es dafür keine Garantie. Allgemein gilt, umso näher der Urlaub bereits gerückt ist, umso höher sind in der Regel die Kosten für die Stornierung.

Was ist, wenn ich in Quarantäne komme und länger im Hotel bleiben muss?

Auch in diesem Fall sind Pauschalurlauber grundsätzlich besser abgesichert. Aber auch bei Individualreisenden ist im Falle einer Quarantäne der Staat in der Pflicht und der Reisende muss für den längeren Zwangsurlaub nicht zahlen. Kosten für einen anderen Rückflug können für die Touristen aber dennoch fällig werden. Auch hier können Passagiere nur auf die Kulanz der Airline hoffen.

Ist die Ausreise aus den USA noch möglich?

Da die Fluglinien ihren Passagieren immer mehr Verbindungen streichen und immer weitere Einschränkungen zu erwarten sind, ist das Risiko nach Aussage von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) für Touristen an vielen Destinationen derzeit hoch, die Ausreise nicht mehr antreten zu können. Nichtsdestotrotz haben deutsche Staatsangehörige nach wie vor das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen.

Das gilt umgekehrt auch für US-Bürger, die derzeit trotz Einreiseverbot noch in die USA einreisen können. Doch auch hier empfiehlt das US-Außenministerium Amerikanern, geplante Reisen ins Ausland noch einmal zu überdenken.

Bereits Anfang der Woche am Montag den 16. März hatte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in einer Stellungnahme einen vorläufigen Einreisestopp für die EU vorgeschlagen. Der Vorschlag, der von der Kommission am Dienstag (17.03.) im Rahmen eines Sondergipfels per Videokonferenz besprochen worden war, soll für 30 Tage gelten und nach Beschluss der Kommission unmittelbar umgesetzt werden. Somit sind die Grenzen nach Deutschland auch für Nicht-EU-Bürger dicht.

Wann werden normale Reisen in die USA und generell wieder möglich sein?

Das derzeit gültige Einreiseverbot gilt erst einmal für 30 Tage. Ob das Einreiseverbot über den 12. April hinaus fortgeführt wird und wann wieder Normalität einkehren wird, ist derzeit noch unklar. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist ein Ende der Einschränkungen bis auf Weiteres nicht absehbar. Derzeit ist es eher zweifelhaft, dass die Behörden die Grenzen bereits an Ostern wieder öffnen werden.

Auch weltweit bestehen wie Nachrichtenagenturen berichten, starke Einschränkungen und man bemüht sich, persönliche Treffen zu vermeiden. So soll nach einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zum Beispiel auch das Treffen der G20-Länder nicht wie geplant in Saudi-Arabien, sondern eventuell per Videokonferenz abgehalten werden. Saudi-Arabien hat derzeit den G20-Vorsitz inne.

Viele Länder wie zum Beispiel Israel verwehren zudem derzeit generell allen Touristen die Einreise. In Israel ist die Einreise beispielsweise nur möglich, wenn eine Möglichkeit für häusliche Quarantäne in Israel nachgewiesen werden kann. Der Aufenthalt in einem Hotel wird nicht anerkannt.