Chinatown – Die “Chinesen-Stadt” in New York City

Die Chinatown in New York City ist die größte Chinatown innerhalb der USA und das kulturelle und politische Zentrum der Chinesen in New York.

Die “Chinesen-Stadt” in New York gehört zum touristischen Pflichtprogramm. Es ist die größte Chinatown innerhalb der USA und das kulturelle und politische Zentrum der Chinesen in New York. Es ist die größte Ansammlung von Chinesen in der westlichen Hemisphäre überhaupt, die ständigen Bewohner werden auf 70.000 bis 150.000 geschätzt. Täglich sind tausende von Touristen hier.

Der Kern der Chinatown umfasst Canal, Mott, Pell und Doyers Street am südlichen Rand der Lower East Side. Das Viertel ist mehr und mehr gewachsen und hat Teile von Little Italy absorbiert. Als Begrenzungen im Norden gelten Kenmore und Delancey Street, im Süden East und Worth Street, im Osten Allen Street und im Westen der Broadway. Grell, bunt und lebendig ist die Welt in Chinatown, hoffnungslos überfüllt und manchmal etwa schäbig.

Die Enklave ist für den Touristen eine fremde Welt mit exotischen Geschäften in engen Straßen, Früchten und Gemüsen, lebendigen Fischen, Krabben und Muscheln in den Schaufenstern und aufgehängten rot gebeizten Enten in den Schauvitrinen der Restaurants. Die Beschriftungen sind in Chinesisch und Englisch. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Mehr als zehn buddhistische Tempel liegen in diesem Gebiet und selbst die Telefonzellen sind als Pagoden gestaltet. Prächtige Drachen, Fächer, Lampions und Figuren erzeugen eine exotische Atmosphäre.

Wenn am Abend die Neonlichter erstrahlen, ist das Viertel besonders schön. Insbesondere am Wochenende ist ein Besuch zu empfehlen. Dann kommen die Verwandten aus den anderen Stadtteilen zu ihren Familien und das Leben ist besonders bunt. Mindestens 200 Restaurants soll es geben. Wer die chinesische Küche mag, sollte auf jeden Fall hier einkehren. Besonders mittags gibt es häufig „dim sum“, eine Art chinesischer Fast Food aus einzelnen Snacks gefüllt mit Shrimps, Fleisch oder Gemüse, heiß und frisch serviert. Man bedient sich von den Servierwagen, die unablässig durch die Tischreihen geschoben werden. Bezahlt wird nach der Anzahl und der Art der Teller, die man genommen hat. Das Preis-Leistungsverhältnis gilt hier immer noch als reell.

Viele chinesische Schriftzüge zieren die Chinatown, ein Viertel des New Yorker Stadtbezirks Manhattan. Foto: Martin Dürrschnabel

Viele chinesische Schriftzüge zieren die Chinatown, ein Viertel des New Yorker Stadtbezirks Manhattan. Foto: Martin Dürrschnabel

Die chinesische Küche gehört allgemein zu den besten der Welt, weil als Gebot der Armut die Köche auch aus vermeintlich minderwertigen Zutaten Köstliches zu zaubern verstehen. Aber eine chinesische Küche im eigentlichen Sinne gibt es gar nicht. Das was der Europäer darunter versteht, ist eben ein stark europäisch geprägtes Chinesen-Essen. Die Küche Chinas ist so vielfältig wie seine Regionen. Die traditionelle chinesische Küche differenziert daher zwischen Kantonesisch, Szechuan, Shanghai, Suzhou, Hunan usw. und nimmt häufig auch vietnamesische und malayische Einflüsse auf. Dominant ist die kantonesische Küche, doch Chinatown bietet alle regionalen Eigenheiten. Restaurantempfehlungen finden Sie auf den Internetseiten von Chinatown-online. Die besten 10 Dim-Sum-Restaurants in New York City stellt die Internetseite von about.com vor (serviert in der Zeit von 8 Uhr bis 14 Uhr).

Chinatown bietet auch viele Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere Tee, Ginseng, Möbel, Porzellan, Kleidung und Kleinkitsch aus Taiwan. Alle Erzeugnisse Chinas finden sich auch hier, insbesondere natürlich Zutaten zur chinesischen Küche. Empfehlungen zum Shoppen in Chinatown bietet wiederum Chinatown-online.

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Chinatown finden Sie auf www.getyourguide.de.

Geschichte

Wann der erste Chinese New York erreichte, weiß eigentlich niemand. Die ersten Chinesen sollen Matrosen gewesen sein, die 1847 an Bord einer Dschunke in die New York Bay einfuhren und auf Grund ihrer Fremdartigkeit eine Attraktion darstellten. Etwa 25 Jahre später folgten ihnen chinesische Wanderarbeiter, die beim Eisenbahnbau in Kalifornien tätig waren oder während des Goldrausches kamen und nun nicht mehr gebraucht wurden. Von Anfang an siedelten sich Chinesen dort an wo bereits Chinesen waren. Dies war nicht zuletzt eine Folge der rassischen Diskriminierung der „Fremdartigen“. Über die damalige Situation der Chinesen schrieb der aus Hannover stammende Weltreisende J.J. Benjamin kurz nach dem Goldrausch: „Sie verdienen in diesem Lande in der Tat alles Beileid, denn sie werden daselbst schlechter als die Hunde behandelt. Wenn jemand einen Chinesen umbringt und ihn seiner wenigen sauer verdienten Dollar beraubt, so hat er im voraus keine Bestrafung zu gewärtigen, da man auf diese Nation vor Gericht keine Rücksicht nimmt, und auch kein Weißer geneigt ist, zugunsten des verlorenen „himmlischen Bewohners“ ein Zeugnis abzulegen. In den Minen, wo Tausende von den Landsleuten des Konfuzius arbeiten, haben sie nicht gleiches Vorrecht, man lässt sie nicht auf Strecken arbeiten, die sich rentieren, und sie werden bei dem ersten Versuch von der Grausamkeit derer wieder vertrieben, welche die Flagge der Freiheit an ihren Mastbäumen aufhissen, und mit liberalen Lockpfeifen die Fremden an ihre Ufer ziehen.“

