Dali Museum – Die größte Privatsammlung Dalis

Das Dali Museum ist größte Privatsammlung von Werken des spanischen Malers und Surrealisten Salvador Dali.

Die größte Privatsammlung von Werken des spanischen Malers und Surrealisten Salvador Dali liegt im Hafenviertel von St. Peterburg. Das Museum enthält 95 Original-Ölgemälde, 6 der weltweit 18 mindestens 1,50 m hohen Meisterwerke des Künstlers, 100 Aquarelle und Zeichnungen sowie 1.300 Grafiken, Skulpturen, Fotos und Dokumente, außerdem ein umfängliches Archiv.

1 Dali Boulevard, St. Petersburg, FL 33701, Vereinigte Staaten, +1 727-823-3767, geöffnet Montag bis Samstag 9.30 – 17.30, Sonntag 12 – 17.30 Uhr, geschlossen Thanksgiving und 25. Dezember

Regelmäßig finden kostenlose Führungen statt, an die teilzunehmen sich lohnt, da die Werke aus verschiedensten Gesichtspunkten und Zusammenhängen kommentiert werden. Als Künstler beschränkte sich Salvador Dali nicht allein auf eine einzige Stilrichtung oder auf nur ein Medium. Von den frühen impressionistischen Gemälden über die Werke des Übergangs und des Surrealismus bis in seine "klassische" Periode, dokumentiert sein Lebenswerk einen sich ständig entwickelnden und wachsenden Künstler. Dali verwandte alle Medien und hinterließ der Nachwelt einen Reichtum an Ölgemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen, Schmuckstücken und Gegenständen aller Art. Dalis unerreichter Scharfblick und seine symbolische Komplexität fallen gleichermaßen ins Auge, egal ob es sich um ein Werk handelt, das aus reiner Inspiration entstanden ist, oder um ein Werk, das er im Auftrag ausgeführt hat. Vor allem aber zeichnete sich Dali durch seine Fähigkeit zu entwerfen aus. In seiner hervorragenden Eigenschaft als schaffender Künstler wird er immer ein Maßstab der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts sein.

Die eifrigsten – und auch gelehrtesten – Sammler von Dalis Werken sind A. Reynolds und Eleanor R. Morse. Mit dem Erwerb von Daddy Longlegs of the Evening – Hope! im Jahr 1942, begann für Herrn und Frau Morse eine lebenslange Beziehung zu Dali und Gala, die sich unter anderem auf gemeinsame Ferien, Vorlesungen und Diskussionen, sowie zahlreiche Ausstellungen erstreckte. Die Morse Sammlung, die zur größten der Vereinigten Staaten anwuchs, ist konkurrenzlos in Umfang und Vielfältigkeit. Die Sammlung wurde ursprünglich in einem Flügel von Morses Bürogebäude ausgestellt, dann aber 1980 der Bevölkerung Floridas gestiftet. Im März 1982 wurde dann das Dali Museum in St. Petersburg eröffnet. Das Museum gab der Sammlung eine feste Bleibe und bot der Öffentlichkeit die einzigartige Möglichkeit mehr über diesen Künstler aus Katalonien und sein Werk zu erfahren.

Salvador Dali (1904-1989)

"The Basket of Bread" war eines der Bilder Salvador Dalis.

„The Basket of Bread“ war eines der Bilder Salvador Dalis.

Salvador Felipe Jacinto Dali i Domenech wurde am 11. Mai morgens um 8:34Uhr in Figueres, einer kleinen ländlichen Stadt in Spanien geboren. Hier in Katalonien, in den Ausläufern der Pyrenäen, nur sechsundzwanzig Kilometer von der französischen Grenze entfernt, verbrachte er seine Kindheit. Die Dali Familie besaß ein Ferienhaus im Fischerdorf Cadaques am Mittelmeer, wo ihm seine Eltern sein erstes Studio einrichteten. Später wohnte er zusammen mit Gala im nahegelegenen Port Lligat. Viele seiner Gemälde spiegeln seine Liebe zu dieser Gegend Spaniens wieder.

