Staten Island – Dieser Teil von New York ist mehr als eine Fährfahrt wert

Staten Island ist ein New Yorker Bezirk, der weit mehr wert ist als nur ein kurzer Blick vom Fähranleger aus. Hier trifft sich Vorstadtgrün mit tollen Stränden, hier kann man Kunst und Kultur genießen, Geschichte und amerikanischen Alltag erleben – und das alles in aller Ruhe.

Staten Island ist ein New Yorker Bezirk, der weit mehr wert ist als nur ein kurzer Blick vom Fähranleger aus. Hier trifft sich Vorstadtgrün mit tollen Stränden, hier kann man Kunst und Kultur genießen, Geschichte und amerikanischen Alltag erleben – und das alles in aller Ruhe.

Eines der bekanntesten Wahrzeichen New Yorks ist eine altehrwürdige Dame: Miss Liberty, die Freiheitsstatue, steht auf einer kleinen Insel mitten im Hafen. Wer sie nicht gesehen hat, der ist irgendwie nicht wirklich in New York City gewesen. Doch zugegeben, die meisten Touristen schauen sich das Wahrzeichen an, zumindest vom Wasser aus. Mit der Fähre „Staten Island Ferry“ kostet das nicht mal was. Die Überfahrt ist gratis und verbindet so die Bewohner von New Yorks südwestlichstem Bezirk mit Manhattan. Die Fähren legen alle Viertelstunde vom St. George Ferry Terminal in Lower Manhattan ab. Fortgeschrittene Fans vom Big Apple werden es freilich nicht bei der Überfahrt belassen.

Das älteste Dorf ist ein einziges Freilichtmuseum

Die „Staten Island Ferry“ pendelt zwischen der Südspitze Manhattans und Staten Island.

Die „Staten Island Ferry“ pendelt zwischen der Südspitze Manhattans und Staten Island.

Vielleicht sind es die vielen Parks und die vergleichsweise wenigen Menschen (auf Staten Island leben nur rund eine halbe Million New Yorker), die dem Stadtbezirk manchmal das Attribut „langweilig“ eintragen. Schade, denn dadurch entgeht Besuchern einiges. So stehen etwa die beiden ältesten noch erhaltenen Schulgebäude der USA auf Staten Island. „Conference House“ (298 Satterlee St.) wurde um 1680 herum fertiggestellt, „Voorlezer’s House“ (Arthur Kill Rd. gegenüber Center St.) stammt aus dem Jahr 1695. Beide Gebäude sind heute als Museen öffentlich zugänglich. Das „Conference House“ hat seinen Namen von einer wichtigen Konferenz während des Unabhängigkeitskrieges. Die Gründungsväter der USA, unter ihnen Benjamin Franklin, trafen sich hier mit der britischen Admiralität kurz nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung. Die Briten kontrollierten damals noch das Gebiet um New York, dass sie jedoch später verloren. Heute lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang durch den Park des Museums, der zum Teil direkt am Wasser liegt. Die beiden Gebäude sind Teil des historischen Richmondtown auf Staten Island, dass man als einziges großes Freilichtmuseum mit über 30 Gebäuden aus der Zeit des späten 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert betrachten kann.

Eine Geschichte mit Licht und Schatten

Die Verrazano-Narrows Bridge ist eine zweistöckige Hängebrücke, die die New Yorker Stadtbezirke Staten Island und Brooklyn über die Meerenge The Narrows hinweg verbindet.

Die Verrazano-Narrows Bridge ist eine zweistöckige Hängebrücke, die die New Yorker Stadtbezirke Staten Island und Brooklyn über die Meerenge The Narrows hinweg verbindet.

Staten Island blieb jedoch lange nur ein hübsches Dorf, das von der rasanten Entwicklung Manhattans wie abgeschnitten war. Das änderte sich erst 1964, als die weltberühmte und imposante Verrazano-Narrows-Bridge eröffnete wurde. Die elegante Brücke verbindet Staten Island mit Brooklyn und somit über die Brooklyn Bridge auch mit Manhattan. Einem wirtschaftlichen Aufschwung stand nichts mehr im Wege.