Mit dem Chinese Exclusion Act (1882 – 1943) versuchte Washington D.C., den weiteren Zuzug von Chinesen in die USA zu stoppen. Die Chinesen waren äußerst unbeliebt, schließlich waren sie bereit, härter und billiger zu arbeiten als andere Immigranten. Die staatlichen Repressalien waren hoch: Zuwanderung war nur möglich, wenn ein Arbeitsplatz garantiert war und der Nachzug von Frauen und Kindern war auch bei chinesischen Männern, die schon jahrelang in den USA lebten, generell verboten. Als Folge dieser Restriktionen lebten um 1900 nur etwa 40 bis 150 Frauen in Chinatown, die Zahl der Männer belief sich auf etwa 7.000. Folge dieser „Junggesellengesellschaft“ (Bachelor`s Society) waren das Blühen von Prostitution und Opium-Konsum.

Im Viertel Chinatown des New Yorker Stadtbezirks Manhattan dreht sich auch kulinarisch alles um das asiatische Land. Foto: Martin Dürrschnabel

Im Viertel Chinatown des New Yorker Stadtbezirks Manhattan dreht sich auch kulinarisch alles um das asiatische Land. Foto: Martin Dürrschnabel

Erst im Zweiten Weltkrieg lockerten sich die Lebensbedingungen und limitierte Zuwanderungen waren erlaubt. In den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung langsam aber beständig. Mit dem Anheben der Zuwanderungsquote ab 1968 explodierte Chinatown. Heute gehören die Grundstücksmieten in Chinatown zu den höchsten in New York. Dazu hat auch der Kapitalzufluss aus Hong Kong wesentlich beigetragen. Die Bevölkerung asisatischer und pazifischer Herkunft hat sich in den letzten zehn Jahren in New York verdoppelt, liegt aber immer noch um die 7 % und ist damit die kleinste Minderheitengruppe der Stadt.

Bedingt auch aus der historischen Entwicklung ist die chinesische Gesellschaft immer noch eine geschlossene. Man half sich notgedrungen selbst und musste auf alle Gefahren vorbereitet sein. So war Chinatown stets durch eine interne Selbstorganistaion gekennzeichnet, in kultureller, politischer und sozialpolitischer Hinsicht. Es ist in gewissem Sinne eine Welt für sich. So soll es hier noch Personen geben, die Chinesisch (Mandarin o.a.) sprechen, aber kein Wort Englisch und den Rest der USA nie gesehen haben.

Wenn Sie sich mit der Geschichte von Chinatown beschäftigen möchten, ist ein Besuch des Museum of Chinese in the Americas empfehlenswert. Außerdem kann man alles über Reiskultur lernen und der rund 7 m lange Drache hat ein Gewicht von 1,5 Tonnen. Die Straßenfeste anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes (zwischen 21. Januar und 19. Februar) sind eine besondere Attraktion (Lunar New Year’s festival).

Beginn und Ende des Neujahrsfestes fallen nicht auf einen jährlich wiederkehrenden Tag unserer Zeitrechnung, sondern „variieren“. Grund ist, dass die chinesische Zeitrechnung sich nach dem Mondkalender orientiert und daher in 2004 z.B. das Mondjahr 4702 ist. In 2004 beginnt das Chinesische Neujahrsfest nach unserer Zeitrechnung am 22. Januar und ist das Jahr des „Affen“ (monkey ). Der chinesische astrologische Kalender baut auf einem 12-Jahres-Mond-Zyklus auf und gibt jedem Jahr den Namen eines Tieres. Das Fest umfasst einen Zeitraum von 2 Wochen und endet am 15. Tag mit dem Laternen-Umzug (lantern festival).

New York City begeht das Fest insbesondere mit der Manhattan Chinatown Parade, die grundsätzlich folgenden Verlauf nimmt und meist am Sonntag nach Beginn des Neujahrsfestes zwischen 13 und 15 Uhr stattfindet: Die Parade beginnt an der Mulberry Street (Columbus Park) – Canal St. – Mott St. – Chatham Sq. – East Broadway – Market St. – Division St. – Bowery – Canal St – und endet an der Mulberry St. Höhepunkt ist stets die Drachenparade (dragon parade), daneben gibt es zahlreiche weitere Veranstaltungen in den Stadtteilen.

Das Museum of Chinese in the Americas gibt Hintergrundinformationen und unter dem Stichwort „MoCAlender“ auch Hinweise zu Terminen von Veranstaltungen. Weitere Link-Hinweise zu diesem Thema unter gonyc.about.com. Übrigens: Zu den Top Ten der Paraden anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes zählt auch der Umzug in San Francisco: Höhepunkt ist hier ein Drachen, der von 100 Personen durch die Straßen bewegt wird. Einen Bericht zu Chinatown bietet USATODAY in englischer Sprache unter der Überschrift „New York’s Chinatown: Food, shopping and the Year of the Rooster“.

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