Everglades National Park
40001 State Road 9336
Homestead, FL 33034-6733
Tel. 305-242-7700
Etwa 70 km südwestlich von Miami erstrecken sich die Everglades an der Südspitze Floridas auf einer Gesamtfläche von 5.700 qkm. Es ist ein schier endloses Sumpfgebiet, eine grüne Wasserlandschaft mit Sägegras (saw grass) und wenigen inselartigen Erhebungen, bewachsen mit tropischen Hölzern (hammocks). Bewässert wird das Gebiet durch den etwa 100 km nördlich liegenden Lake Okeechobee, dessen Wasserabgaben in einer geringen Höhe (10 bis 15 cm) – für das Auge kaum wahrnehmbar – Richtung Süden zur Florida Bay „fließen". Es ist ein komplexes, hochempfindliches Ökosystem an der Grenze von Süß- und Salzwasser, um dessen Bewahrung und Wiedergewinnung sich die amerikanische Regierung zunehmend bemüht. In der Mischzone von Süß- und Satzwasser finden sich Mangrovenwälder. Es ist mithin keine spektakuläre Landschaft, wie andere Nationalparks, etwa im Südwesten, aber gleichwohl ein für die USA einmaliges Landschaftsbild. Der Reiz des Nationalparks für Besucher liegt mithin in der Tier- und Pflanzenwelt (Beobachtung von Alligatoren, Krokodilen und Vögeln) sowie möglichen Wasser"wanderungen" per Kanu.
Der Everglades Nationalpark ist in drei Bereichen zugänglich:
im Süden
im Norden vom Tamiami Trail (US 41) zum Shark Valley (mittels Tram-Tour oder zu
Fuß/per Rad)
von Everglades City bzw. der Gulf Coast Ranger Station (nur per Boot).
Eine Schema-Zeichnung des National Park Service erläutert den Aufbau der Lebensräume der Everglades.
Das Leben im Everglades Nationalpark wird bei den flachen und seichten Gewässern vom
Klima bestimmt. Der Park ist ganzjährig geöffnet und daher grundsätzlich auch ganzjährig eine Besucherattraktion. In der nassen Saison von Mai bis Oktober ist es allerdings sehr
feucht und sehr heiß und weite Teile des Parks sind überflutet und unzugänglich, die Tiere ziehen sich in die hinteren Bereiche zurück. Die Moskitos sind bis in den Dezember eine besondere Plage.
In der trockneren Saison von etwa Dezember bis April weichen die Wasser zurück, das Gebiet fällt in weiten Bereichen trocken. Die Tiere konzentrieren sich auf die verbleibenden
Wasserlöcher (gator hole) und Tümpel und können so relativ leicht beobachtet werden. Die Moskitos sind leider nicht fort, aber in geringerer Zahl vertreten und „nur noch" in der
Dämmerung und im Halbdunkel der Dickichte besonders aktiv. Dies ist die zu empfehlende Reisezeit.
Hinweis:
Die Moskitos in den Everglades sind eine echte Plage, auch in der trockenen Jahreszeit. Ungestochen kommt wohl keiner davon. Man sollte daher unbedingt langärmelige Hemden und lange Hosen tragen (helle Kleidung). Besten, wenn auch zeitlich begrenzten Schutz bieten die im Visitor Center und anderswo zu erwerbenden Mückenabwehrmittel (mosquito repellant: „Buzz Away“), mit denen man die verbleibenden, frei zugänglichen Körperstellen einreibt. Dies riecht zwar nicht besonders angenehmen, ist aber weitestgehend wirksam. Heimische Abwehrmittel (Autan usw.) sind dagegen kaum wirksam, im Gegenteil: man kann den Eindruck haben, die „Biester" sehen diese als Leckerbissen an.
Im Hauptbereich des Parks liegen die Hauptsehenswürdigkeiten entlang der Parkstraße. Via US 1 und State Route 9336 erreicht man von Florida City aus nach etwa 16 km das
Main Visitors Center
Ein Film gibt Orientierung zu Geschichte und Entwicklung der Everglades, Park-Ranger Auskünfte aller Art. Nur wenige Minuten davon entfernt beginnt die Royal Palm Area
mit dem Royal Palm Visitors Center
Hauptattraktionen sind hier der Anhinga und der Gumbo Limbo Trail
Anhinga TrailDer Anhinga Trail führt auf Brettersteigen in die Landschaft des Tailor Slough, seichten Wasserstellen, in denen das Wasser wegen der Vertiefungen im Doggergestein das ganze Jahr über stehen bleibt. Der Slough ist einer der wichtigsten Süßwasseradern der Everglades, Besonders in der trockenen Jahreszeit ist dies ein Rückzugsgebiet für viele Tiere, die man so nahe und doch in freier Wildbahn gut beobachten kann. Selten kann man Alligatoren so nah und doch ungefährdet „besichtigen".
