Jeans - Der Modetrend aus den USA

Die USA sind das Mutterland der Jeans, der Arbeitshose, die gesellschaftsfähig wurde. Weltberühmt ist die klassische Jeans der Fa. Levi`s (sprich: liiwei), die legendäre „501“ – blau, zwei Beine, fünf Taschen, 1.575 Meter Denimfaden und sechs Nieten.

Die Levi’s-Jeans war lange Zeit der Inbegriff einer gesellschaftsfähigen Jeans, an der sich alle Konkurrenten orientierten. Die Jeans-Welt war zwischen den beiden Giganten der Jeans-Fabrikation Levi`s und Wrangler nahezu aufgeteilt.

Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde die Jeans mehr und mehr zu einem Modethema, dem sich zunehmend auch namhafte Designer zuwandten. 1996 führte G-Star-Gründer Jos van Tilburg die Jeans „Elwood“ ein, die stilprägend für die 501-Konkurrenten wurden: geschnitten nach dem Vorbild einer Motorcross-Rennfahrerhose, mit verstärktem Gesäß, vorgeformter Knie- und doppelt genähter Fersenpartie.

Heute ist der Jeans-Markt atomisiert, mehr als 200 Marken drängen in die Läden. Levi`s hat sehr lange seine Produktion in den USA gehalten. Erst im Dezember 2003 schloss Levi`s die letzte Fabrik in den USA, im Frühjahr 2004 machen die drei Niederlassungen in Kanada dicht. Der einstige Jeansproduzent wandelt sein Sortiment unter dem Druck des Marktes und produziert wie die Konkurrenz in Asien, Südamerika und auf Malta.

    Weltweite Konzernumsätze 2002 der großen Marken (in Mio. €):

  • Levi`s: 4.4 Mrd. US-Dollar (2008)
  • VF (Lee, Wrangler u.a.) = 7,2 Mrd. US-Dollar (2009)
  • Diesel: 1,71 Mrd. US-Dollar (2009)
  • G-Star: 1,00 Mrd. US-Dollar (2009)
  • Mustang: 155 Mio. US-Dollar (2010)

Die Geschichte der Jeans

Die USA sind das Mutterland der Jeans, der Arbeitshose, die gesellschaftsfähig wurde. Vor allem die Firma Levi's ist maßgeblich dafür verantwortlich.
Die USA sind das Mutterland der Jeans, der Arbeitshose, die gesellschaftsfähig wurde. Vor allem die Firma Levi's ist maßgeblich dafür verantwortlich.

1500 – 1600: Die Arbeitshosen der genuesischen Seeleute verbreiten sich in Europa. Das Wort Jeans leitet sich aus dem Namen der Stadt ab (frz. Gênes).Gleichzeitig wird auf den Textilmärkten ein blauer Stoff aus Wolle und Seide populär: Serge (Sackleinen) de Nîmes. Heute ist Denim aus Baumwolle Grundsubstanz der Jeans.

1829: Im oberfränkischen Buttenheim wird Löb (später: Levi) Strauß als jüngstes von sieben Kindern eines armen jüdischen Hausierers geboren.

1847: Nach dem Tod des Vaters folgt die Mutter mit den drei jüngsten Kindern den beiden ältesten Brüdern nach New York.

1853: Strauß wird Amerikaner und zieht nach San Francisco. Da der Verkauf von Zeltplanen nicht klappt, entschließt er sich, aus dem Zeltstoff Hosen zu nähen.

ab 1860: Statt der braunen Zeltstoffe wird nun blauer Denim verwandt.

1873: Jacob Davis, Schneider aus Nevada, befestigt die Hosentaschen mit Nieten, um das Einreißen zu verhindern. Am 20. Mai melden Strauß und Davis das neue Produkt unter der Patentnummer 139.121 an.

ab 1880 = Die Jeans – damals noch Overall genannt – wird zur Standardhose amerikanischer Farmer, Arbeiter und Goldgräber. Die Serienproduktion beginnt.

1891 = Neue Anbieter kommen auf den Markt weil das Patent für die Nietenkleidung erlischt.

um 1900 = Levi`s, Wrangler und Lee beherrschen den US-Jeans-Markt.

ab 1920 = Die Bezeichnung „Blue Jeans“ bürgert sich ein, Gürtelschlaufen kommen auf (vorher wurden Jeans von Hosenträgern gehalten).

ab 1950 = Der Hollywood-Film verewigt das Mythos der Blue Jeans auch im Film (u.a. James Dean).

ab 1980 = Die Jeans werden gesellschaftsfähig.

Vertiefende Informationen finden Sie auf der Seite von Levi’s, auf inventors.about.com und auf der Seite des Museums für den US-Jeansfabrikanten Levi Strauss in Buttenheim.