Capitol-Reef-Nationalpark – Wanderparadies mit eigenem Obstgarten

Der Capitol Reef Nationalpark in Utah wurde 1971 eingerichtet. Der Name stammt von einem Gebiet in der Nähe des Fremont River.

Nicht alle Nationalparks in den USA sind gleich immer majestätisch und atemberaubend. Aber jeder einzelne hat neben seiner schützenswerten Natur noch etwas, was ihn unverwechselbar macht. Der Capitol-Reef-Nationalpark im US-Bundesstaat Utah kann gleich mehrere solcher Alleinstellungsmerkmale für sich beanspruchen.

Der leckerste – sowohl optisch als auch geschmacklich – dürfte dabei die Tatsache sein, dass der Park seinen eigenen Obstgarten besitzt. Wobei „Garten“ untertrieben ist. Im Capitol-Reef-Nationalpark gibt es ein ganzes Dorf, das dem Obstanbau gewidmet ist. Zweimal im Jahr kommen deshalb besonders viele Besucher nach „Fruita“, so der Name dies Ortes. Die einen wollen dann die Schönheit der Obstblüte genießen, die anderen kommen ein paar Monate später zur Ernte. Und zwischendurch? Zwischendurch ist der Park ein Paradies für Wanderer. Ein ausgesprochen gut ausgebautes Wegenetz führt zu allen Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Schönheiten, von denen Capitol Reef nicht gerade wenige zu bieten hat.

Bitte nicht die Wanderschuhe vergessen!

Der Capitol-Reef-Nationalpark in Utah wurde am 18. Dezember 1971 eingerichtet.

Der Capitol-Reef-Nationalpark in Utah wurde am 18. Dezember 1971 eingerichtet.

Besucher aus good old Germany sind für ihre Wanderlust bekannt, deshalb hier gleich ein paar handfeste Tipps. Das Wegenetz im Capitol Reef bietet alle Schwierigkeitsgrade; Ungeübte oder Familien mit kleineren Kindern kommen also ebenso auf ihre Kosten wie Fitness-Enthusiasten. Letztere können sich zum Beispiel an den Weg „Frying Pan“ (deutsch: Bratpfanne) wagen, bei dem es über mehrere Kilometer immer wieder kräftig bergauf und bergab geht, bis man schließlich den Gebirgskamm des Nationalparks erreicht. Zur Belohnung für alle Mühen wartet dort ein grandioser Ausblick. Man kann den Weg entweder am Campingplatz aufnehmen oder ihn am Parkplatz „Grand Wash“ beginnen.

Deutlich kürzer und auch viel leichter ist dagegen der „Sunset Point“. Der wirklich einfache Wegbietet immer wieder gute Ausblicke auf die Klippen und Felskuppeln, die dem Park den ersten Teil seines Namens gegeben haben. Die Felsen erinnern an Kuppen berühmter Bauwerke, wie etwa dem Petersdom in Rom oder St. Pauls Cathedral in London. Besonders eindrucksvoll ist dieser Spaziergang am Spätnachmittag, wenn die Sonne untergeht. Dann schillern die Klippen in den erstaunlichsten Farbschattierungen. Startpunkt für diese kleine Wanderung ist der Parkplatz „Gooseneck“. Beide Wege sind aber lediglich Beispiele, der Park verfügt natürlich über sehr viel mehr Routen.

Damit Ihre Wanderutensilien komplett sind, haben wir eine praktische Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA erstellt: Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA.

Landkarte

Das Herzstück des Parks ist „eine Falte im Antlitz der Erde“

Bereits am 2. August 1937 wurde der Capitol-Reef-Nationalpark zum National Monument ernannt.

Bereits am 2. August 1937 wurde der Capitol-Reef-Nationalpark zum National Monument ernannt.

Ein poetischer Geist hat einmal gesagt, dass das Gebiet des Parks wie „eine Falte im Antlitz der Erde“ wirkt. Ganz Unrecht hat er nicht. Die „Falte“ ist allerdings etwa 150 Kilometer lang und über Jahrmillionen entstanden. Zunächst haben sich in der Nähe des Fremont Rivers im heutigen Utah Sedimente angesammelt, die sich nach und nach zu horizontal verlaufenden Bodenschichten verdichteten. Irgendwann – wie gesagt, die Rede ist von Jahrmillionen – begannen sich dann tektonische Platten im Erdinneren zu verschieben, die diese Bodenschichten angehoben haben und zu einem Bergkamm formten. Die „Falte“, die sich von Süden nach Norden erstreckt, bekam später den Namen „Waterpocket Fold“. In ihr sind geologische Formationen sichtbar geworden, die man lange irgendwo sonst auf der Welt suchen müsste.