Doch die Brücke war keine Einbahnstraße. Mit der neuen Verkehrsanbindung hatte die Stadtverwaltung plötzlich neue Möglichkeiten, die ständig wachsenden Müllberge New Yorks zu entsorgen. Seit 1948 habe es dort ohnehin die Fresh-Kills-Mülldeponie, die nun kontinuierlich anwuchs. Erst, als die Bewohner wegen der starken Methangas-Ausdünstungen massiv protestierten, wurde die Deponie geschlossen. Vor dem Beginn der Renaturierung im Jahr 2003 nahm Fresh Kills noch ein letztes, tragisches Mal auf, was niemand mehr gebrauchen konnte: Hier lagern der Schutt, die Trümmer und die Asche der Twin Towers nach dem Angriff vom 11. September 2001. Doch nicht nur das. Bei dem Terrorangriff kamen auch fast 300 Menschen ums Leben, die auf Staten Island zu Hause waren und jeden Morgen mit der Fähre zur Arbeit pendelten. Für sie wurde nicht weit vom Fähranleger ein Mahnmal errichtet. Es symbolisiert zwei riesige Engelsschwingen. In der Skyline füllen sie genau jene Lücke aus, die die Zwillingstürme hinterlassen haben.

Auch das Jahr 2012 brachte Staten Island eine Heimsuchung. Der Hurrikan „Sandy“ hinterließ eine Schneise der Verwüstung, die bis heute nicht ganz geschlossen werden konnte. Der Wiederaufbau in großem Stil ist aber nicht nur geplant, sondern bereits in Arbeit. Als absoluter Höhepunkt und Magnet für Besucher wird hier das größte Riesenrad der Welt entstehen, dass pro Fahrt über 1400 Gäste aufnehmen kann und geradezu spektakuläre Ausblicke auf New York bieten wird. Die Bilder auf newyorkwheel.com vermitteln davon schon einmal einen Eindruck. Die Website informiert zudem stets aktuell über den Stand der Dinge.

Sehenswerte Museen abseits vom Getriebe

Der „Boardwalk“ auf Staten Island ist satte 2,3 Kilometer lang.

Der „Boardwalk“ auf Staten Island ist satte 2,3 Kilometer lang.

Zugegeben, die Museen auf Staten Island haben mächtig Konkurrenz in Manhattan. Trotzdem, Kunstfreunde werden einen Abstecher in den Südwesten bestimmt nicht bereuen. Im „Staten Island Museum“ (75 Stuyvesant Place) erwarten sie neben großen naturwissenschaftlichen und historischen Sammlungen auch große Kunst, darunter Werke von Marc Chagall und Andy Warhol.

Der Distrikt beweist aber auch ein Herz für Kinder. Im „Staten Island Children’s Museum“ (1000 Richmond Terrace) kann der Nachwuchs nicht nur kindgerecht ausgestellte Objekte bewundern, sondern auch spielen und auf Entdeckungsreise gehen. Definitiv ein Tipp für alle, die in New York mit Kindern unterwegs sind.

Allen, die von der Geschäftigkeit New Yorks mal etwas Abstand brauchen, sei das „Jacques Marchais Museum of Tibetan Art“ (338 Lighthouse Avenue) ans Herz gelegt. Dieser wirklich zauberhafte Ort entführt nicht nur in die künstlerische Welt Tibets. Im Meditationsgarten kann man zudem in beinah klösterlicher Stille entspannen und wieder zur Besinnung kommen.

Strandurlaub auf Staten Island

Zum Strandurlaub nach New York? Ja, auf Staten Island geht das. Neben einem wunderbaren Sandstrand gibt es einen hölzernen Promenadenweg. Dieser „Boardwalk“ ist mit 2,3 Kilometer Länge der viertlängste seiner Art. Von hier aus hat man tolle Ausblicke, nicht zuletzt auf die elegante Brücke nach Brooklyn. Während sich am Südende, am „Ocean Breeze“, die Fischer und Angler tummeln, wartet am Nordende der Promenade der Treffpunkt der Treffpunkt von Staten Island schlechthin – der Delphinbrunnen oder Dolphin Fountain.

Staten Island in aller Kürze

  • Kostenloser Fährverkehr alle 15 Minuten ab Bay Street/ St. George Ferry Terminal in Lower Manhattan
  • Südwestlichster Stadtteil New Yorks
  • Kostenlos mit der Staten Ferry Island von Manhattan aus zu erreichen
  • Im ältesten Stadtteil Richmondtown warten über 30 historische Gebäude und viele Parks auf Besucher
  • Unweit vom Fähranleger wurde ein Mahnmal für die Opfer des Terrorangriffs vom 11. September errichtet
  • Große Kunst von Marc Chagall und Andy Warhol im Staten Island Museum
  • Das Staten Island Children‘s Museum ist ein Ausflugstipp für Reisende mit Kindern
  • Im Jacques Marchais Museum of Tibetan Art Ruhe und Entspannung finden
  • Breiter Sandstrand mit der viertlängsten hölzernen Promenade der Welt

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