Indian Summer - Atemberaubende Laubfärbung

Partner von Marco Polo

Der Indian Summer in den USA ist legendär. Es ist die Zeit, wenn sich das Land kurz vor dem Wintereinbruch noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt. Es ist ungewöhnlich warm und trocken in dieser Zeit des Jahres, der Himmel ist strahlend blau und die Blätter zeigen sich in einer wahren Farborgie. Ein El Dorado für die „leaf peeper“ (Laubgucker), die sich am bunten Laub erfreuen, das in den USA „foliage“ genannt wird. Allerdings ist der amerikanische Indian Summer auf ein Gebiet beschränkt, das von den Mittelatlantikstaaten bis nach Neuengland reicht.

Inhaltsverzeichnis
Was versteht man unter dem Indian Summer? | Was macht den Indian Summer so besonders? | Was gibt es Interessantes zur Laubfärbung und zum Ablauf zu sagen? | Welche ist die beste Reisezeit um den Indian Summer in den USA zu erleben? | Welche sind die besten Orte, um den Indian Summer zu erleben? | Lohnenswerte Aktivitäten während des Indian Summers | Den Indian Summer mit dem Mietwagen oder dem Wohnmobil erleben | Der Indian Summer in Kanada

Wir haben hier die wichtigsten Infos über das Phänomen Indian Summer für Sie zusammengestellt.

Was versteht man unter dem Indian Summer?

Die intensive Laubfärbung macht den Indian Summer zu einem besonderen Phänomen.
Die intensive Laubfärbung macht den Indian Summer zu einem besonderen Phänomen.

Der Begriff „Indian Summer“ beschreibt den späten Sommer und frühen Herbst in den Adirondack Mountains im Nordosten der USA. Woher der Name für das Phänomen kommt, ist unklar. Es heißt, die amerikanischen Ureinwohner nutzten diese Jahreszeit einst, um nach dem Sommer die Ernte einzufahren. Der Begriff ist bereits seit dem 18. Jahrhundert gängig. In Deutschland ist diese Zeit des Jahres als Altweibersommer bekannt.

Wann genau der Indian Summer in den USA Einzug erhält, ist jedoch von der Witterung abhängig. Frostige Nächte und warme Tage verursacht durch Warmluft aus dem Süden und Südwesten sind die Voraussetzung, damit die Farbexplosion in Gang treten kann. Der Indian Summer tritt in Nordamerika im Gebiet von den Mittelatlantikstaaten, den Neuenglandstaaten, dem Ohio-Tal, dem Gebiet der Großen Seen, dem Mittleren Westen der USA, den Great Plains und in Kanada auf. Meist verbindet man den Indian Summer in Nordamerika jedoch nur mit den Neuenglandstaaten an der Ostküste und Kanada.

Was macht den Indian Summer so besonders?

Als Indian Summer werden die Monate im Frühherbst bezeichnet, wenn sich das Laub verfärbt. Sämtliche Farbnuancen aus dem feurigen Spektrum sind dann an den Bäumen zu sehen, was viele Touristen in die Staaten an der Ostküste zieht. Den Anfang machen die Blätter des Roten Ahorns, gefolgt von Zuckerahorn und gelber Haselnuss. Im Laufe der Zeit tragen dann auch Roteichen, Buchen, Ulmen, Eschen, Birken und viele andere Baumarten in diesen Wochen ihren Teil zu der einzigartigen Farbexplosion in der jeweiligen Region bei. Diese Farbenpracht wird unter anderem dadurch verursacht, dass in Nordamerika eine große Vielfalt an Baumarten besteht. Über 800 verschiedene Arten von Bäumen sind hier zu finden. Zum Vergleich: In Europa sind es nur knapp über 50.

Was gibt es Interessantes zur Laubfärbung und zum Ablauf zu sagen?

Die Verfärbung des Laubes von grün nach farbenfroh setzt ein, wenn gegen Ende des Jahres das Sonnenlicht zu schwinden beginnt. Die Tage werden kürzer, weniger Sonnenlicht trifft auf die Blätter und es wird immer weniger Chlorophyll gebildet, bis die Produktion des Blattgrüns komplett zum Erliegen kommt. Das Chlorophyll färbt die Blätter grün, verschwindet es, wird die „richtige“ Farbe des Blattes sichtbar, die je nach vorhandenem Farbstoff (Beta-Carotin, Flavonol, Anthocyanin) orange, rot oder gelb ist.