Als viel, viel später nach diesen erdgeschichtlichen Entwicklungen die ersten Siedler in das Gebiet kamen, erinnerte sie die Landschaft an ein Unterwasserriff, englisch „reef“. So ist, zusammen mit der Kuppelform (englisch: „Capitol“) der Felsen, der Name des Nationalparks entstanden.

Na, das sind mir ja ein paar schöne Früchtchen!

Es waren Mormonen, die sich im 19. Jahrhundert auf dem Gelände des heutigen Parks niederließen. Die Pioniere machten das Land urbar und bauten in großem Stil Obst an. Das Dorf, das sie schließlich gründeten, tauften sie folgerichtig auf „Fruita“. Fruita besteht zwar immer noch, ist heute aber eine Geisterstadt. Die Siedlung wurde etwa Mitte der Sechziger Jahre aufgegeben. Das heißt allerdings nicht, dass auch die Obstplantagen nicht mehr bestehen. Ganz im Gegenteil. Sie werden weiter hingebungsvoll von Mitarbeitern des National Park Services gepflegt und sind ein Magnet für Besucher. Das Ausmaß der Obstgärten ist beträchtlich. Über 3000 Bäume stehen in und um Fruita und liefern Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Äpfel, Birnen, Maulbeeren, Mandeln und Walnüsse. Irgendeine Varietät blüht also garantiert immer, wenn man den Park im Frühling besucht. Von Sommeranfang bis in den Herbst hinein darf dann geerntet werden. Die Parkbesucher pflücken sich ihre Früchte selbst. Die Bäume, die dafür freigegeben werden, sind genau gekennzeichnet, und das Obst muss natürlich auch bezahlt werden. Dennoch kommen die Leute von weit her, um in der grandiosen Umgebung des Parks zusammen mit Gleichgesinnten zu ernten. Eine Erfahrung, die niemand so schnell vergisst! Das Schlusslicht bildet übrigens die Apfelernte. Sie beginnt im September und endet Mitte Oktober.

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Zum Schluss noch ein paar praktische Hinweise

Der Name des Capitol-Reef-Nationalparks stammt von einem Gebiet in der Nähe des Fremont River, welches die ersten Pioniere an ein Riff erinnerte.

Der Name des Capitol-Reef-Nationalparks stammt von einem Gebiet in der Nähe des Fremont River, welches die ersten Pioniere an ein Riff erinnerte.

Der Capitol-Reef-Nationalpark in Utah ist das ganze Jahr über geöffnet. Außer an wichtigen Feiertagen gilt das auch für das Besucherzentrum. Es wird ein Eintritt von derzeit sieben US-Dollars (Stand: Juni 2018) erhoben; für Fahrzeuge werden 15 US-Dollars verlangt. Auf dem Parkgelände gibt es weder Hotels noch Herbergen. Auch das Angebot an Campingplätzen ist recht überschaubar. Wer sich mit ein paar Picknicktischen und einfachen Toiletten zufriedengibt, braucht nichts für einen Stellplatz zu bezahlen, hat allerdings auch kein fließendes Wasser. In Fruita gibt es dagegen einen Campingplatz mit deutlich höherem Standard, er bietet aber nur gut 70 Plätze. Vor allem während der Obstblüte und der Ernte sind sie schnell besetzt. Eine rechtzeitige Reservierung ist hier unverzichtbar.

Capitol-Reef-Nationalpark in aller Kürze

  • Nationalpark im Bundesstaat Utah
  • Gegründet am 18. Dezember 1971
  • Die Fläche umfasst 979 Quadratkilometer
  • Gutes Wanderwegenetz mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden
  • In der „Waterpocket Fold“ gibt es geologische Formationen aus Jahrmillionen zu sehen
  • In und um Fruita stehen über 3000 Obstbäume verschiedener Sorten. Zur Blütezeit und zur Ernte ist dort Hochbetrieb.
  • Offizielle Website: www.nps.gov/care

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