Washington D.C. - Das Zentrum der Macht gibt sich provinziell gemütlich

Washington, ist das nicht ein Bundesstaat an der Westküste? Stimmt. Aber die Hauptstadt Washington D.C. liegt an der Ostküste.

US-Anfänger können leicht schon mal durcheinanderkommen. Washington, ist das nicht ein Bundesstaat an der Westküste? Stimmt. Aber die gleichnamige Hauptstadt liegt doch eher an der Ostküste, wie kommt das und was bedeutet das „D.C“, das manchmal hinter dem Namen steht? „D.C.“ ist die Abkürzung für „District of Columbia“ und macht somit genau den Unterschied aus. Denn die Hauptstadt Washington liegt in diesem Distrikt, der direkt dem US-Kongress untersteht. Geografisch liegt die Hauptstadt Washington im US-Bundesstaat West Virginia.

Inhaltsverzeichnis
Willkommen im Zentrum der Macht | Stadt der kurzen Wege | Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten | Die National Mall ist das Herz von Washington | Tief verwurzelt in der Geschichte: das Lincoln-Memorial | Hotels, Apartments und Ferienwohnungen | Sehenswertes jenseits der Stadtgrenzen | Washington D.C. in aller Kürze

Washington D.C.
Kapitol | Lincoln Memorial | Smithsonian Institution | Weißes Haus

Dank des Zusatzes sind Verwechslungen zwischen Stadt und Bundesstaat so gut wie ausgeschlossen. In der Umgangssprache freilich wird der Zusatz der Einfachheit halber meist weggelassen. Wenn hier also ab jetzt von „Washington“ die Rede ist, dann ist immer die Stadt gemeint.

Willkommen im Zentrum der Macht

Die National Mall zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
Das Washington Monument zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Washington besitzt eine ganz eigene Ausstrahlung und sollte für jeden Amerikanfan unbedingt irgendwann einmal auf dem Reiseplan stehen. Denn die Stadt ist im besten Sinne des Wortes provinziell und das, obwohl sie nach wie vor das unangefochtene Zentrum der Macht darstellt. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach: Kein Gebäude in der Hauptstadt darf ihr Wahrzeichen, das Washington Monument, überragen – und das ist mit 169 Metern für amerikanische Verhältnisse nun nicht wirklich hoch. Wolkenkratzer wie im nahen New York sind in Washington also schon mal tabu. Darüber hinaus ist die Stadt relativ jung (sie wurde 1790 gegründet) und ist entsprechend von vornherein großzügig geplant worden. Plätze, Grünflächen, Brunnen und Denkmale, all das zusammen genommen ergibt eine ganz besondere Atmosphäre, die man sonst so nirgendwo in den USA findet. Ganz zu schweigen natürlich von jenen Gebäuden, hinter deren Türen die Politik der Welt gemacht wird. Das Weiße Haus und das Kapitol sind nur zwei Beispiele dafür; zugegeben: zwei weltberühmte. Trotz kommt in Washington nur in Ausnahmefällen Stress auf, in aller Regel ist das Leben hier sehr friedvoll, ruhig und entspannt.

Landkarte

Stadt der kurzen Wege

Wer Washington D.C. kennenlernen möchte, der kann getrost Leihautos oder den öffentlichen Personennahverkehr vergessen. Das Herz der Stadt pulsiert rund um die National Mall und lässt sich wunderbar per pedes oder auch mit dem Fahrrad erkunden. Wer nicht so gut zu Fuß ist oder wenn es ausnahmsweise doch mal etwas weiter raus gehen soll, dann ist man mit der Metro bestens bedient. Bahnen und Bahnhöfe sind pieksauber, der Service ist pünktlich und das Streckensystem ist übersichtlich und einfach zu verstehen. Ehrlich. Um zu den Hauptsehenswürdigkeiten zu gelangen, kann man aber ohnehin darauf verzichten.

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Washington D.C. finden Sie auf www.getyourguide.de.

Die National Mall ist das Herz von Washington

Das Kapitol ist der Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika.
Das Kapitol ist der Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika.

Sie dürfte eine der berühmtesten Prachtalleen der Welt sein: Die National Mall erstreckt sich vom Lincoln Memorial bis zum Kapitol und ist regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Immer dann nämlich, wenn es in den USA zu Kundgebungen und Protestaktionen kommt, erlebt diese Straße große Aufmärsche und große Reden. Da das aber nicht an der Tagesordnung ist, ist sie im Normalfall einfach „nur“ eine elegante Verbindung zwischen eindrucksvollen Gebäuden. Unter anderem grenzen auch die Gärten des Weißen Hauses an die National Mall.

Das Kapitol ist ein toller Ausgangspunkt für eine Erkundungstour entlang der National Mall. Das eindrucksvolle Gebäude nach antikem Vorbild ist der Sitz des amerikanischen Kongresses und somit das Zentrum des politischen Geschehens. Die Besichtigung des Kapitols ist kostenlos, erfordert aber eine Anmeldung. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man die rechtzeitig auf www.visitthecapitol.gov vornehmen.

