Stockton – Von der Finanz- und Immobilienkrise geplagt

Wagemut und Risikobereitschaft waren schon bei der Gründung von Stockton ein Markenzeichen der Stadt. Im Laufe ihrer jungen Geschichte trug das zunächst zu ihrem Erfolg, und später – wohl unweigerlich – auch zu ihren Problemen bei.

Wagemut und Risikobereitschaft waren schon bei der Gründung von Stockton ein Markenzeichen der Stadt. Im Laufe ihrer jungen Geschichte trug das zunächst zu ihrem Erfolg, und später – wohl unweigerlich – auch zu ihren Problemen bei.

Aktuell erholt sich Stockton, das mitten im kalifornischen San Joaquin County liegt, von der Finanz- und Immobilienkrise, die zum Ende des letzten Jahrzehnts nicht nur die USA erschütterte. Entsprechend hoch sind nach wie vor die Arbeitslosenzahlen und auch die Anzahl der leerstehenden Gebäude. Doch man arbeitet sich mit zähem Fleiß und vielen Ideen aus der Misere heraus. Hilfreich dabei sind unter anderem die Nähe zum Pazifik und zu San Francisco sowie der florierende Weinbau in der ländlichen Umgebung der Stadt, die heute knapp unter 320.000 Einwohner hat.

In Stockton hat ein Deutscher bei der Gründung Flagge gezeigt

Schon mal was von Carl Weber gehört? Was in Deutschland ein Allerweltsname ist, ringt den Bürgern von Stockton großen Respekt ab. Carl David Weber, der sich später in Charles M. Weber umbenannte, ist nämlich der Gründungsvater der Stadt. 1814 in einem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz zur Welt gekommen, wanderte er mit 22 Jahre gemeinsam mit einem Cousin nach Amerika aus. Dort kämpfte er zunächst im texanischen Unabhängigkeitskrieg und landete durchquerte als einer der ersten Pioniere den Kontinent auf dem „California Trail“. Obwohl Kalifornien damals noch zu Mexiko gehörte, ließ Weber sich auf dem Gebiet nieder und kaufte der Regierung große Flächen Land ab. Die Investition lohnte sich. Nachdem Kalifornien an die USA abgetreten worden war, kamen immer mehr Siedler in die Region.

Webers Getreidemühle, seine Hotels und Wohnungen, sowie seine Schuh- und Seifenfabriken florierten. Die Tatsache, dass bei Sutter’s Mill ganz in der Nähe Gold gefunden wurde, gab dem Boom weiteren Auftrieb. Weber nannte seine Siedlung zunächst Tuleburg, taufte sie aber später in Stockton um. Damit setzte er dem Marineoffizier Robert F. Stockton ein Denkmal. Er hatte bei der Eroberung Kaliforniens eine herausragende Rolle gespielt.

Landkarte

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen in Stockton finden Sie auf dem Buchungsportal www.booking.com.

Wo Licht ist, ist leider auch viel Schatten

Durch die direkte Lage am Wasser bietet sich in Stockton ein idyllischer Blick auf den Sonnenuntergang.

Durch die direkte Lage am Wasser bietet sich in Stockton ein idyllischer Blick auf den Sonnenuntergang.

Über 150 Jahre hielt die positive Entwicklung Stocktons an. Die stetig kletternden Immobilienpreise und eine florierende Wirtschaft bescherten ihr gute Steuereinnahmen. Man baute in diesen goldenen Jahren. Zum Beispiel die imposante Uferpromenade entlang des San-Joaquin-Flusses, die nach wie vor zum entspannten Bummeln einlädt. Es wurden diverse Parks angelegt und Jugendzentren errichtet. Freilich, völlig bezahlen konnte man all diese Projekte nicht mehr. Stockton wurde stattdessen die erste Großstadt der USA, die offiziell in Konkurs ging. Als Konsequenz daraus musste die Stadt einen rigorosen Sparkurs einschlagen. Die Verwaltung wurde ebenso verschlankt wie die Polizei. Das wiederum öffnete der Kriminalität Tür und Tor, die Lebensqualität und der Ruf der Stadt litten entsprechend. Inzwischen hat jedoch auf allen Ebenen eine Gegenbewegung eingesetzt.

Kunst und Kultur

Stockton ist nicht nur wieder sicherer, sondern auch attraktiver geworden. Shoppen und genießen kann man in dieser Stadt so vielfältig wie in allen anderen vergleichbar großen Städten der USA und auch Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz. Eine echte Empfehlung etwa ist das Bob Hope Theatre (242 East Main Street), in dem Livemusik und Broadwaystücke auf die Bühne kommen. Das Theater fasst über 2000 Besucher, die auf ebenso gemütlichen wie edlen Samtsesseln Platz nehmen können.

Internationale Kunst und regionale Geschichte sind im Haggin Museum (1201 North Pershing Ave, hagginmuseum.org) zu sehen. Das imposante Museum liegt wunderschön mitten im Victoria Park und zeigt in seiner permanenten Ausstellung unter anderem Werke von Auguste Renoir. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der noch relativ jungen lokalen Geschichte. Ergänzt wird das Ganze von diversen Sonderausstellungen, Konzerten und Veranstaltungen, die einen Besuch immer lohnenswert machen. Tatsächlich dürfte das Haggin Museum wohl als „unterbewertet“ bezeichnet werden. Wer Stockton besucht, sollte es wirklich nicht verpassen.

Kinder kommen im „Childrens Museum of Stockton“ (404 West Weber Ave, childrensmuseumstockton.org) auf ihre Kosten. Dort lernen sie in interaktiven Ausstellungen nicht nur, wie die Welt funktioniert, sie können auch spielen, malen

Tipps für Ausflüge

Die pure Tatsache, dass Stockton mitten in Kalifornien liegt, legt natürlich nahe, dass man von dort aus ein paar Ausflüge macht. Nach San Francisco ist es nicht weit, ebenso wenig wie an die Pazifikküste. Im Norden der Stadt beginnt der Weinbau, den man im Ort Lodi nicht nur studieren, sondern auch verkosten kann. Es lohnt sich, dort einen Abend oder gar ein ganzes Wochenende zu verbringen. Die Gastronomie in Lodi hat einen guten Ruf unter Genießern.

Stockton in aller Kürze

  • Die Stadt befindet sich 140 Kilometer östlich von San Francisco direkt am San-Joaquin-Fluss im US-Bundesstaat Kalifornien
  • Gründungsvater war der Deutsche Carl David Weber
  • Die internationale Finanzkrise setzte Stockton schwer zu
  • Tolle Livekonzerte und Broadway-Aufführungen erlebt man im Bob Hope Theatre
  • Internationale Kunst und regionale Geschichte bietet das Haggin Museum
  • Kinder macht man mit einem Besuch im Children‘s Museum glücklich

USATipps auf Facebook

Hotels für Ihre USA-Reise

Booking.com

Mietwagen für Ihre USA-Reise

Tipps für Ihre USA-Reise