Welche ist die beste Reisezeit um den Indian Summer in den USA zu erleben?

Den Indian Summer gibt es in seiner Form nur in Nordamerika.
Den Indian Summer gibt es in seiner Form nur in Nordamerika.

Wie intensiv die Laubfärbung wird, hängt unter anderem vom Regen, dem Zuckergehalt der Blätter, der Anzahl der Tagesstunden und den Temperaturen ab. Daher ist nur schwer vorherzusagen, wie intensiv der Indian Summer im jeweiligen Jahr zu Tage tritt und wann dieser seinen Höhepunkt erreicht. Das macht es schwierig, im Voraus eine beste Reisezeit für eine bestimmte Gegend festzulegen.

Hauptreisezeit ist der Monat Oktober, aber teilweise sind auch schon Ende September erste Verfärbungen im Norden des Landes zu sehen, die sich dann im Laufe des Herbstes bis in den Süden verlagern. Grundsätzlich gilt umso weiter nördlich man sich aufhält, umso früher ist mit der Laubfärbung zu rechnen. In den Neuenglandstaaten Maine, New Hampshire und Vermont an der Ostküste erreicht die herbstliche Laubfärbung meist zwischen der letzten Septemberwoche und den ersten beiden Wochen im Oktober ihren Höhepunkt. In den Staaten Massachusetts, New York, Connecticut und auf Rhode Island ist mit der “peak foliage” meist um den Columbus Day herum zu rechnen.

Tipp: Nutzen Sie die Seite https://smokymountains.com/fall-foliage-map/ um auf einer Karte den zeitlichen Ablauf der Laubfärbung im aktuellen Jahr zu sehen. So können Sie Ihre Reise gezielt danach planen.

Welche sind die besten Orte, um den Indian Summer zu erleben?

Ein klassisches Ziel für die herbstlichen Laubgucker sind die Adirondacks hinter New York und Boston. Etwa 470 Kilometer im Norden von New York beginnt der Park um den Lake Placid, an dem im Jahr 1980 die Olympischen Winterspiele abgehalten wurden.

Ein weiteres beliebtes Ziel für Touristen sind in dieser Jahreszeit die Great Smoky Mountains im Bundesstaat Tennessee, in denen das Laub bunte Farbenwelten schafft. Interessante Orte dort sind neben der einzigartigen Landschaft des Nationalparks unter anderem Pigeon Forge, wo einst Dolly Parton ihr „Dollywood“ startete und Gatlinburg, von wo aus sich die Great Smokey Mountains mit ihrem einzigartigen Farbenteppich wunderbar mit dem Auto erkunden oder erwandern lassen.

Einen Besuch lohnen außerdem die Berkshires im Staat Massachusetts. Zwar sind dort die bunten Wälder durch Weinberge und Obstplantagen etwas zurückgedrängt worden, jedoch bietet dies seinen ganz eigenen Reiz. Die bunten Flecken an den Bergseiten spiegeln sich in den umliegenden Seen, ein wunderschöner Anblick, der sich beim Genuss von frisch geernteten Cranberries und Äpfeln genießen lässt.

Oder sie erleben im Indian Summer einen wunderschönen Roadtrip über die Route 100, die quasi mittig von Nord nach Süd durch Vermont verläuft. Auch hier spielen die Adirondacks eine Rolle.

Aber nicht nur die Bundesstaaten im Osten der USA haben einen Indian Summer zu bieten. Auch im Denali Park in Alaska färben sich die Blätter. Das Farbenspiel beginnt hier, wo sich auch der höchste Berg der USA, Mount McKinley befindet, deutlich früher. Hier kann man sich bereits Ende August am bunten Farbenspiel der Blätter erfreuen.

Lohnenswerte Aktivitäten während des Indian Summers

Es ist die typische Herbstwetterlage, die einen schönen Indian Summer auslöst.
Es ist die typische Herbstwetterlage, die einen schönen Indian Summer auslöst.

Der Indian Summer lädt zu einer Vielzahl an Outdoor-Aktivitäten unter freiem Himmel ein. Schließlich ist es die letzte Zeit im Jahresverlauf, in der sich die Landschaft bei warmen Temperaturen und ohne Schnee genießen lässt. Somit bietet der Indian Summer Möglichkeiten für eine Vielzahl an Outdoor-Aktivitäten in der Natur wie Wandern, Kajakfahren oder Mountainbiken. Viele der bunt werdenden Wälder befinden sich an und um Seen oder liegen grundsätzlich in Gebieten, in denen sich viele Seen befinden, wie zum Beispiel in Vermont.

