Epcot - Der anspruchsvollste Themenpark

Epcot mit seinem 'Spaceship Earth' ist der zweitgrößte Vergnügungspark des Walt Disney World Resorts bei Orlando in Florida.

EPCOT, die „Experimental Prototype Community of Tommorrow“, ist ein Themenpark mit einer Mischung aus Unterhaltung und Information und wendet sich vor allem an erwachsene Besucher. Aber auch Kinder finden hier ausreichend Spaß.

Inhaltsverzeichnis
Tickets für den Themenpark „Epcot” | Nemo suchen und Pluto finden | Ein Golfball-Raumschiff namens Erde | Aus dem Weltraum direkt in die typische Disneywelt- und zurück | Hotels, Apartments und Ferienwohnungen | Fast die ganze Welt in einem Pavillon

Lange war der Themenpark „Epcot” der untypischste innerhalb des Walt Disney World Resort nahe Orlando, Florida. Nur wenige konnten etwas mit den Namen anfangen, es fehlten Mickey, Donald und all die anderen Charaktere, die sonst einen Disneypark bevölkern. Insgesamt ging es mehr um Visionen und ums Lernen, als um Spaß und harmloses Vergnügen. Das erklärt sich aus der Geschichte des Parks, und es hat sich inzwischen überlebt. „Epcot“ ist zwar wahrscheinlich immer noch der anspruchsvollste Park der gesamten Disneywelt, aber auch dort haben inzwischen Fahrgeschäfte und die einfach unverzichtbaren Figuren wie Goofy, Onkel Dagobert und die Panzerknacker-Bande Einzug gehalten.

Tickets für den Themenpark „Epcot”

Tickets für den Themenpark „Epcot” finden Sie auf www.getyourguide.de.

Nemo suchen und Pluto finden

Das “Spaceship Earth“ bei Nacht. Foto: Benjamin D. Esham / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 us (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/us/deed.en) or CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Das “Spaceship Earth“ bei Nacht. Foto: Benjamin D. Esham / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 us or CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Eine Welt, in der sich Spaß und Lernen auf wunderbare Weise vermischt, finden Besucher im „Sea Base Pavilion“ vor. Bitte einsteigen ins „Clamobile“ und zunächst mal ganz gemächlich während einer sanften Fahrt nach Nemo suchen, jenem berühmten Fisch, der immer wieder aufs Neue verschwindet. Man sitzt in riesigen Muscheln und bewegt sich mit ihnen durch einen idealen, unbelasteten Ozean voller farbenfroher Meeresbewohner und Pflanzen. Danach kann man diese märchenhafte Erfahrung dann einem Realitätscheck unterziehen. Ein Aquarium mit enormen Ausmaßen lädt dazu ein, echte Fische kennenzulernen. Dabei darf nicht nur geguckt, sondern gern auch gespielt werden. Mit vielen interaktiven Angeboten ist dieses Parkmodul ideal auch für kleinere Kinder.
Das gilt auch für den Film „The Circle of Life“, der mit einer Länge von 20 Minuten die kindliche Aufmerksamkeit nicht überfordert. Vor allem auch deshalb nicht, weil hier eine leicht verdauliche Mischung aus Animation und Action gelungen ist. Das Thema: Unsere Erde und wie wir pfleglicher als bisher mit ihr umgehen können und sollten.
Danach darf dann aber auch mal Spaß pur sein! Den gibt es in bester Disney Manier im „West Pavilion“, wo das „Cartoon Clubhouse“ steht. Hier wohnen sämtliche Helden, die die Comics und Filme von Disney so einmalig machen. Ob Minnie oder Mickey Mouse, ob Donald Duck, Onkel Dagobert, Tick. Trick und Track oder selbst Pluto; alles, was Rang und Namen hat, steht hier zur Begrüßung der Besucher bereit. Umarmungen sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Ein Golfball-Raumschiff namens Erde

