Nationalparks in den USA – 210.000 km² Natur

Die Nationalparks in den Vereinigten Staaten glänzen durch unendliche Weiten natürlicher Schönheit.

Die Nationalparks gehören aus der Sicht des Touristen fraglos zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Staaten überhaupt. Es gibt auf der Erde kaum ein anderes Land, das einen derartigen Reichtum an Vielfalt und Größe an geschützten Naturlandschaften aufweist.

Die Parks sind fast immer zumindest mit dem Auto leicht erreichbar und man muss auf westlichen Touri-Standard meist nicht verzichten. Touristische Infrastruktur findet sich entweder in den Parks selbst oder in unmittelbarer Nähe. Dieses auf den ersten Blick Angenehme ist zugteich allerdings auch die Bedrohung der Parks: die touristischen Massen nehmen in der Hauptsaison zeitweise Überhang, so dass Zugangsbegrenzungen bestehen können. Ein angemessener Ausgleich zwischen Naturbelassenheit und Genuss der Natur ist schwer zu finden. Dennoch: wo auf der Welt sonst kann man mit dem Auto bis in die Tundra fahren (Rocky Mountain Nationalpark), nach kurzen Fußwegen Vulkanen in den Schlot schauen (Hawaii) oder Alligatoren fast am Wegesrand begegnen (Everglades Nationalpark)?

Der Onlineversandhandel Amazon bietet zu diesem Thema interessante Produkte. Zum einen sind viele Bücher verzeichnet, welche einem die verschiedenen Nationalparks näher bringen. Aber auch über DVDs und wunderschöne Wandkalender verfügt Amazon. Jeden Monat ein neues Foto aus einem anderen Nationalpark an der Wand begutachten zu können ist sicherlich keine schlechte Idee.

Auf USATipps.de verzeichnete Nationalparks

Angefangen hat alles damit, dass 1872 der Yellowstone Nationalpark unter Naturschutz und staatliche Aufsicht gestellt wurde. Heute haben über 50 Parks in den USA diesen Status und jede typische amerikanische Landschaftsform ist in einem Nationalpark wiederzufinden. Die Größe der einzelnen Nationalparks ist recht unterschiedlich, für europäische Besucher allerdings meist beachtlich. Alle Parks zusammengenommen sollen die Größe der Schweiz fast um das Fünffache übertreffen. Dabei ist der überwiegende Teil der Parks naturbelassen und “wilderness area“, lediglich etwa 5 % des gesamten Terrains ist durch Straßen, Übernachtungsmöglichkeiten usw. touristisch erschlossen. Derzeit (2013) gibt es 59 offizielle Nationalparks mit einer Fläche von zusammen 210.000 Quadratkilometern.

National Park Service

Der Acadia-Nationalpark in Maine ist bekannt für seine Felsküste und seine raue Landschaft.

Der Acadia-Nationalpark in Maine ist bekannt für seine Felsküste und seine raue Landschaft.

Alle Nationalparks unterstehen einer Abteilung des US-Innenministeriums, dem National Park Service. Repräsentant vor Ort ist der Superintendent, dem die Ranger des Parks zugeordnet sind. Die Rangertragen Uniform und einen breitkrempigen Hut und sind damit leicht auszumachen. Sie sind die Ansprechpartnerinnen und -partner für jeden Besucher (ask a ranger) und wandelndes Auskunftsbüro und Nothelfer in einer Person. Wir haben mit den Rangern ausnahmslos positive Erfahrungen gesammelt; ihre Geduld, auch auf immer wiederkehrende Fragen hilfsbereit zu antworten, ist bewundernswert.

Der National Park Service ist nicht nur für die Nationalparks, sondern auch für weitere landschaftlich, geologisch, historisch oderarchäologisch schützenswerte Objekte zuständig. Eine Liste der möglichen Schutzgebiete und -objekte finden Sie hier. Er ist jedoch nicht zuständig für die State Parks, die im Eigentum des jeweiligen Bundesstaats sind und von dort verwaltet werden.