Der junge Dali besuchte die San Fernando Kunstakademie in Madrid. 1925, während seiner ersten Vernissage in Barcelona, wurde seinem Talent frühe Beachtung geschenkt. Als nur drei Jahre später, drei seiner Bilder auf der internationalen Carnegie Ausstellung in Pittsburgh gezeigt wurden, gewann er internationale Anerkennung. Eines dieser Bilder war The Basket of Bread, das sich nun in der Sammlung des Salvador Dali Museums befindet. Im folgenden Jahr, 1929, eröffnete Dali seine erste Pariser Vernissage. Und noch im selben Jahr lernte er Gala Eluard kennen, die mit ihrem Mann, dem Dichter Paul Eluard, Cadaques besuchte. Sie sollte Dalis Geliebte werden, seine Muse, seine Managerin und die Hauptquelle seiner Inspiration.

1930 kam Dali wieder nach Paris, wo er einer der Pariser Surrealisten wurde, die sich um den Autor Andre Breton gruppierten. Er wurde eine der führenden Persönlichkeiten des Surrealismus, und sein Gemälde Persistence of Memory (1931) ist noch immer eines der bekanntesten surrealistischen Gemälde. Als jedoch der Krieg näher rückte, entzweite sich der unpolitische Dali mit den übrigen Surrealisten und wurde von ihnen während einer Verhandlung 1934 ausgeschlossen. Obgleich er während des ganzen Jahrzehnts Werke in internationalen Ausstellungen ausstellte, war er 1940 soweit, eine neue Richtung einzuschlagen; seine "klassische" Periode hatte begonnen.

Während des zweiten Weltkrieges flohen Dali und Gala aus Europa und verbrachten die Jahre 1940-48 in den Vereinigten Staaten. Diese Jahre waren von großer Bedeutung für den Künstler. Das Museum of Modem Art in New York gab 1941 Dali seine erste Retrospektive. Darauf folgte die Veröffentlichung seiner Autobiographie, The Secret Life of Salvador Dali. Mit der Abwendung vom Surrealismus und dem Beginn seiner klassischen Periode, begann Dali seine Reihe der achtzehn Meisterwerke – große Gemälde, die oft wissenschaftliche, historische oder religiöse Themen zum Inhalt haben. Unter den bekanntesten finden sich The Sacrament of the Last Supper (National Gallery, Washington, D.C.), The Discovery of America by Christopher Columbus und Hallucinogenic Toreador sind beide in der Sammlung des Museums.

1974 eröffnete Dali das "Teatro Museo Dali in Figueres, Spanien. Dem folgten Retrospektiven in Paris und London gegen Ende des Jahrzehnts. Nach dem Tod seiner Frau Gala, im Jahr 1982, verschlechterte sich Dalis Gesundheit zusehends, nachdem er 1984 bei einem Feuer in seinem Heim in Pubol Brandverletzungen erlitt. Zwei Jahre später wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt. Die meiste Zeit seiner letzten sechs Jahre verbrachte Dali in Abgeschiedenheit, zuerst in Pubol und später in seiner Wohnung, angrenzend an das Teatro Museo in Torre Galatea. Salvador Dali starb am 23. Januar 1989 in Figueres an Herzversagen und Atemsbeschwerden.

Frühe Werke 1914-1927

1974 eröffnete Dali das "Teatro Museo Dali in Figueres, Spanien.

1974 eröffnete Dali das „Teatro Museo Dali in Figueres, Spanien.

Cadaques (1923): Das Bild ist der Blick auf Cadaques von den Felsterrassen über dem Haus der Dalis. Impressionistische Einflüsse zeigen sich in dem Hauch von Cezanne in der Landschaft. Die untersetzten Mädchen im Vordergrund erinnern an Picassos Frauen. Ein Freizeitballon, der sich über die Landschaft erhebt, und ein winziges weißes Segelboot in der Bucht darunter erzeugen Leichtigkeit und Räumlichkeit.

