Riverside – Orangen-Metropole im Süden Kaliforniens

Damals, genauer gesagt im Jahre 1871, wurden in einer kleinen Siedlung in Kalifornien drei Orangenbäumchen in die Erde gesetzt. Heute, keine 150 Jahre später, ist aus dieser Pflanzung in Riverside eine Industrie geworden. Foto: By Basil D Soufi (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Foto: By Basil D Soufi (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Damals, genauer gesagt im Jahre 1871, wurden in einer kleinen Siedlung in Kalifornien drei Orangenbäumchen in die Erde gesetzt. Heute, keine 150 Jahre später, ist aus dieser Pflanzung in Riverside eine Industrie geworden, die Kalifornien viel Arbeit und viel Reichtum beschert hat und die Welt mit jährlich etwa 90 Millionen Kartons Navelorangen versorgt.

Gut möglich, dass Amerika immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Ganz sicher aber ist es das zum Ende des 19. Jahrhunderts hin gewesen. Das belegt nicht zuletzt diese kleine Geschichte. In jedem der 90 Millionen Kartons, die jedes Jahr aus Riverside ihren Weg in die Welt finden, sind 20 Kilo Navelorangen enthalten. Das ist gesund und hört sich lecker an, sollte aber trotzdem nicht der einzige Grund für einen Besuch in Riverside sein. Die zwölftgrößte Stadt Kaliforniens, die gleichzeitig Hauptstadt des Riverside County ist, hat nämlich außer zarten Zitrusblüten noch einiges mehr zu bieten.

Fruchtbare Erde und der Duft von Kräutern

Man muss nicht einmal einen großen Umweg machen, um Riverside besuchen zu können. Alle, die sowieso in Los Angeles sind, sollten sich zumindest einen kleinen Abstecher in die rund 90 Meilen östlich gelegene Stadt gönnen. Dort erstreckt sich Riverside, wie der Name es andeutet, malerisch an den Ufern des Flusses Santa Ana River.

Die Stadt wurde 1870 offiziell gegründet, entdeckt hatte man die Region jedoch schon früher. Schon 1774 beschrieb der Spanier Juan Bautista de Anza die Gegend als „Tal des Paradieses“ (Valle de Paraiso), weil sie so wunderbar nach Kräutern duftete. Seine Expedition, bei der er eine Landverbindung zwischen Mexiko und Kalifornien auskundschaften sollte, führte ihn ein gutes Jahr später noch einmal an dort vorbei. Er blieb einige Tage mit seinen Männern, bevor er schließlich den Fluss überquerte. Heute erinnert eine mehr als sechs Meter hohe Statue an de Anza, den ersten verbrieften Fan von Riverside. Viele sollten ihm folgen, darunter auch diverse Präsidenten der USA.

Zuvor freilich musste John North erst noch die Gründungsurkunde für Riverside unterschreiben und die Stadtentwicklung in Gang bringen. North hatte mit Northfield bereits in Minnesota eine Stadt gegründet und sich in Kalifornien mit gleichgesinnten Republikanern von der Ostküste für weitere Projekte zusammengefunden. Diese Geldgeber brachten ihre Traditionen und Vorlieben mit. So entstand in Riverside nicht nur der erste Golfplatz im Süden Kaliforniens, sondern auch die erste Anlage für Polospieler. Gleichzeitig waren die ersten Bewohner jedoch auch Abstinenzler. Die jungen Saloons der Stadt machten bald Pleite; die Wirte wanderten ab.

Landkarte

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Unvergänglicher Luxus und ein Hauch altes Spanien

Alljährlich erstrahlt das wunderschöne Hotel „Mission Inn“ im Rahmen des „Festival of Lights“.

Alljährlich erstrahlt das wunderschöne Hotel „Mission Inn“ im Rahmen des „Festival of Lights“.

