Handys in den USA
Teil 1
Allgemein, Auslandsnutzung/Roaming, Auslandsvorwahl, Calling Cards/Phone Cards, Handys, Handys in Flugzeugen, Kauf eines Handys, Mobilfunkanbieter in den USA, Notruf, Prepaid-Karten, Roaming-Kosten, SMS, Standards, Web-Telefonie
Allgemein
Als Reisegast wird man in der Regl schon wegen der Möglichkeit zu internationalen Gesprächen nicht an Roaming-Gebühren vorbeikommen. Entweder greift man also auf das amerikanische Netzangebot der mit dem heimischen Netzbetreiber verbundenen amerikanischen Gesellschaften zurück (mit entsprechenden Nutzungsgebühren) oder man wählt alternativ den Erwerb einer SIM-Karte, die – mit amerikanischer Telefonnummer – in den USA funktioniert. Detaillierte Empfehlungen zum Gebrauch von Handys in den USA zu geben, würde den Rahmen dieser Homepage sprengen. Wir beschränken uns nachfolgend auf generelle Aussagen und Empfehlungen sowie auf den Hinweis auf weiterführende Websites für besonderes Interessierte.
Übrigens: Von der Telefonnutzung zu unterscheiden ist die Datennutzung (Internet) per Handy, Smartphone usw., für die wiederum andere Spielregeln gelten. Stand: November 2009
Standards

Das amerikanische Handy-Netz ist ähnlich unübersichtlich wie das im deutschsprachigen Raum. Im amerikanischen Englisch heißen Handys „cellular phones", im britischen Englisch „mobile phones".
Bei digital betriebenen Funknetzen gibt es zurzeit im Wesentlichen drei Standards:
- GSM 900: Der Standard mit der bisher größten Verbreitung in Westeuropa. In Deutschland sind dies die Netze T-Mobile und Vodafone, in Österreich A1 Mobil und in der Schweiz PTT.
- GSM 1800: Dies sind in Deutschland die Netze von e-plus und O2. GSM 1800-Netze befinden sich in vielen Ländern im Aufbau.
- GSM 1900: Dieser digitale Netzstandard wird ausschließlich in den USA verwendet.
In den USA sind weitere analoge bzw. digitale Standards zu finden, z.B.
- AMPS: Advanced Mobile Phone System (800 Mhz)
- D-AMPS: digital AMPS (800 Mhz)
- CDMA: Code Division Multiple Access
- iDEN: Kombination aus Bündelfunk und Mobil-Telefonieren
GSM-Netzabdeckungskarten (Coverage Maps, Coverage Viewer) sind auf den Internetseiten der Netzanbieter und unter folgenden Webadressen zu finden: http://gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_us.shtml, http://www.coveragemaps.com/gsmposter_americas.htm. Neu ist GSM 800 (850), das sukzessive von amerikanischen Gesellschaften (allen voran AT & T) eingeführt wird. Stand: November 2009
Handys
Das Handy besteht aus dem eigentlichen Gerät, das technisch in der Lage sein muss, die Frequenzen der Standards zu nutzen und der sog. SIM-Karte, auf der sämtliche für die Abrechnung erforderlichen Daten des Benutzers gespeichert sind (unabhängig vom GMS-Standard).
Auslandsnutzung mit eigenem Handy/Roaming
Aus den vorstehenden Ausführungen wird deutlich, dass ein heimisches Handy im Ausland zur einsetzbar ist, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:
- Im Ausland muss ein Netzbetreiber denselben Standard anbieten wie das heimische Netz;
- zwischen dem inländischen und dem ausländischen Betreiber muss eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bestehen, ein sog. Roaming-Abkommen.
Bezogen auf die USA ergibt sich hieraus messerscharf, dass die Mehrzahl der heimischen Handys in den USA aufgrund der vom heimischen Markt abweichenden Standards nicht nutzbar sind. Dies gilt für die weit verbreiteten T-Mobile (GSM 900) und E-Plus-Handys (GSM 1800) nahezu uneingeschränkt. Sog. Dual- oder Tri-Band-Handys können dagegen einsetzbar sein. Triband-Handys beherrschen GSM 900/1800/1900 und damit auch den amerikanischen Digital-Standard. Dualband-Handys sind in den USA einsetzbar wenn sie GSM 900/1900 bzw. GSM 1800/1900 unterstützen; üblich ist allerdings die Kombination GSM 900/1800. Auch sog. Quadband-Handys sind einsetzbar. Dies sind Mobilfunkgeräte, die in vier Netzstandards funktionieren, z.B. dem D-Netz (900 MHz), E-Netz (1800 MHz), GSM-850 (850 MHz) und GSM-1900 (1900 MHz). Das erste Quadband-Handy der Welt ist das Motorola V 600. Den IDEN-Standard unterstützt keines der genannten Handy-Typen. Weitere Einzelheiten und insbesondere in Frage kommende Handy-Modelle können auf der Homepage von Henning Gajek nachgelesen werden.
Eine gute Informationsquelle sind auch die Seiten von Dirk Thomas Neumann. Über den Stand der Roaming-Vereinbarungen erhält man Auskunft auf den Websites der inländischen Anbieter bzw. bei deren Hotlines. Das Roaming in den USA ist nicht sehr übersichtlich, da die Zahl der regional tätigen Anbieter nahezu unüberschaubar ist. Wer ein die amerikanischen Frequenzen unterstützendes Handy hat, kann dieses unter Nutzung der eigenen SIM-Karte grundsätzlich auch in den USA einsetzen. Die meisten Handys bieten eine automatische Netzsuche, das Handy wählt sich also bei Inbetriebnahme ohne weiteres Zutun in das jeweils stärkste Netz ein. Dies ist im Grundsatz von Vorteil, hat jedoch den Nachteil, dass das ausgewählte Netz nicht das kostengünstigste sein kann. Wer dies nicht riskieren will, hat die Möglichkeit, den Netzcode des gewünschten ausländischen Betreibers manuell einzugeben. Dazu schaltet man das Handy im Ausland ein und stellt es auf “manuelle Netzwahl”. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern steht in den USA allerdings oft nur ein GSM-Netz zur Verfügung, so dass eine manuelle Netzwahl entfällt. Grundsätzliche Informationen und weiterführende Links bietet die Website www.handytarife.de.
Roaming-Gebühren deutscher Festnetzbetreiber und ihrer Kooperationspartner sind sehr teuer. Eine kostengünstige Alternative der Handynutzung in den USA können eine USA-SIM-Karte oder das sog. Call-back-Verfahren sein. Eine Gratis USA SIM Karte Cellion für USA-Reisende bietet die CallCompany GmbH. Ohne Mindestumsatzverpflichtung soll zu Minutenpreisen von 0,29 bzw. 0,39/0,59 Euro telefoniert werden können. Weitere Einzelheiten unter www.cellion.de. Eco WoldCommunication hat ein Prepaid-Angebot auf den Markt gebracht, das vor allem Auslandstelefonate verbilligen soll. Mit der Eco MaxxSIM kann man mit dem Handy von Deutschland aus in über 200 Länder weltweit ab 9 Cent pro Minute telefonieren. Außerhalb Deutschlands werden günstige Verbindungen im Callback-Verfahren hergestellt. Die Karte kann mit 5 oder 15 Euro aufgeladen werden.
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