Selbstporträt (Figueres) 1921: Dieses Selbstporträt weist darauf hin, daß Dali einem breiten Spektrum von Einflüssen ausgesetzt war, wie zum Beispiel den Werken Rembrandts. Das Werk ist auf Sackleinen gemalt, die der junge Dali manchmal von den Abeckungen abschnitt, die dazu dienten, das Holz der Fischerboote vor dem Austrocknen zu bewahren. Der Künstler stellt sich hier mit einem schwarzen Schlapphut und einer Pfeife seines Vaters dar, so wie er in einer Theatervorstellung in Figueres auftrat. Während seiner Schulzeit trug er oft ein langes Cape und Knickerbocker, um sich ein extravagantes Image zu verschaffen. Dalis Exzentrizität entwickelte sich in jungen Jahren unter seinem Versuch, eine von seinem Bruder gesonderte Identität zu erlangen, der auch Salvador geheißen hatte und 10 Monate vor Dalis Geburt gestorben war. Als Dali aufwuchs, verglichen ihn seine Eltern ständig mit seinem verstorbenen Bruder. Mit seinem überspannten Verhalten kämpfte Dali gegen diese Gleichsetzung an.

Übergangsperiode (1928)

Beigneuse (1928): Der Titel des Gemäldes ist möglicherweise ein Wortspiel und bezieht sich auf das französische Wort "beignet," ein Eierkuchen, der in den Straßen Spaniens verkauft wurde, und der sich grob in der Gestalt dieses Gemäldes wiederspiegelt. Die Verwendung von Kies war ein Protest gegen die Beschränkungen der traditionellen Kunst und erfüllte das Verlangen des Künstlers mit Strukturen zu experimentieren.

Surrealismus (1929-1940)

Oeufe sur le Plat sans le Plat (1932): "Spiegeleier, ohne Teller" entstand aus einer Erinnerung aus dem Mutterleib. Nach Dalis eigenen Worten, erinnerte er sich an seine Existenz im Mutterleib, "als ob es gestern gewesen wäre …" Seine ganze Freude gaben ihm seine Augen, und seine großartigste Vision im Mutterleib war die von "zwei Eiern, gebraten in einer Pfanne, ohne Pfanne." In diesem Gemälde hat Dali die Vision in den Farben, die er gesehen hatte, reproduziert: "rot, orange, gelb und bläulich, die Farben von Flammen …" Im Hintergrund sind die bemerkenswerten Farben von Kap Creus verstärkt durch ein dämmriges Leuchten. Er vergleicht den Glanz der Eier mit Galas bohrendem Blick. Das schwebende Ei stellt den Embryo dar. Die tropfende Uhr, die nahe an der Wand hängt, ist eine interessante Variation der "weichen Uhr," und repräsentiert die flüssige Eigenschaft der Zeit und ihre Bedeutungslosigkeit.

The Weaning of Furniture – Nutrition (1921) (Das Entwöhnen der Möbel – Nahrung): Die Verwendung des Wortes "weaning (entwöhnen)" im Titel des Werks gibt einen Hinweis auf die Identität der alten Frau und den Grund, warum Dali sie porträtiert hat. Das Gemälde stellt Dalis Kindermädchen Lucia dar, der er sehr verbunden war. Sie posiert als ein Netzflicker am Strand von Port Lligat. In dieser Hinsicht ist es ein Doppelbild, das beides darstellt: sein Kindermädchen und den Netzflicker. Es kann aber auch interpretiert werden als das Kindermädchen herausgenommen (oder entwöhnt) aus ihrer gewohnten Umgebung und hineingestellt in die fremde Umgebung des Netzflickers. Als Kind hatte Dali sein Kindermädchen sehr stark mit Tischen und Flasche in Verbindung gebracht und hielt diese Gegenstände für einen integralen Teil ihrer Persönlichkeit. Als paranoisch-kritischer Maler porträtiert er diese Beziehung.

Archeological Reminiscence of Millet’s Angelus (Übersetzt: Archäologische Erinnerung an Millets Angelus) ist ein bekanntes Bild Dalis.

Archeological Reminiscence of Millet’s Angelus (Übersetzt: Archäologische Erinnerung an Millets Angelus) ist ein bekanntes Bild Dalis.