Richtig in Fahrt aber kam Riverside erst mit der Orangenindustrie. Bereits 1895 hatten die Bäume – inzwischen mehr als eine halbe Million an der Zahl – und ihre Früchte Riverside zur Stadt mit dem größten Pro-Kopf-Einkommen in den USA gemacht. Das sah man ihr an. Nicht nur blühende und duftende Orangenhaine prägten das Stadtbild, sondern auch prächtige öffentliche Bauten und großzügige private Villen. Zusammen mit einem trockenen, milden mediterranen Klima zog das immer mehr Prominente an. Ob Schauspieler, Unternehmer oder einflussreiche Politiker; sie alle kamen nach Riverside, um hier entweder ganz zu leben oder zumindest doch wenigstens ihren Urlaub zu verbringen. Bis heute kündet das „Mission Inn“ (3649 Mission Inn Ave, missioninn.com) von diesen Glanzzeiten, die zugegeben inzwischen vergangen sind. Dennoch sollte ein Besuch des Luxushotels auch heute noch zu einer Reise nach Riverside dazugehören. Es hat nichts von seiner wunderschönen Lage, seinen vielen architektonischen Zitaten und dem Charme einer untergegangenen Epoche verloren. Eingerichtet ist das Haus, das heute einen großzügigen Spa-Bereich bietet und zu den historischen Hotels Amerikas zählt, übrigens im Stil einer spanischen Missionsstation.

Vom großen Kino zum großen Theater

An eine große Vergangenheit erinnert auch das Riverside Fox Theatre (3801 Mission Inn Ave, riversidefoxfoundation.org). Hier wurde 1939 der Film „Vom Winde verweht“ welt-uraufgeführt. Inzwischen ist das Kino dank großzügiger Umbauten zu einem großen Theater und Veranstaltungsort geworden, in dem auch berühmte Produktionen vom Broadway aufgeführt werden. Das Theater bietet heute rund 1600 Zuschauern Platz.

Eine Sehenswürdigkeit ganz anderer Art erwartet die Besucher vor einer ehemaligen Fabrik in der Iowa Street. Dort steht sage und schreibe der größte Papierbecher der Welt. „Dixie Cup“ wie das Monument heißt, ist stolze 20,8 Meter hoch. Wer Kuriositäten mag, ist hier genau richtig.

Raus ins Grüne

Riverside verfügt über viele Alleen, die von wunderschönen Bäumen geschmückt sind. Foto: By Qwerty510 at English Wikipedia (Transferred from en.wikipedia to Commons.) [Public domain], via Wikimedia Commons

Riverside verfügt über viele Alleen, die mit wunderschönen Bäumen geebnet sind. Foto: By Qwerty510 at English Wikipedia (Transferred from en.wikipedia to Commons.) [Public domain], via Wikimedia Commons

Etwas konventioneller gestaltet sich da ein Ausflug zum Fairmount Park an der State Route 60 (riversideca.gov/park_rec/facilities.asp). Diese wunderschön angelegte grüne Lunge der Stadt ist von dem privaten Investor Frederick L. Olmstedt angelegt worden. Hier können nicht nur Besucher mal tief durchatmen, sondern auch Tiere. Der Park bietet nämlich sowohl zahlreichen Vogelarten als auch Wasserbewohnern rar gewordenen Lebensraum an.

Damit hat sich das Grün von Riverside natürlich noch nicht erschöpft. Wer trotz vieler baumbestandener Alleen noch mehr Sehnsucht nach Natur hat, der wird an der Peripherie von Riverside nicht enttäuscht. Ob Sycamore Canyon Wilderness Park oder Box Spring Mountain Park, ob Belvedere Heights oder Lake Perris State Recreation Area – direkt an oder ganz in der Nähe der Stadt gibt es wunderbare Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten oder einfach den Aufenthalt in frischer Luft und schöner Landschaft. Wer dabei auch noch gefallenen Soldaten und Angehörigen des US-Militärs die letzte Ehre erweisen möchte, der kann das auf dem äußerst gepflegten Riverside National Cementery (22495 Van Buren Blvd, March Air Reserve Base, cem.va.gov/cems/nchp/riverside.asp) tun.

Riverside in aller Kürze

  • Die Statue von Juan Bautista de Anza steht an der Kreuzung Market Street/14th Street
  • Tee (oder Champagner) im „Mission Inn“ Spa-Hotel
  • Im Riverside Fox Theatre werden Broadway Produktionen aufgeführt
  • Der „Dixie Cup“-Papierbecher steht an der Iowa Street
  • Ruhe bietet der Fairmount Park an der State Route 60
  • Der Millitärfriedhof National Cemetery lädt zum Innehalten ein

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