Auskunft

Schriftliche Auskünfte zu den vom National Park Serviceverwalteten Gebieten und Objekten erhält man, indem man an den jeweiligen “Superintendent“ schreibt. Erste Informationsquelle sind hier die umfangreichen Seiten des National Park Service im Internet. Hier kann man die Parkanschrift nachlesen, teilweise Informationen auch schon per e-mail abfordern. Alle Nationalparks und viele weitere betreute Objekte sind detailliert beschrieben. Hier findet man Öffnungszeiten, empfohlene und mögliche Aktivitäten, Beschreibungen der vorhandenen touristischen Infrastruktureinrichtungen, Lagepläne, Warnhinweise und vieles mehr. Die Informationen sind sachbezogen und prägnant. Allerdingssind die Seiten vorwiegend in englisch, lediglich hinsichtlich der Hauptsehenswürdigkeiten, also der großen Nationalparks, sind auch deutsche Übersetzungen vorhanden. Links zu den Internetseiten der einzelnen Parks des National Park Service finden Sie auf der Internetseite nps.gov.

Für eine grundlegende und kenntnisreiche Information zu den einzelnen Nationalparks und etlichen Nationalmonumenten auf deutsch gibt es eine sehr empfehlenswerte Homepage von Fritz Hohermuth und Marianne Hohermuth-Runge aus der Schweiz.

Der Badlands-Nationalpark liegt im Südwesten South Dakotas.

Der Badlands-Nationalpark liegt im Südwesten South Dakotas.

Die Website basiert auf einem als Buch erschienenen Naturführer der beiden Autoren, das allerdings in Neuauflage gegenwärtig leider nicht erhältlich ist. Auch wer mit den englischen Seiten des National Park Service keine Probleme hat, sollte hier vorbeischauen. Gerade die Hinweise zu Tierbeobachtungsmöglichkeiten sind sehr hilfreich. Eine sehr gute Übersicht zu den Nationalparks und weiteren US-Parks bietet auch die englischsprachige Homepage usparks.about.com. Alle beschriebenen Parks und Parkeinrichtungen sind auf der Seite Travelplanner alphabetisch aufgelistet. Eine Übersicht aller verfügbaren Fotos des National Park Service (als hochklassige Foto-CD oder im jpeg.Format) gibt die Internetseite: nps.gov.

Schutzgebiete und -objekte

Zu den Schutzgebieten und -objekten, die dem National Park Service unterstehen, gehören begrifflich insbesondere folgende:

Amerikanische Bezeichnung Abkürzung Umschreibung
National Parks NP Nationalparks, in der Regel große Gebiete mit landschaftlichen Sehenswürdiqkeiten
National Monuments NM Kleinere Gebiete mit landschaftlichen, geologischen, historischen oder kulturellen Sehenswürdigkeiten
National Preserves N PRES Gebiete zum Schutz eines Naturdenkmals
National Lakeshores and Seashores NL NS Geschützte natürliche See- und Meeresufer
National Historic Sites NHS Historisch bedeutsame Stätten
National Rivers NR Geschützte natürliche Flüsse und Flusslandschaften
National Recreation Areas NRA Erholungs- und Naherholungsgebiete
National Scenic Trails NST Geschützte Wanderwege durch schöne Landschaften
National Forests NF Staatliche Wälder
National Grasslands NG Prärien
National Battlefields NB Historische Schlachtfelder
National Memorial N MEM Nationale Gedächtnisstätte

Eintritte

Eine Vielzahl der Nationalparks kann nur gegen Eintritt besucht werden. Dieser wird entweder nach der Personenzahl oder je Auto (unabhängig von der Anzahl der Insassen) bemessen und ist von Park zu Park, von Objekt zu Objekt unterschiedlich. Seit einigen Jahren gibt es den , der ein ganzes Jahr lang gültig ist und zum Besuch aller Nationalparks berechtigt.

Wer neben Nationalparks auch Monuments, Historic Sites, Recreation Areas und National Wildlife Refuges besuchen möchte, der kann sich den Annual Pass kaufen und hat dann auch bei diesen Einrichtungen freien Eintritt. Den „America the Beautiful – the National Parks and Federal Recreational Lands Pass“ gibt es zum Preis von 80 US-Dollar pro Jahr.