Archeological Reminiscence of Millet’s Angelus (1933-35) (Archäologische Erinnerung an Millets Angelus): Millets Angelus faszinierte Dali so sehr, dass er geradezu davon besessen war. Diese Besessenheit brachte ihn dazu, eine ganze Reihe von paranoisch-kritischen Interpretationen herzustellen, die die AngelusThematik behandeln. Er schrieb darüber in The Tragic Myth of Millet’s Angelus-(1932) worin er die These publizierte, dass das eigentliche Thema des Angelus nicht die ehrfurchtsvolle Haltung des Abendgebets war, sondern sexuelle Repression. Dreißig Jahre später (1963) wurde Dalis Verdacht bestätigt. Eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen ergab, daß Millet ursprünglich den Sarg mit dem verstorbenen Sohn der Bauern gemalt hatte, was Millet selbst später übermalte. So hatte Dalis übermäßiges Besessensein von diesem Gemälde zu einer wirklich bemerkenswerten Entdeckung geführt.
In Dalis Gemälde sind die Angelus-Personen als zwei Turm-Ruinen dargestellt, die in der vom Mond beschienenen Ebene von Ampurdan stehen. In seiner Kindheit verband Dali Angelus immer mit seinen Träumereien in der Dämmerung. Der fremdartige silberne Mondschein unterscheidet dieses Gemälde von anderen Werken Dalis.

Old Age. Adolescence. Infancy (The Three Ages) (1940) (Alter, Jugend, Kindheit – die drei Altersstufen): Dali verwendet Doppelbilder, um die allegorischen Gesichter von Alter, Jugend und Kindheit zu schaffen. In den Öffnungen, die gleichzeitig die Gesichter darstellen, kann man einen flüchtigen Blick von Port Uigat erhaschen. Die Idee für diese Öffnungen hat Dali von den alten Bögen in den Ruinen von Ampurias. Der gesenkte Kopf der Gestalt auf der linken Seite stellt gleichzeitig die Augen des Alters dar. Der Rest dieser Gestalt bildet die Nase und den Mund. Mund und Nase der Jugend werden von dem Rücken von Dalis Kindermädchen gebildet Die Augen erscheinen in den einzeln stehenden Häusern von Cadaques. Eine Fischerfrau, die ein Netz flickt (rechts im Bild), bildet das kaum erkennbare Gesicht der Jugend.

Slave Market with the Disappearing Bust of Voltaire (1940) (Sklavenmarkt mit der verschwindenden Büste Voltaires): Dieses Werk verkörpert ein Beispiel der plötzlichen paranoisch-kritischen Halluzinationen, die Dali im Halbschlaf befielen. Es wird hier ein Raum-Zeit-Konzept angewandt. Die leiseste Bewegung oder die kleinste Zeitverschiebung würde die Anordnung der Personen untereinander verschieben, so dass das Gesicht verschwinden würde. 1971 wurde dieser Effekt anhand dieses Bildes in der Zeitschrift Scientific American beschrieben. Dali wurde zu diesem Bild inspiriert, als er die Büste Voltaires von dem französischen Bildhauer Houdon betrachtete. Die Büste erscheint durch zufälliges Plazieren der beiden holländischen Händler. Den oberen Rand des Kopfes bildet die Felsöffnung. Die Gesichter der Händler machen die Augen aus, ihre Kragen stellen Nase und Wange dar. Die Fruchtschale bildet ebenfalls ein doppeltes Bild, in dem der ferne Hügel zu einer Birne wird und der Hintern des dabeistehenden Mannes ein Apfel. Nach Dali ist die zuschauende Sklavengestalt wahrscheinlich Gala.

Klassische Periode (1943-1989)

Disintegration of the Persistence of Memory: Eines der berühmtesten Gemälde Dalis und des Surrealismus überhaupt.

Disintegration of the Persistence of Memory: Eines der berühmtesten Gemälde Dalis und des Surrealismus überhaupt.

