Lincoln Memorial – Erinnerung an den 16. Präsidenten der USA

„I Have a Dream“ – vier kleine Worte, die in die Geschichte eingingen und untrennbar mit dem Lincoln Memorial verbunden sind. Schließlich stand Martin Luther King während seiner wohl berühmtesten Rede auf dessen Stufen.

„I Have a Dream“ – vier kleine Worte, die in die Geschichte eingingen und untrennbar mit dem Lincoln Memorial verbunden sind. Schließlich stand Martin Luther King während seiner wohl berühmtesten Rede auf dessen Stufen. Ein Ort, der nicht zufällig gewählt war.

Abraham Lincoln wurde 1860 in das Amt des US-Präsidenten gewählt. Nur kurze Zeit später – am 12. April 1861 – nahm der Sezessionskrieg seinen Anfang, nachdem insbesondere die Sklavenfrage das Land gespalten hatte. Der Amerikanische Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten sollte bis zum 23. Juni 1865 andauern und fand mit der Wiederherstellung der Union und der Abschaffung der Sklaverei sein Ende.

„In diesem Tempel, so wie in den Herzen der Menschen, für die er die Union rettete, ist die Erinnerung an Abraham Lincoln auf ewig festgehalten“.

„In diesem Tempel, so wie in den Herzen der Menschen, für die er die Union rettete, ist die Erinnerung an Abraham Lincoln auf ewig festgehalten“.

Lincoln erlebte das Ende des Krieges nicht mehr. Er wurde am 14. April 1865 Opfer eines Attentats und erlag am Folgetag seinen Verletzungen. Seine Erfolge, seine Reden aber auch sein gewaltsamer Tod machten Lincoln zum Helden und in den Augen vieler Menschen zu einem der bedeutendsten Präsidenten der Geschichte der USA. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis dem Präsidenten des Amerikanischen Bürgerkriegs und dem Befreier der Sklaven zu Ehren ein Denkmal errichtet wurde, das heute mit über 7 Millionen Besuchern pro Jahr zu den bekanntesten Bauwerken Washingtons zählt.

Von den ersten Plänen bis zur Einweihung

Bis es jedoch soweit war, galt es die ein oder andere Hürde zu überwinden. Nicht immer war man sich einig und besonders die Wahl des Standortes und die Form des künftigen Monuments sorgten für hitzige Diskussionen. Alles begann im Jahr 1910 als sich die beiden Kongressmitglieder Shelby M. Cullom und Joseph G. Cannon für die Errichtung eines Memorials einsetzten und schließlich die Schaffung der „Lincoln Memorial Commission“ erreichten. Zudem wurden 2 Millionen US-Dollar für den Bau des Denkmals bereitgestellt. Eine Million mehr sollten letzten Endes für die Fertigstellung des Monuments nötig werden.

Viele Ideen wurden ausgetauscht, die von einem Highway bis zu einer riesigen Pyramide reichten, bis man sich schließlich auf die jetzige Form einigte. 1915 konnte der Grundstein für das Memorial gelegt werden. Und 57 Jahre nach Lincolns Tod, am 30. Mai 1922, war es dann soweit. Das Lincoln Memorial konnte im Rahmen einer feierlichen Zeremonie seiner Bestimmung übergeben werden.

Paradoxerweise unterlagen die Feierlichkeiten für den Mann, dessen Name untrennbar mit der Gleichberechtigung der Menschen ungeachtet ihrer Herkunft verbunden ist, strikt nach Hautfarbe getrennt. Sogar Dr. Robert Moton, der Präsident des Tuskegee Institutes, der eine Rede hielt, durfte nicht auf der Rednerplattform Platz nehmen, sondern musste sich in einem für Afroamerikaner reservierten Bereich niederlassen.

Landkarte

Das Lincoln Memorial und die Bürgerrechtsbewegung

Das Lincoln Memorial diente als Schauplatz vieler Bürgerrechtsdemonstrationen, von denen der „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ mit Martin Luther Kings flammender Rede vor über 250.000 Menschen am 28. August 1963, dem 100. Jahrestag der Emanzipations-Proklamation, wohl die bekannteste ist.

