Gates-of-the-Arctic-Nationalpark – Überlebenstraining in Alaska

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Gates-of-the-Arctic-Nationalpark ist kein Ziel für einen Sonntagsnachmittagsausflug. Warum? Weil dieser imposante Nationalpark zwar eine grandiose Naturkulisse bietet – aber keine Straßen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Gates-of-the-Arctic-Nationalpark ist kein Ziel für einen Sonntagsnachmittagsausflug. Warum? Weil dieser imposante Nationalpark zwar eine grandiose Naturkulisse bietet – aber keine Straßen.

Im Gates-of-the-Arctic-Nationalpark sind zwar beeindruckende, vielleicht sogar beängstigende Tierbeobachtungen möglich – aber nicht auf ausgeschilderten Wegen oder Aussichtsplattformen. Der zweitgrößte Nationalpark der USA ist mit anderen Worten nur etwas für erfahrene Wanderer (Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA), die sich mit dem Leben im Freien und in der Wildnis bestens auskennen. Doch selbst das reicht noch nicht.

Willkommen bei den Eskimos

Auf der Homepage des Parks wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nur fitte, gesunde Besucher sich zu einem längeren Aufenthalt entschließen sollten. Denn falls etwas passieren sollte, sind Ärzte und andere Helfer weit weg, die Außenwelt ist nur schwer erreichbar. Mobiltelefone und andere Kommunikationsmittel funktionieren in weiten Teilen des Gates-of-the-Arctic-Nationalparks nicht.

Das hört sich zunächst natürlich abschreckend an. Das große „Aber“ folgt jedoch auf dem Fuße. Denn für alle, die gesund, kräftig und robust sind, kann ein Besuch des Gates-of-the-Arctic-Nationalparks zur Reise des Lebens werden. Nirgendwo anders in den USA wird man sich in so menschenleerer, wunderschöner Natur bewegen können, kaum irgendwo anders sind ursprünglichere Begegnungen mit einer immens vielfältigen Flora und Fauna möglich. „Menschenleer“ heißt allerdings nicht, dass es in diesem Nationalpark in Alaska überhaupt keine Menschen gibt. Einige Eskimos, die bis heute in kleinen Dörfern in der Gegend leben, haben den unwirtlichen Bedingungen seit Jahrhunderten widerstanden und sind die lebenden Nachfolger der Ureinwohner.

Landkarte

Wie kommt man hin, wann sollte man reisen?

Warum der Nationalpark „Gates of the Arctic“, also „Tore zur Arktis“ heißt, wird auf diesem Foto deutlich. Sogar im Sommer können die Temperaturen vor Ort unter den Gefrierpunkt sinken.

Warum der Nationalpark „Gates of the Arctic“, also „Tore zur Arktis“ heißt, wird auf diesem Foto deutlich. Sogar im Sommer können die Temperaturen vor Ort unter den Gefrierpunkt sinken.

Der Gates-of-the-Arctic-Nationalpark liegt mitten im Nordwesten Alaskas, nicht weit von der Beringsee. Wer mit dem Finger auf der Karte ein bisschen nach links rutscht, der kommt ganz schnell im russischen Sibirien an. Muss noch mehr gesagt werden? Dieser Nationalpark ist ausschließlich eine Sache für den Sommer, und der ist in Alaska (und in Sibirien) ausgesprochen kurz. Von Juni bis August sind die Temperaturen vergleichsweise mild und die Tage sehr lang. Ab Ende Juni und den ganzen Juli hindurch müssen Besucher allerdings mit einer Mückenplage rechnen. Wie kommt man hin in dieses Paradies aus hohen Bergen Gletschern, kristallklaren Seen und sechs wilden Flüssen? Am einfachsten geht das mit dem Flugzeug. Aus dem etwa 400 Kilometer entfernten Fairbanks steuern Linienflüge das Eskimodorf Anaktuvuk Pass an, das bereits auf dem Gelände des Gates-of-the-Arctic-Nationalpark liegt.

„Gelände“ ist als Bezeichnung fast zu niedlich für die riesige Fläche, die dieses Schutzgebiet umfasst: Mit knapp 30.500 Quadratkilometern ist der Gates-of-the-Arctic-Nationalpark der zweitgrößte der USA. Die jährliche Besucherzahl dagegen fällt eher karg aus. Rund 11.000 Menschen kommen pro Sommer dorthin; im Herbst, Winter und Frühling wagen sich nur Extremsportler auf das Gebiet.

Außer den Linienflügen kann man auch mit sogenannten Air Taxis Anaktuvuk Pass erreichen. Die Air Taxis lassen sich von Bettles, Evansville, Coldfoot und Fairbanks aus individuell buchen; sie holen ihre Passagiere auch zu vereinbarten Zeiten wieder ab. Von Anaktuvuk Pass aus geht es dann einzig und allein zu Fuß hinein in den Nationalpark.

Wer unbedingt das Auto nehmen will, fährt von Fairbanks auf dem Dalton Highway bis an den Rand des Parks. Das ist eine unbefestigte Route für die Mitarbeiter und Transporteure einer Ölpipeline, die vor einiger zeit für die Öffentlichkeit freigegeben worden ist. Vom Dalton Highway ist der Park jedoch nur über schwieriges Gelände zugänglich.

Wissenschaftler sind im Nationalpark eine häufig vorkommende Spezies

Im Gates-of-the-Arctic-Nationalpark sind zugefrorene Seen keine Seltenheit.

Im Gates-of-the-Arctic-Nationalpark sind zugefrorene Seen keine Seltenheit.

Die ungemütliche Lage nördlich des Polarkreises und die seit Menschengedenken unberührte Natur des Nationalparks haben eine ungestörte Entfaltung der Tierwelt zur Folge gehabt. Der Park wird von Wölfen, Bären, Moschusochsen und vielen anderen mehr oder weniger mächtigen, oft dabei auch total seltenen Lebewesen bevölkert. Kein Wunder also, dass hier auch häufig Wissenschaftler unterwegs sind, die das Ökosystem des Parks in Teilen erforschen. Falls dabei der eine oder andere Schuss fallen sollte, heißt das nicht unbedingt, dass gewildert wird. An das Kerngebiet des Parks grenzt nämlich ein „National Preserve“-Areal an, das nur einen eingeschränkten Schutz genießt. Dort ist das Jagen erlaubt; man braucht aber eine Genehmigung dafür.

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