Disintegration of the Persistence of Memory (1952-54) (Zerfall der Beständigkeit der Erinnerung): Eines der berühmtesten Gemälde Dalis -und des Surrealismus überhaupt – ist Persistence of Memory (Beständigkeit der Erinnerung), 1931. Nachdem Gala jenes frühere Werk gesehen hatte, das Dali an einem einzigen Nachmittag fertiggestellt hatte, bemerkte sie: "Niemand, der dieses Bild gesehen hat, wird es je vergessen können." Im Gegensatz zu jenem Gemälde von 1931, integriert Dali die Entwicklungen unserer Zeit in das Germälde, Disintegration. Das Werk zeigt die durch das Atomzeitalter veränderte Welt. Die Blöcke repräsentieren die atomare Kraftquelle. Das zerfließende Etwas ist ein großer Felsen bei Kap Creus, den Dali "den großen Masturbator" nannte. Die wiedererscheinenden Felsen über der Bucht von Cullero und der verlassene Ölbaum verbinden die Szene mit seinen früherem Gemälden von Kap Creus. Es greift eine wichtige Tatsache aus dem Leben des zwanzigsten Jahrhunderts auf: Entdeckungen der Kernforschung haben die Gelassenheit von Port Uigat und der ganzen Welt aufgewühlt.

Meisterwerke (1948-1970)

Zwischen 1948 und 1970 hat Salvador Dali mindestens 18 große Ölgemälde fertiggestellt – seine Meisterwerke. Um als Meisterwerk zu gelten, musste ein Werk Dali mindestens ein Jahr lang intellektuell beschäftigt haben und seine Abmessungen mussten mindestens 150 cm in jede Richtung betragen. Die Fähigkeit des Künstlers, traditionelle Einflüsse mit modernen Ereignissen und Vorstellungen zu verbinden, sowie seine Kraft, neue Konzepte zu entwerfen, erreicht in dieser Periode seinen Höhepunkt. Das Dali Museum besitzt sechs dieser Werke.

Nature Morte Vivante (1956) (Lebhaftes Stilleben): Dieses Gemälde ist Dalis sechstes Meisterwerk und das erste, mit dem er die religiöse Thematik verließ, mit der er sich seit 1950 in seinen Gemälden befasst hatte. Er selbst bezeichnet dies ein erklärendes Gemälde, weil es die Einteilung einer Obstschale darstellt. Der sich wendende Kompottier und der botanische Blumenkohl bilden eine Spirale. Seiner fast besessenen Vorliebe für Spiralen liegen Vorläufer zugrunde, die sowohl dem Bereich des Lebens (erkennbar in dem Blumenkohl und in dem Rhinozerushorn) als auch der Architektur entstammen. Dali war eingenommen von der Spirale und sagte schon in den 40er Jahren voraus, dass sie die letzte Grundlage des Lebens verkörpere. Dies hat sich als wahr erwiesen, als Crick und Watson 1953 die spiralenförmige Struktur des DNA-Moleküls entdeckten. Das gesamte Werk ist auf ein mathematisches Raster, basierend auf dem goldenen Schnitt, aufgebaut. Die Anordnung von so verschiedenen Elementen gefällt dem Auge auf Grund der perfekten Symmetrie.

Velazquez Painting the Infanta Margarita with the Lights and Shadows of his own Glory (1958) (Velazquez beim Malen der Infanta Margarita mit Licht und Schatten seines eigenen Ruhms): Dali malte diese Interpretation der Infanta, während er sich mit dem bevorstehenden 300. Todestag des großen spanischen Malers Velazquez befasste. Die durchweg spanische Thematik des Werks verband er mit der modernen, atomar-mystischen, zerlegenden Technik der 50er Jahre. Das Gesicht der Infanta entwickelt sich aus seiner Besessenheit von der Spiralenform des Rhinozeroshorns. Dali behauptete in diesem Werk kleine Mengen von "Anti-Materie" verwendet zu haben, die sich in der Blume in Infantas Hand zeigen. Die Ansicht der Galerie in der linken oberen Ecke erinnert an ein Werk von T. Breughel (1560-1625). Der Versuch, die alten Meister und wissenschaftliche Einflüsse in einem Werk zu verbinden, ist typisch für Dali in dieser Periode. Je mehr die Thematik sein Heimatland berührt, um so heller leuchtet seine Inspiration.

The Discovery of America by Christopher Columbus (Salvador Dali).

The Discovery of America by Christopher Columbus (Salvador Dali).