Gumbo Limbo Trail
Der etwa 800 m lange Pfade liegt nahe beim Visitors Center und windet sich durch einen Hammock, kaum 30 cm höher als das umliegende Grasland. Der Hammock besteht aus Schlingpflanzen und Palmen (Royal Palms). Das Blätterdach bietet Schutz. Der Parkstraße folgend gelangt man zu weiterem Besuchenswerten:
Pine Land
Vom Parkplatz aus führt ein kurzer Pfad durch Kiefernwald, der als Brandwald entstanden ist. Treten keine Brände auf, werden Kiefern nach und nach durch Harthölzer ersetzt, da die Jungen Triebe, die nicht im dichten tropischen Schatten wachsen können, ersticken. Es handelt sich um die Florida Slash Pine (Elliotskiefer), die einzige in Südflorida beheimatete Kiefernart. Unterhalb der Kiefern wachsen farnartige Pflanzen. Die einfach wirkende Baumgemeinschaft ist gleichwohl vielfältig und besteht aus über 200 Unterholzgewächsen – 30 Arten kommen sonst nirgendwo auf der Erde vor.
Etwa auf halbem Weg zwischen der US 1 und Flamingo erreicht manPa-hay-okee
Von einer Plattform aus kann man hier die wichtigsten Grasarten der Everglades besichtigen.
Wenige Kilometer weiter führt eine Nebenstraße zum
Mahagony Hammock
Ein Brettersteg führt durch die dschungelähnliche Bauminsel mit großen Mahagonibäumen. Die Hammocks Südfloridas gehören zu den komplexesten Waldgebieten der Erde und zeichnen sich durch eine ganzjährige Wachstumszeit aus. Der Hammock besitzt ein Selbstabwehrsystem, das ihn vor Feuer schützt. Schwache Faulsäuren rinnen von dem erhöhten Zentrum der Bauminsel ab und konzentrieren sich an den Rändern. Dabei lösen sie das darunter liegende Kalkgestein auf. Nähert sich ein Feuer, wird dieses durch das tiefer liegende Feuchtgebiet gebremst.
Weiter geht es zum
Mangrove Trail
Ein Brettersteg führt am Ufer des West Lake entlang zu verschiedenen Mangrovenarten. Mangrovensümpfe bilden sich in Gewässern mit einer Mischung aus Süß- und Meerwasser. In diesem brackigen Gebiet bilden die Mangroven dichte und fast undurchdringliche Wälder. Die vier verschiedenen Mangrovenarten sind die einzigen Bäume, die Salz vertragen können und in salzhaltigen Böden Nahrung finden.
Buttonwood Tree und White Mangrove/Weiße Mangrove wachsen nur an Stellen, die hoch genug liegen, um von der Flut nicht erreicht zu werden, und wo der salzhaltige Boden vom Regenwasser abgewaschen werden kann.Rote Mangroven scheiden durch ihre Wurzeln Salz aus. Dicke, spitze Blätter stoßen während der Regenzeit das Regenwasser rasch ab und geben umgekehrt während der Trockenzeit Feuchtigkeit nur langsam ab.
Schwarze Mangroven besitzen fingerdünne, aus dem Wasser ragende Luftwurzeln. Sie wachsen – wie die roten Mangroven – in niederen Gebieten, die von Ebbe und Flut betroffen werden.
Die Parkstraße endet in
Flamingo
einem früheren Fischerdort mit kleinem
Visitors Center.
Hier findet man die Flamingo Lodge, die einzige Motelübernachtungsmöglichkeit im Park, sowie einen kleinen Laden und ein Restaurant.
Die Flamingo Lodge ist als Unterkunft empfehlenswert, nicht zuletzt, weil die Attraktionen des Parks von hier aus schnell zu erreichen sind.
Flaminge Lodge, Marina and Outpost Resort
Flamingo, FL 33030
Tel. 800-600-3813, 941-695-3101
Das Restaurant bietet eine Vielzahl an qualitativ guten Speisen, wenn auch nicht ganz billig.
Von Flamingo werden zahlreiche Bootstouren mit unterschiedlichen Besichtigungslängen angeboten. Nach unserer Erfahrung können wir nur bedingt einer Teilnahme zuraten. Unsere vierstündige Erkundung mit der „Dolphin" war außer des relativ hohen Preises wenig ergiebig. Tiere („bald eagle" guaranteed) sah man auch mit Femglas nur aus der – weiten – Feme, im übrigen war es eine triste „Seefahrt". Die Erklärungen des Bootsführers beschränkten sich zudem auf allgemeine Ausführungen.Sie haben Fragen, Anregungen, Hinweise ? Dann benutzen Sie bitte das |


