San Francisco verbietet Coffee-To-Go-Becher

Um die immer größer werdenden Müllberge in den Griff zu bekommen, hat die Stadt San Francisco zum 1. Januar 2017 ein Verbot ausgesprochen: Unter anderem werden Coffee-To-Go-Becher aus der Stadt verbannt.

Um die immer größer werdenden Müllberge in den Griff zu bekommen, hat die Stadt San Francisco zum 1. Januar 2017 ein Verbot ausgesprochen: Unter anderem sind dann Coffee-To-Go-Becher verboten.

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In Deutschland werden 2,8 Milliarden Becher pro Jahr verbraucht | Viele Kaffeehäuser bieten Rabatt für Kunden mit Mehrwegbechern

Wer kennt sie nicht, die vielen Coffee-To-Go-Angebote? Es ist ja schließlich ziemlich einfach, seinen Kaffee bequem unterwegs trinken zu können. Wenn doch nur die Umwelt nicht so sehr darunter leiden würde. Kaffeebecher aus Plastik und Styropor-Verpackungen, wie sie zum Beispiel bei Fastfood eingesetzt werden, sind in San Francisco ab dem 1. Januar 2017 verboten. Damit möchte die Metropole im US-Bundesstaat Kalifornien den riesigen Müllbergen trotzen. Schon vor einiger Zeit berichteten wir darüber, dass San Francisco bis 2020 müllfrei werden will. Jetzt macht die Stadt Ernst.

In Deutschland werden 2,8 Milliarden Becher pro Jahr verbraucht

Schon 2007 hatte San Francisco, ähnlich wie viele andere US-Städte, den Einsatz von Polystyrol in Behältern zum Mitnehmen verboten. Der Verbot von Styropor ist nun ein wichtiger Schritt in Richtung Müllfreiheit. Vor allem, weil Styropor gefährlich für Tiere sei und Gewässer verschmutze, passt die Stadt ihre Regeln an. Viele Meereslebewesen und Seevögel nehmen den Kunststoff zu sich und verenden teilweise sogar daran. Ab dem 1. Januar 2017 sind in der kalifornischen Stadt weder Kaffeebecher aus Plastik, noch Styropor-Verpackungen erlaubt. Jeder, der hierzulande Fastfood-Gerichte isst, der fragt sich: „Warum? Ist doch alles aus Pappe.“ Ja, hierzulande schon. Doch in den USA ist der Einsatz von Styropor weit verbreitet. Dort landet der gefährliche Müll oft auf Deponien, in der Natur oder sogar in Gewässern. Allein in Deutschland werden pro Jahr rund 2,8 Milliarden Becher verbraucht, was bedeutet, dass jeder Deutsche ganze 34 Becher pro Jahr in den Müll wirft.

Durch die Aufnahme von kleinsten Plastikteilen verenden viele Meerestiere.
Durch die Aufnahme von kleinsten Plastikteilen verenden viele Meerestiere.

Doch nicht nur der durch die To-Go-Becher entstehende Müll ist gewaltig. Auch die Menge an Energie, die für die Produktion der Becher benötigt wird, ist enorm. Laut Deutscher Umwelthilfe wird hierzulande so viel Strom benötigt, dass eine Stadt wie Schwerin (rund 92.000 Einwohner) rund ein Jahr damit auskommen würde. Auch das benötigte Wasser ist ein großes Problem. Rund 1,5 Milliarden Liter werden gebraucht – eine Menge, die für eine mittlere Kleinstadt rund ein Jahr lang ausreichen würde. Und eigentlich kommt es noch dicker. Denn die Zahlen zur Herstellung der Deckel, der Stäbchen zum Rühren und der Manschetten sind darin nicht enthalten. Zwar sind wir in Deutschland bezüglich des Themas Recycling deutlich weiter als die USA: Aber auch hierzulande können die Becher nicht recycelt werden, weil sie von innen mit Kunststoff beschichtet sind. Hier könnten Sie argumentieren: „Dafür gibt es eine Wertstofftonne!“ Klar! Aber glauben Sie wirklich, dass die Becher auch dort landen? Wohl kaum.

Viele Kaffeehäuser bieten Rabatt für Kunden mit Mehrwegbechern

Schon in New York sind die Wegwerfbecher aus Polystyrol verboten und der Mehrwegbecher gehört zum Standard-Repertoire. Eine Entwicklung, welche sich auch in Deutschland durchzusetzen scheint. Viele Bäckereien und große Kaffeehäuser haben nichts dagegen, wenn der Kunde mit einem Mehrwegbecher vor der Theke steht. Bei Starbucks gibt es dafür sogar 30 Cent Rabatt, bei Balzac sind es 5 Cent weniger. Auch Tchibo ist auf das Problem aufmerksam geworden und prüft ein Pfandsystem für Kaffeebecher.

Zu dem Verbot in San Francisco gehören außerdem Verpackungschips, Wasserspielzeuge und Kühlboxen, Bojen sowie Flöße aus Styropor. Styroporschalen für Fleisch und Fisch sind ab dem 1. Juli 2017 verboten.