The Discovery of America bv Christopher Columbus (1958): In diesem Jahr wurde Dali beauftragt, die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus zu malen. Als er dieses Werk in Angriff nahm, waren Spanien und seine führenden Künstler tief bewegt von dem bevorstehenden 300. Todestag des großen spanischen Malers Velazquez (gest. 1660). Den Anstoß zu diesem Gemälde empfing Dali von dem Werk The Surrender of Breda von Velazquez. Die Lanzen, die auf der rechten Seite jenes Gemäldes dominieren, erscheinen wieder in Dalis Kolumbus. Er verwandte diese Lanzen als wären sie Linien einer Fotogravur; ein Christusbild erscheint in diesen Lanzen. Dieses Christusbild entstammt aus seinem eigenen Gemälde "Der Christus des heiligen Johannes vom Kreuz„. Das Bild war inspiriert durch einen kosmischen Traum und durch eine Skizze des mittelalterlichen Mystikers Johannes vom Kreuz. Das Erschemen von Gala in dem Banner von Kolumbus und Dalis eigenes Erscheinen als knieender Mönch, ist ein Tribut an die Frau, der Dali seine Eroberung Amerikas verdankt. Die einzelne große Fliege unten links erinnert an die alte katalonische Legende von den Viehbremsen, die auf wundersame Weise aus dem Grab des hl. Narzissus hervorkamen, um Spanien zu beschützen und die französische Invasion in die Flucht schlugen. Das Einbeziehen dieser katalonischen Legende gibt dem Gemälde ein Hauptmotiv: Dalis These, dass Kolumbus selbst ein Katalonier, geboren in Gerona, war. Er dehnte die historische Bedeutung des Gemäldes durch den rätselhaften Seeigel im Vordergrund weiter aus. Dali erklärte Herrn und Frau Morse, dass sie dessen Bedeutung später erkennen würden. Eines Tages, im Sommer 1971 bemerkte Eleanor Morse, Dali hätte damit beabsichtigt, Armstrongs ersten Fußtritt auf dem Mond symbolisch anzudeuten – mehr als ein Jahrzehnt bevor es Wirklichkeit wurde!

The Ecumenical Council (1960) (Ökumenischer Rat): Hier zeigt sich Dalis Ansicht, dass Religion und Wissenschaft ohne surrealistische Widersprüche nebeneinander bestehen können. Gleichzeitig wird Papst Johannes XXIII für seine Bemühungen, die Kirchen durch den ökumenischen Rat zu vereinigen, geehrt. Die Krönung von Papst Johannes XXIII ist auf vier verschiedene Weisen dargestellt: dreimal in der Mitte und einmal in der rechten oberen Ecke, wo das Bild erzeugt wurde, indem der Künstler den Saugarm eines Seepolypen gegen die Leinwand drückte. Die Struktur des Gemäldes wird durch ein fast vollkommenes "X" gebildet, das die Trinität symbolisiert. Im oberen Viertel verdeckt die ausgestreckte Hand Gottes, des Vaters, dem Menschen den Blick auf sein Gesicht. Dalis ständiges Befangensein mit molekularen Partikeln zeigt sich auf der linken Seite in den Zick-Zack-Elementen, die er verwandte, um Christus, den Sohn, darzustellen. Wieder verbindet Dali Religion und Wissenschaft, indem er Elemente der Schöpfung gebraucht, um den Schöpfer darzustellen. Die dritte Person der Trinität, der Heilige Geist, wird durch die Taube und die geist-ähnliche Gestalt dargestellt. Gala ist in derselben Pose dargstellt, in der sie schon in St. Helena of Port Lligat erscheint.