Zudem führt einer der weltweit bekanntesten Weitwanderwege durch die bunten Wälder des Indian Summer: der Appalachian Trail. Auch wenn Sie keine Zeit haben, die gesamte Strecke über 350 Kilometer zu erwandern, so lohnt es sich doch, eine Tagestour oder eine kleine mehrtägige Wanderung auf dem bekannten Wanderweg zu unternehmen und die farbenfrohe Pracht zu genießen.

Den Indian Summer mit dem Mietwagen oder dem Wohnmobil erleben

Der Indian Summer wird oft ausschließlich mit den Neuenglandstaaten und Kanada assoziiert.
Der Indian Summer wird oft ausschließlich mit den Neuenglandstaaten und Kanada assoziiert.

Der Herbst lassen sich die Bundesstaaten im Nordosten der USA auch wunderbar mit dem Wohnmobil oder dem Mietwagen erkunden. Die Region ist gemeinhin als Neuengland bekannt und umfasst die Bundesstaaten Conneticut, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island und Vermont. Die Mittelatlantikstaaten schließen sich im Westen an Neuengland an.

Sehr schön ist zum Beispiel eine Rundreise über Hartford, Litchfield Hills, den Mohawk Trail, Burlington, Smuggler’s Notch, den Kancamagus Highway und die White Mountains nach Portland und Camden zum Acadia National Park.

Allerdings ist der Nordosten der USA kein günstiges Reiseziel. Denn Neuengland ist mit die teuerste Ecke im Land. Nichtsdestotrotz lohnt die Rundreise. Denn hier dreht sich alles um den Indian Summer und es sind alle erdenklichen Aussichten auf die Farben und die Pracht der bunten Wälder geboten.

Wenn Sie möchten, können Sie die Reise problemlos um weitere sieben Tage verlängern, wenn Sie noch einen Abstecher nach Brunswick machen und einige Tage mehr an den einzelnen Orten verweilen. Rafting-Touren, Wanderungen oder Radtouren laden dazu ein, die Gegend im Herbst noch intensiver zu erleben.

Weitere schöne Reiseziele im Indian Summer in den USA

Der Indian Summer in Kanada

Wenn sich in den Bundesstaaten der USA Anfang Herbst die Blätter an den Bäumen bunt verfärben und die Wälder in eine farbenprächtige Landschaft verwandeln, ist auch in den Wäldern Kanadas Indian Summer. Besonders Kanadas Osten ist hier eine Reise wert und lässt sich gegebenenfalls mit einem Besuch in Neuengland verbinden. Besonders die Nationalparks sind es, die in Kanada in diesen Wochen eine Reise lohnen, wenn sich im Herbst die Blätter an den Bäumen verfärben.

In diesen Nationalparks Kanadas lässt sich der Indian Summer in all seiner Farbenpracht erleben

  • Algonquin Provincial Park: Der Park liegt in Kanada in der Provinz Ontario und bietet neben bunten Bäumen auch zahlreiche Seen, hoch aufragende Felswände, Sümpfe und eine vielfältige Tierwelt. Mit Glück können Sie hier auch Bären sehen. Der Park befindet sich in Kanada nicht weit von Toronto entfernt.
  • Parc national du Canada de la Mauricie: Der La Mauricie National Park befindet sich in Kanada in der Provinz Québec nicht weit von Kanadas Hauptstadt Ottawa entfernt. Auch hier färben sich die Blätter im Herbst in unnachahmlicher Weise.
  • Killbear Provincial Parc: Der Park in Kanadas Provinz Ontario ist vor allem für seine Küste und seine Sandstrände bekannt. Hier gibt es unterschiedliche Arten von Schildkröten und andere seltene Tierarten zu bestaunen. Und natürlich die Farbenpracht der Wälder im Herbst.
  • Laurentides Provincial Park: Über 2000 Seen, viele Berge und eine wunderschöne Landschaft hat dieser kanadische Park zu bieten. Sie können hier nicht nur die Wälder in ihren leuchtenden Farben bewundern, sondern auch angeln oder anderen Outdoor-Aktivitäten nachgehen.
  • Thousand Islands Nationalpark: Der Park liegt in der Grenzregion zwischen den USA und Kanada und ist der kleinste Nationalpark Kanadas. Das UNESCO-Biosphärenreservat besteht aus sage und schreibe 1.864 Inseln.