Greensboro – Hier hat die amerikanische Neuzeit Geschichte geschrieben

Die Stadt ist gerade mal 200 Jahre alt. Dennoch hat Greensboro, heute die drittgrößte Stadt im US-Bundesstaat North Carolina, ihren Platz in der amerikanischen Geschichte – vor allem in der Bürgerrechtsbewegung.

Die Stadt ist gerade mal 200 Jahre alt, viele historische Monumente kann man hier also nicht unbedingt erwarten. Aber dennoch hat Greensboro, heute die drittgrößte Stadt im US-Bundesstaat North Carolina, ihren Platz in der amerikanischen Geschichte – vor allem in der Bürgerrechtsbewegung.

Hier fand das erste „Sit-in“ statt, mit dem schwarze Amerikaner ihre Gleichstellung mit den Weißen einforderten. Das lief noch vergleichsweise friedlich ab. Doch nur knapp 20 Jahre später war Greensboro in North Carolina auch Schauplatz eines Massakers, bei dem schwarze Bürger Opfer des Ku-Klux-Klan wurden und ihr Leben verloren. Auch, wenn die Tat erst spät und nicht vollständig gesühnt wurde, hat sich das Leben zwischen Schwarzen und Weißen in Greensboro normalisiert und so einen unproblematischen Alltag ermöglicht. Für Reisende bedeutet das, dass sie mit Greensboro einen Teil einer Metropolregion kennenlernen, zu der auch die Städte Winston-Salem sowie Highpoint gehören und in der inzwischen rund 1,6 Millionen Menschen zuhause sind.

Nicht selten wird auf diese drei auch als „Piedmont Triad“ Bezug genommen. Willkommen zu einer Reise in das authentische, durchschnittliche Amerika von heute.

Auf die Plätze, fertig, los!

Wenn die Schatten der Vergangenheit verblassen sollen, dann muss eine neue Generation neue Projekte in Angriff nehmen. Die Rassentrennung hat in den Sechziger und Siebziger Jahren tiefe Wunden in Greensboro gerissen, die heute zu einem Großteil vernarbt sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man im Zuge des gesellschaftlichen Wandels konsequent in Kunst und Sport investiert hat. Greensboro beherbergt heute interessante Museen und fördert junge Künstler und Kunsthandwerker aller Richtungen. Gleichzeitig kann man hier, ob Einheimischer oder Gast, spannende Sportereignisse besuchen. Ganz obenan auf der Liste stehen dabei Fußball und Baseball. Diese Begegnungen fanden früher fast ausschließlich im Greensboro Coliseum Complex (greensborocoliseum.com) statt. Inzwischen haben viele Vereine zwar ihre eigenen Spielstätten, guten Nachwuchs-Baseball aber kann man dort immer noch sehen. Darüber hinaus ist das Veranstaltungszentrum Schauplatz kultureller Veranstaltungen sowie großer Messen und Kongresse.

Landkarte

Mit Kunst und Kultur in eine bessere Zukunft

Mit rund 260.000 Einwohnern ist Greensboro die drittgrößte Stadt des US-Bundesstaates North Carolina.

Mit rund 260.000 Einwohnern ist Greensboro die drittgrößte Stadt des US-Bundesstaates North Carolina.

Besucher, die sich für Kunst begeistern, werden in Greensboro keine Langeweile bekommen. Dafür sorgt unter anderem das Weatherspoon Art Museum (weatherspoon.uncg.edu). Es wurde 1941 gegründet und besitzt heute eine der größten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst im gesamten Südosten der USA. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt auf amerikanischer Kunst, insgesamt umfasst das Spektrum aber Werke auch aus anderen Kontinenten. So kann man im „WAM“ etwa eine umfassende Sammlung japanischer Holzdrucke bewundern. Pro Jahr wartet das Museum regelmäßig mit mehr als 15 Sonderausstellungen auf, dazu kommt ein umfangreiches Programm an Aktivitäten. Auch, wenn Kinder mit von der Partie sind, lohnt sich unbedingt ein Blick in den Veranstaltungskalender.

Ein weiterer prägender Faktor des Kulturlebens in der Stadt ist das Greensboro Ballett. Die Truppe, die im Carolina Theatre of Greensboro (hcarolinatheatre.com) auftritt, ist die einzige professionelle klassische Tanzformation in der gesamten Metropolregion. Sie wurde in den frühen Sechziger Jahren gegründet und genießt einen sehr guten Ruf.

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Ohne Menschenrechte geht es nicht

Die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten liegen zwar mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, in Greensboro aber sind sie nach wie vor deutlich greifbar. Das liegt nicht zuletzt am International Civil Rights Center and Museum (sitinmovement.org), das sich im Gebäude eines ehemaligen Woolworth-Kaufhauses befindet. Die Lage ist kein Zufall. Es war am 1. Februar 1960, einem Montag, dass vier schwarze Studenten dort im Schnellrestaurant etwas zu Mittag essen wollten. Das war allerdings für „whites only“, bediente also ausschließlich Weiße. Die Studenten wollten sich davon nicht länger abschrecken lassen und bestanden darauf, wie überall sonst im Laden auch dort als vollwertige Kunden (und Menschen) behandelt zu werden. Am nächsten Tag taten es ihnen bereits 20 Studenten nach. Das Beispiel machte Schule. Die „sit-ins“ wurden bald überall in den USA praktiziert und schwappten während der Studentenbewegung auch nach Europa über. Übrigens, das ursprüngliche Lunch-Restaurant mit den originalen Stühlen, auf denen Franklin McCain, Joseph McNeil, Ezell Blair und David Richmond mutig das erste sit-in abhielten, ist nie abgerissen worden und bildet heute das emotionale Herzstück des Museums.

Tief Luft holen bitte!

Greensboro wird von einem subtropischen Klima beeinflusst, da kann es also durchaus warm und feucht werden. Wenn das der Fall ist, dann bieten nicht nur klimatisierte Einkaufszentren Erleichterung. Die Stadt verfügt auch über eine Reihe von schönen Parks und anderen Freiluftanlagen, die zum Luft schnappen und Entspannen einladen. Allen voran sei der Botanische Garten „The Bog Garden“ genannt. Er ist bei freiem Eintritt täglich geöffnet und bietet neben einem kleinen See nebst Wasserfall eine große Pflanzen- und Vogelvielfalt. Etwas kultivierter im ursprünglichen Sinn des Wortes präsentiert sich der „Tanger Family Bicentennial Garden“. Die Anlage bietet neben viel Grün und einer großen Blumenpracht auch diverse Skulpturen.

Greensboro in aller Kürze

  • Im Greensboro Coliseum Complex (1921 West Gate City Boulevard) finden große Sport- und Kulturveranstaltungen statt
  • Das Weatherspoon Art Museum (500 Tate Stree/Ecke Spring Garden) zeigt moderne und zeitgenössische Werke
  • Ballettaufführungen im Carolina Theatre of Greensboro (310 South Greene Street)
  • Im heutigen International Civil Rights Center and Museum (134 S. Elm Street) fand das erste Sit-in der Bürgerrechtsbewegung statt
  • Entspannen im Botanischen Garten „The Bog Garden“ (1101 Hobbs Road)
  • Tanger Family Bicentennial Garden (1105 Hobbs Road)

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