Für diesen Pass gelten folgende Regelungen:

  • Er gilt für alle gebührenpflichtigen öffentlichen Gebiete der folgenden Bundesbehörden
    • National Park Service
    • Fish and Wildlife Service
    • Bureau of Land Management
    • Bureau of Reclamation
    • USDA Forest Service
    • US Army Corps of Engineers
  • Die Laufzeit beträgt ein Jahr ab dem Monat des Kaufs zum Preis von 80 $
  • Abgegolten ist der Eintritt für den Passinhaber und
    • entweder alle Insassen eines Privatautos
    • oder – ohne Auto – bis zu drei weitere Erwachsene (Personen ab 16 Jahren, bis 16 Jahre wird kein Eintritt erhoben)
  • Der Pass ist an die Person desjenigen gebunden, der ihn gekauft hat. Sein Name ist auf dem Pass vermerkt. Eine Übertragung auf eine andere Person ist nicht zulässig. Es kommt vor, dass man bei Vorlage des Passes auch um den Nachweis der Identität durch einen entsprechenden Ausweis gebeten wird (Pass, Personalausweis, Führerschein).

Der Pass kann online erworben werden: https://store.usgs.gov/pass.

Der Big-Bend-Nationalpark befindet sich im Süden von Texas an der Grenze zu Mexiko.

Der Big-Bend-Nationalpark befindet sich im Süden von Texas an der Grenze zu Mexiko.

Tipp: Der America the Beautiful Pass ist preislich besonders interessant, wenn man auf seiner Reise mehrere Parks besuchen will bzw. mit mehreren Personen in einem Pkw unterwegs ist. Besonders auf Reisen in den Westen und Süd-Westen der USA lässt sich der Besuch mehrerer Nationalparks einplanen. Mit dem Pass ist dann auch der Besuch kleinerer Parks preislich lukrativ und bereitet manche Urlaubsüberraschung. Auch zum Campen auf öffentlichen Plätzen z.B. des U.S. Forest Service ist der Pass zweckdienlich. Ausschließlich für Staatsbürger der USA gibt es folgende Pässe: Senior-Pass ab dem 62. Lebensjahr zum Preis von 10 $, lebenslang gültig & Access-Pass für Behinderte, kostenlos, lebenslang gültig.

Wer seinen Pass nicht im vorhinein erworben hat, zahlt den Eintritt bei Einfahrt in den Park bzw. beim Besuch des entsprechenden Objekts. Meist führt die Parkstraße also an einem Kassenhäuschen vorbei, in dem ein Ranger „kassiert“. Ohne das Auto zu verlassen, wird abgerechnet: entweder zahlt man den bzw. die Eintrittspreise des Parks oder verlangt gleich beim ersten Park den America the Beautiful Pass (den man bei weiteren Parkbesuchen oder bei Wiedereinfahrt nur noch – zusammen mit einem Ausweis – vorzeigt). Bezahlt wird bar oder mit Kreditkarte.

Bei fast allen Parks erhält man nach Zahlung des Eintritts bzw. bei Vorlage des Passes usw. ein Faltblatt mit Informationen zum Park, ggf. auch eine ergänzende Parkzeitung kostenlos. In den „großen“ Parks sind diese Informationen auch auf deutsch erhältlich. Da hierin die Hauptsehenswürdigkeiten und deren Lage sowie etwaige Veranstaltungszeiten der Ranger sowie Öffnungszeiten weiterer Einrichtungen verzeichnet sind, sollte man diese Informationen nicht ablehnen. Hat man die Broschüren bei Einfahrt nicht erhalten, kann man sie meist noch im Visitor Center bekommen.

Kraft gesetzlicher Regelung verbleiben 80 % des erhobenen Eintrittspreises im erhebenden Nationalpark und werden für dessen Aufgaben verwandt. Die verbleibenden 20 % der Einnahmen kommen allen Nationalparks zu Gute, auch solchen, die keinen Eintritt erheben. In 2015 wurden in rund 200 von circa 400 Parks, Monuments usw. Eintrittsgebühren erhoben. Von den 59 Nationalparks hatten 22 weniger als eine halbe Million Besucher in 2014. 11 Parks hatten allerdings auch Besucherzahlen von je 2 bis 10 Millionen jährlich. Mit 10 Millionen Besuchern war der Great Smoky Mountains Nationalpark in Tennessee und North Carolina der am häufigsten frequentierte. Der Eintritt ist frei!