Als das „EPCOT Centre“ (der Name wurde ursprünglich in Versalien geschrieben) am 1. Oktober 1982 nach rund drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde, konnte Walt Disney nicht mehr dabei sein. Er war bereits während der Bauarbeiten zum „Magic Kingdom“, dem ersten Themenpark des neuen Disney Resorts, gestorben. Die Walt Disney Company, die ihm nun rechtlich als Bauherr gefolgt war, konnte sich aus vielerlei Gründen nicht dazu durchringen, seinen Visionen zu folgen. Walt Disney wollte mit EPCOT (Experimental Prototype Community of Tomorrow) eine echte Stadt mit Modellcharakter bauen. 20.000 Menschen sollten in ihr leben und quasi wie in einem Feldversuch Erkenntnisse für eine Stadtplanung der Zukunft liefern. Davon nahmen die Parkplaner jedoch komplett Abstand. Stattdessen entstand ein Themenpark, der sich mit zwei Schwerpunkten auseinandersetzte. Ein Teil war der Kultur vieler Völker und Nationen gewidmet, der andere beschäftigte sich mit den neuesten technischen Entwicklungen, Prototypen und Visionen. Das augenfälligste Bauwerk des Themenparks war (und ist) das “Spaceship Earth“; eine riesige Ausstellungskugel, die direkt aus dem Weltraum auf den Park heruntergefallen zu sein scheint. Tatsächlich erinnert dieses „Raumschiff“ auch an einen überdimensionalen Golfball. Egal, was man mit der Form auch assoziiert, im Inneren wartet eine spannende Reise durch die Menschheitsgeschichte auf die Besucher. 40.000 Jahre, von den ersten Höhlenmalereien bis hin zur Landung auf dem Mond werden dabei in einer guten Viertelstunde zusammengefasst. Konzentrierter und unterhaltsamer kann Geschichte kaum sein! Der Respekt vor der Vergangenheit mündet anschließend fast unweigerlich in die Frage, was wohl die Zukunft bereithalten mag. Antworten darauf finden die Besucher im interaktiven Bereich „Project Tomorrow“, in dem digitale Spiele und Simulatoren genutzt werden können.

Aus dem Weltraum direkt in die typische Disneywelt- und zurück

Die World Showcase Lagoon ist ein künstlicher See inmitten des World Showcase-Areals.
Die World Showcase Lagoon ist ein künstlicher See inmitten des World Showcase-Areals.

Epcot fand Anklang und wurde millionenfach besucht, und dennoch schien dieser Themenpark lange nicht „richtig“ zum Walt Disney World Resort Orlando zu gehören. Es fehlten einfach so typische Elemente wie Paraden und Achterbahnen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das Management reagierte darauf und führte diverse Neuerungen ein. Heute kann man zum Beispiel, wie schon erwähnt, auf einer Bahn durch das „Raumschiff Erde“ reisen. Von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis hin zu den sozialen Netzwerken der Gegenwart erfährt und erlebt der Besucher, wie Menschen miteinander in den jeweiligen Epochen kommuniziert haben.

Wer mag, kann von Epcot aus auch einen Flug auf den Mars unternehmen. Bitte einsteigen und anschnallen heißt es für jeweils vier Besucher in einer Kabine. Dann geht es ab in den Weltraum. Dabei wird nicht nur der Blick ins All und auf die Planeten geboten, sondern auch die physikalischen Kräfte, die dabei entstehen, werden simuliert. Da in Epcot sehr viel technisches Know-how nötig ist, werden einzelne Attraktionen regelmäßig von großen Firmen gesponsert. Eines dieser Unternehmen ist die deutsche Siemens AG. Sie sponsert die Hauptattraktion „Spaceship Earth“. Der Lebensmittelriese Nestlé wiederum unterstützt die Attraktion “The Land“ finanziell. Dabei geht es um eine nachhaltige Landwirtschaft und um die Herausforderung, eine wachsende Weltbevölkerung auch in der Zukunft ernähren zu können.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen in der Nähe des Themenparks „Epcot” finden Sie auf www.booking.com.

Fast die ganze Welt in einem Pavillon

Im Epcot Themenpark ist die ganze Welt zu Gast. Das beweisen nicht nur die Besucher aus aller Herren Länder, sondern das zeigt auch der Parkbereich „Epcot World Showcase“. Dort stellen sich elf Nationen mit allem vor, was ihre nationale Identität ausmacht. Vom Speisenangebot in den Restaurants bis zum Sortiment in den Souvenirshops, von der Architektur bis hin zum Unterhaltungsprogramm ist hier alles „typisch“. Die Länder, die das Privileg haben, sich so einem internationalen Publikum zu präsentieren sind natürlich die USA selbst, gefolgt von Kanada, Mexiko, China, Japan und Marokko. Aus Europa sind Deutschland, Frankreich, Italien, Norwegen und Großbritannien vertreten. Was es in den Liveshows Typisches zu sehen und zu hören gibt? Zum Beispiel zirkusreife Akrobatik aus China, Dudelsackpfeifer aus Schottland und donnernde Trommeln aus Japan. Den festlichen Abschluss eines jeden Epcot-Besuchs bildet dann am Abend ein spektakuläres Feuerwerk. Das sollte man selbst dann nicht verpassen, wenn man von dem langen Tag schon etwas müde ist.