Galacidalacidesoxiribunucleicacid (1963): In diesem Meisterwerk konzentriert sich Dali auf das religiöse Thema der ‚Auferstehung‘, um sein Interesse an moderner Wissenchaft und sein Bewusstsein zeitgenössischer Ereignisse auszudrücken. Der Titel des Werkes bezieht sich auf die Entdeckung des DNA- Moleküls durch Crick und Watson im Jahre 1953. Das DNA-Molekül mit seiner spiralförmigen Gestalt ist die Grundform des Lebens. Dali sprach in den frühen 50er Jahren oftmals von der Verbindung zwischen Spiralformen und dem Leben, noch bevor das DNA-Molekül entdeckt war! Der Anstoß zu diesem Werk kam durch eine tragische Springflut im Westen Barcelonas in September 1962. Diese Flut des Rio Llobregat kostete 450 Menschen das Leben und war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in Spaniens moderner Geschichte. Die überflutete Landschaft ist im Zentrum der Leinwand dargestellt. Dali verwandte das ‚Auferstehungs‘-Thema, um durch die Andeutung der Wiedergeburt den katalanischen Opfern Trost zuzusprechen. Das zyklische Thema von Geburt-Tod-Wiedergeburt wird durch die kontrastierenden Formen auf den linken und rechten Seiten des Gemäldes verstärkt. Auf der Rechten ein kubisches Gebilde, das einem Mineralmolekül ähnelt und aus Arabern zusammengesetzt ist, jede Person ein Gewehr auf seinen Nachbarn richtend. Es ist das Molekül der Selbstvernichtung. Demgegenüber enthält die linke Seite eine Struktur des DNA-Moleküls. Dieses Gebilde enthält den genetischen Schlüssel des Lebens und hat die Gestalt der spiralförmigen Doppelhelix. Auf diese Weise kontrastiert die Lebensspirale mit den Todeswürfeln. Gottes Auferstehung seines Sohnes im Zentrum des Bildes ist der Schlüssel zur Hoffnung, den Dali den katalanischen Opfern bietet.

Hallucinogenic Toreador (Salvador Dali)

Hallucinogenic Toreador (Salvador Dali)

Hallucinogenic Toreador (1969-70) – (Der halluzinöse Torrero): Dali kam die Idee für dieses Gemälde 1969 in einem Geschäft für Künstlerbedarf. Er sah das Gesicht eines Torreros in dem Körper einer Venus, die auf einer Schachtel von Venus-Bleistiften dargestellt war. In diesem Doppelbild, wiederholt sich das Bild der "Venus von Milo" mehrere Male, so dass die Schatten am Körper der Venus die Gesichtsteile des Torreros bilden. Am besten beginnt man mit dem grünen Rock: es ist die Krawatte eines Mannes. Der weiße Rock wird zu seinem Hemd. Nun folgt man der Gestalt nach oben. Ihr Unterleib wird sein Kinn, ihr Bauch sein Mund und ihre linke Brust ist seine Nase. Der rosarote Bogen bildet den oberen Rand seines Kopfes und die Arena den oberen Rand seines Hutes. Die Träne im Auge (der Nacken der Venus) fließt für den Stier. Der rote Rock der ersten Venus ist sein rotes Tuch. Der Torrero erscheint noch einmal in der gelb umrissenen Gestalt, diesmal mit erhobenen Armen bei der Übergabe des Stieres an Gala, die oben links erscheint, umgeben von Gelb. Dali malte Gala mit einem finsteren Blick, weil sie keine Stierkämpfe mag. Das Bild eines sterbenden Stieres erscheint in dem felsigen Gelände von Kap Creus, das man gerade unterhalb des roten Tuches erkennen kann. Eine große Fliege stellt das Auge dar. Was auf den ersten Blick wie eine Blutlache unter dem sterbenden Stier aussieht, ist in Wirklichkeit eine halbdurchsichtige Bucht. In dieser Bucht kann man eine Frau in einem gelben Boot ausmachen. Die scheinbare Ungereimtheit symbolisiert die "moderne Touristen-Invasion, die nicht einmal die Fliegen des hl. Narzissus aufhalten konnten!" Dali bemerkte einmal, dass er nicht all zu sehr besorgt wäre über die Entweihung seines geliebten Kap Creus, weil die Felsen "schließlich doch die französischen Touristen besiegen werden und Zeit den Unrat, den sie überall zurücklassen, beseitigen würde." Und, um die Geschichte von Dali’s Spanien zu vollenden, der kleine Junge in der Ecke, mit dem Reif und dem fossilen Knochen in der Hand, ist Dali selbst in seiner bekannten Seemannskleidung.

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