Unbedingt einen Besuch wert ist das „Smithonian Institution Building“, ein Backsteingebäude an der National Mall. Hier sitzt die Verwaltung jener Stiftung, die es bis heute ermöglicht, dass fast alle Museen in Washington ohne Eintritt besichtigt werden können. Es ist die millionenschwere Hinterlassenschaft des Engländers James Lewis Smithson. Das Gebäude, das heute auch das öffentlich zugängliche Informationszentrum der Stiftung beherbergt, ist in Washington wegen seiner trutzigen Architektur auch als „Smithsonian Castle“ bekannt. Ein kleines inneres „Dankeschön“ ist hier angebracht. Die Stiftung unterhält insgesamt 17 Museen, Galerien und einen Zoo, die kostenfrei besucht werden können. Ob Kunst, Kultur oder Naturwissenschaft – jede Disziplin ist vertreten und die Museen haben Weltgeltung. Nicht verpassen und in aller Ruhe die Ausstellungen aussuchen, die den eigenen Interessen entsprechen.

Tief verwurzelt in der Geschichte: das Lincoln-Memorial

Das Lincoln Memorial ist ein Denkmal zu Ehren Abraham Lincolns, des 16. Präsidenten der USA.
Das Lincoln Memorial ist ein Denkmal zu Ehren Abraham Lincolns, des 16. Präsidenten der USA.

Tief verwurzelt in der US-amerikanischen Geschichte ist dann das Lincoln-Memorial, das dem ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln gewidmet ist. Überlebensgroß thront hier der 16. Präsident der Vereinigten Staaten über den vielen Treppenstufen, die vom „Reflection Pool“ zu ihm hinaufführen. Eingerahmt ist die Statue von 36 griechischen Säulen, jede ein Symbol für die Staaten, die bis zum Attentat auf Lincoln und seinen Tod im Jahr 1865 der Union beigetreten waren. Das Lincoln Memorial ist rund ums Jahr 24 Stunden geöffnet und frei zugänglich. Wachen sind von 9.30 Uhr morgens bis 22 Uhr abends anwesend. Hier kann man übrigens auch den Platz sehen, an dem der Bürgerrechtler Martin Luther King seine Rede für die Freiheit und Gleichberechtigung der farbigen US-Bevölkerung gehalten hat, die durch die Worte „I have a dream“ berühmt geworden ist.

Nach 40 Jahren hat das Weiße Haus in Washington sein Fotoverbot für Besucher aufgehoben. Bis dato waren Schnappschüsse im Amtssitz der USA untersagt.
Nach 40 Jahren hat das Weiße Haus in Washington sein Fotoverbot für Besucher aufgehoben. Bis dato waren Schnappschüsse im Amtssitz der USA untersagt.

Eine echte Ikone Washington ist natürlich das Weiße Haus. Wer den Sitz des Präsidenten, das „White House“, nicht gesehen hat, der ist irgendwie nicht wirklich in Washington gewesen. Eine Besichtigung ist derzeit (Stand Mai 2018) zwar nicht möglich, doch das dazugehörige Besucherzentrum lohnt sich auf jeden Fall. Dort werden in Ausstellungen und mit Videos Einblicke das Innenleben und die Geschichte des berühmten Hauses gewährt.

Auch das Washington Memorial, das dem ersten Präsidenten George Washington gewidmet ist, liegt an der National Mall. Hier wehen ständig 50 Flaggen, für jeden US-Bundesstaat eine.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Sehenswertes jenseits der Stadtgrenzen

Der Nationalfriedhof Arlington ist einer der 139 Nationalfriedhöfe in den USA.
Der Nationalfriedhof Arlington ist einer der 139 Nationalfriedhöfe in den USA.

Washington ist Politik, Washington ist Geschichte. Das wird auch am Arlington Nationalfriedhof einmal mehr deutlich, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Hier im Arlington National Cemetery befinden sich die Gräber von rund 300.000 Soldaten. Auch der ermordete Präsident John F. Kennedy hat in Arlington seine letzte Ruhestätte gefunden. Von hier aus hat man übrigens einen der besten Ausblicke auf Washington überhaupt.

Wer schon mal draußen in Arlington ist, der sollte sich auch gleich noch das Pentagon Memorial ansehen. Es steht in einem großen Park mit 184 Steinbänken, in die jeweils ein Name eingraviert worden ist. Die Bänke, die in Richtung Pentagon zeigen, tragen die Namen jener Menschen, die am 11. September 2001 mit einem Flugzeug in das Gebäude rasten und dabei starben. Die Bänke, die vom Pentagon weg zeigen, tragen die Namen der Toten, die vergeblich versucht hatten, das Gebäude zu verlassen.

Washington D.C. in aller Kürze

  • „D.C.“ steht als Namenszusatz für „District of Columbia“ und verhindert somit Verwechslungen mit dem US-Bundesstaat Washington
  • Die meisten Hauptsehenswürdigkeiten befinden sich rund die National Mall und sind gut Fuß oder mit dem Rad zu erreichen
  • Das Kapitol ist Sitz des US-Kongresses
  • Im „Smithsonian Castle“ eine großzügige Stiftung kennenlernen
  • Immer geöffnet: das Lincoln Memorial
  • Gut geschützt: das Weiße Haus
  • Etwas außerhalb: der Arlington Nationalfriedhof und das Pentagon Memorial
  • Ausnahme: Das „Newseum“ kostet Eintritt – und ist ihn wert