Glacier-Bay-Nationalpark – Alaskas Eiszeit zum Anfassen

Viele der Gletscher im Glacier-Bay-Nationalpark gehen  auf urzeitliche Entwicklungen zurück, die direkt im Zusammenhang mit einer jüngeren Eiszeit stehen.

Dass Alaska nicht gerade in den Tropen liegt, ist allgemein bekannt. Dass dieser US-Bundesstaat jedoch noch echte Überbleibsel einer Eiszeit zu bieten hat, dürfte den einen oder anderen vielleicht überraschen. Doch genau das ist der Fall. Viele der Gletscher im Glacier-Bay-Nationalpark gehen nämlich auf urzeitliche Entwicklungen zurück, die direkt im Zusammenhang mit einer jüngeren Eiszeit stehen.

Im Klartext: Die Gletscher sind mindestens 4000 Jahre alt und für Wissenschaftler deshalb von unschätzbarem Wert. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass sich diese eisigen Relikte in den letzten einhundert Jahren rapide verkleinert haben und in ihrer Existenz teilweise stark gefährdet sind. Ob die Einrichtung des Glacier-Bay-Nationalparks daran noch etwas ändern kann, ist umstritten. Tatsache ist aber, dass die Schutzzone den Schmelzprozess zumindest verlangsamen wird.

Und Tatsache ist auch, dass sich dieser Nationalpark im Süden Alaskas heutigen Besuchern immer noch mit einer atemberaubenden Schönheit, Wildheit und Freiheit präsentiert. Naturliebhaber, denen Kälte nichts ausmacht, werden im Glacier-Bay also voll auf ihre Kosten kommen.

Käpt’n Vancouver würde seine Bucht nicht mehr wiedererkennen

Dieses Bild zeigt die unglaublichen Dimensionen der Gletscher des Glacier-Bay-Nationalparks.

Dieses Bild zeigt die unglaublichen Dimensionen der Gletscher des Glacier-Bay-Nationalparks.

Als der englische Kapitän Vancouver im Jahr 1794 die Region des heutigen Nationalparks erstmals erforschte, war die Bucht noch fast vollständig mit Eis von den Gletschern gefüllt. Allein diese Eisschichten waren etwa einen Kilometer hoch und mehrere Kilometer breit. Weniger als hundert Jahre später wusste der schottische Naturwissenschaftler John Muir im Jahr 1879 bereits zu berichten, dass sich die Eismasse drastisch zurückentwickelt hatte. Die nach ihm benannten „Muir-Gletscher“ im Glacier-Bay-Nationalpark befinden sich auch heute noch auf dem Rückzug. Aus Gründen, die bislang noch nicht abschließend geklärt sind, werden einige von ihnen jedoch auch wieder stärker. Es gibt also durchaus Hoffnung.

Landkarte

Eisige Anleger am Pfannenstiel

Wo genau befindet sich aber nun dieser höchst interessante Nationalpark? Er liegt im Süden von Alaska, ganz in der Nähe des so genannten Alaska Panhandle. Das bedeutet übersetzt „Pfannenstiel“ und bezieht sich auf die Form dieser Landzunge, die der großen und kompakten Landmasse von Alaska quasi vorgelagert ist. Die meisten Besucher des Nationalparks landen in dem Ort Juneau an. Dort machen nämlich die Kreuzfahrtschiffe fest, die ihre Passagiere für einen Tagesausflug in den Park ausspucken. Knapp 400.000 Menschen kommen Jahr für Jahr in den Park, um seine Naturschönheiten kennenzulernen und zu genießen. Die Mehrzahl von ihnen kehrt aber wie gesagt nach dem Ausflug zurück auf ihr Schiff.

Doch es geht auch anders. Wer als Individualtourist den Glacier-Bay-Nationalpark erleben möchte, der kann eine der Fähren nutzen, die der National Park Service betreibt.

Mit dem Flugzeug erreicht man im Sommer zudem von Juneau aus den kleinen Ort Gustavus, der von Alaska Airlines angeflogen wird. Von dort aus geht es dann über die einzige Straße weit und breit in den Nationalpark hinein. Im Winter wird Gustavus nicht angeflogen. Reisende sind dann auf private Taxis und Chartermöglichkeiten angewiesen. Wer die nicht ganz einfache Anreise auf sich nimmt, der wird mehr als nur einen Tag im Park verbringen wollen. Dafür unbedingt vorher die Übernachtungsmöglichkeiten abklären. Der Park bietet dafür im Sommer einen Campingplatz (Checkliste für den Camping-Urlaub) sowie ein Hotel – die „Glacier-Bay Lodge“.

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Sicher ist sicher

Der Margerie-Gletscher ist ein 34 km langer Gletscher im Glacier-Bay-Nationalpark, der rund 75 Meter aus dem Wasser ragt. Weitere 30 Meter befinden sich unterhalb des Wassers.

Der Margerie-Gletscher ist ein 34 km langer Gletscher im Glacier-Bay-Nationalpark, der rund 75 Meter aus dem Wasser ragt. Weitere 30 Meter befinden sich unterhalb des Wassers.

Man ist angekommen, die Koffer sind abgestellt. Nun kann das Abenteuer losgehen. Vor der großartigen Gletscherkulisse des Parks atmen die Besucher nicht nur superreine Luft, sie können auch wandern (Checkliste für den Wander-Urlaub) und spannende Tierbeobachtungen machen. Im Golf von Alaska, dem nördlichen Teil des Pazifischen Ozeans, tummeln sich diverse Walarten, Seeotter, Seehunde und Seelöwen. An Land kann man Wölfe, Schneeziegen, Braunbären und Schwarzbären beobachten. Das mag sich für manche Besucher eher furchterregend anhören. In dem Fall bietet es sich an, die Dienste eines Rangers zu nutzen. Sie nehmen Gruppen- und Einzelführungen vor. So verlieren auch Parkbewohner wie der Rotfuchs und das Stachelschwein ganz sicher ihre Schrecken.

Zu Luft, zu Land, aber vor allem zu Wasser

Man kann den Glacier-Bay-Nationalpark, der übrigens zum UNESCO Weltnaturerbe gehört, natürlich überfliegen, und so die herrlichen Aussichten genießen. Man kann dort campen, wandern und bergsteigen. Den wahren Charakter des Parks aber erlebt man wohl nur, wenn man sich aufs Wasser begibt. Kreuzfahrttouristen haben dieses Privileg inklusive. Alle andere können sich entweder mit der eigenen Segel- oder Motoryacht auf den Weg machen, oder aber eines der vier Passagierschiffe nutzen, die regelmäßig die Tour hinaus auf den eisigen Pazifik anbieten. Während der Saison nehmen die Schiffe je nach Größe zwischen 50 und 150 Passagiere pro Ausfahrt mit.

Glacier-Bay-Nationalpark in aller Kürze

  • ganzjährig geöffnet, von September bis Mai aber mit eingeschränkten Serviceleistungen
  • Anreise via Juneau und Gustavus
  • Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Campingplatz oder in der Glacier-Bay Lodge
  • Ausflugsmöglichkeiten mit Passagierdampfern
  • Outdooraktivitäten sind wandern, bergsteigen, raften und kajaken

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