Das Lincoln Memorial heute

Flaniert man die National Mall entlang von Osten nach Westen gelangt man an ein langgezogenes Reflexionsbecken, hinter dem sich ein von Grünflächen umgebenes, 30 Meter hohes Bauwerk erhebt, das an einen griechischen Tempel erinnert. 36 dorische Säulen umschließen sein Inneres, die für die 36 Bundesstaaten stehen, die zu Lincolns Lebzeiten Teil der USA waren. Spätere Bundesstaaten wurden um das Dach herum eingemeißelt, während die beiden jüngsten, Alaska und Hawaii, auf zwei Tafeln im Boden des Memorials verewigt sind.

Einige Stufen führen ins Innere des vom New Yorker Architekten Henry Bacon entworfenen Memorials und zu einem 5,80 Meter hohen und 175 Tonnen schweren Mann, der auf seinem Stuhl sitzend auf die National Mall blickt. Daniel Chester French, der bedeutendste Bildhauer der damaligen Zeit, war es, der dieses Abbild Abraham Lincolns aus 28 Blöcken weißem Marmor schuf, nachdem er von seiner ursprünglichen Idee, eine nur drei Meter hohe Bronzestatue zu schaffen, abgekommen war, da ihm diese im Vergleich zum kolossalen Bauwerk zu winzig erschien.

Über der Statue sind die Worte Royal Cortissoz’ eingemeißelt:

„AS IN THE HEARTS OF THE PEOPLE
FOR WHOM HE SAVED THE UNION
THE MEMORY OF ABRAHAM LINCOLN
IS ENSHRINED FOREVER“

Links der Statue befindet sich unter dem Wandgemälde „Emancipation“ von Jules Guerin die Bliss-Version von Lincolns „Gettysburg Address“, einer der berühmtesten Reden des US-Präsidenten, in der er 1863 das demokratische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten zusammenfasste. Sie gilt als rhetorisches Meisterwerk und ist Teil des historisch-kulturellen Erbes der USA.

In die Nordwand ist Lincolns zweite Antrittsrede vom März 1865 eingemeißelt. Auch hier finden wir ein Gemälde von Jules Guerin: „Reunion“. Unterhalb des Lincoln Memorials befindet sich ein Museum, das sich dem Leben Abraham Lincolns widmet.

Geplante Renovierungsmaßnahmen in den nächsten vier Jahren

Alljährlich wird das Lincoln Memorial von mehr als 7 Millionen Menschen besucht.

Alljährlich wird das Lincoln Memorial von mehr als 7 Millionen Menschen besucht.

Durch eine Spende des Milliardärs David Rubenstein über 18,5 Millionen US-Dollar kann das Lincoln Memorial in den nächsten vier Jahren umfassend renoviert werden. Neben Reinigungsarbeiten an den Innen- und Außenfassaden, einer Dachreparatur und der Behebung von Erdbebenschäden sollen auch die Wandmalereien restauriert und die antiquierten Toiletten erneuert werden. Zudem ist geplant, die Ausstellungsfläche (von 750 auf 15.000 m2) und den Buchladen des Memorials zu vergrößern und Ausstellungen zu ergänzen. Auch ein zweiter Aufzug soll eingebaut werden. Das Lincoln Memorial steht aufgrund des weichen Bodens im ehemaligen Sumpfgebiet am Potomac auf 20 Meter tiefen Betonfundamenten und Pfahlkonstruktionen, die man Besuchern künftig zugänglich machen möchte.

Erstmals würden dann auch die Kohlezeichnungen zu sehen sein, die Arbeiter während der siebenjährigen Bauzeit dort hinterließen. Dazu gehören zum Beispiel Karikaturen des ehemaligen Präsidenten William Howard Taft und des Architekten Henry Bacon.

Während der Restaurierungsmaßnahmen bleibt das Lincoln Memorial geöffnet. Es ist jedoch möglich, dass von Zeit zu Zeit einzelne Teile des Gebäudes gesperrt sind.

Anfahrt und allgemeine Informationen

Das Lincoln Memorial befindet sich am westlichen Ende der National Mall. Es untersteht dem National Park Service, dessen Mitarbeiter von 9:30 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends im Einsatz sind.

Die Parkmöglichkeiten in der Nähe der Sehenswürdigkeit sind speziell abends und nachts begrenzt. Es empfiehlt sich daher auf öffentliche Verkehrsmittel (z. B. Metro bis Foggy Bottom oder Smithonian) zurückzugreifen.

Innerhalb der National Mall finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

Adresse und Öffnungszeiten

  • Lincoln Memorial
  • West Potomac Park,
  • Washington D.C.
  • Öffnungszeiten: durchgehend geöffnet

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