Alcatraz – Das ehemalige Gefängnis & seine Insel

A-l-c-a-t-r-a-z, wer den Namen hört, der bekommt unweigerlich Gänsehaut und es jagt ihm leichte Schauer über den Rücken.

A-l-c-a-t-r-a-z, wer den Namen hört, der bekommt unweigerlich Gänsehaut und es jagt ihm leichte Schauer über den Rücken. „The Rock“ oder auch „America’s Devil Island“ ist berüchtigt und sorgte während seiner Nutzung als Hochsicherheitsgefängnis mehr als einmal für Schauergeschichten. Nicht umsonst gilt Alcatraz als Vorbild für das berüchtigte Zauberergefängnis Azkaban, das sicherlich vielen aus der Welt um Harry Potter bekannt ist.

Doch beginnen wir am besten am Anfang. In der Bucht von San Francisco befindet sich eine etwa 8,5 Hektar große, ca. 500 Meter lange und bis zu 41 Meter hohe Insel. 1854 wurde auf ihr der erste Leuchtturm an der US-amerikanischen Westküste errichtet.

Alcatraz wurde zunächst als Standort für ein befestigtes Fort genutzt, aber bald (ab 1861) auch als Gefängnis für Kriegsgefangene. Ihre Zeit als Standort für das Supergefängnis begann mit Franklin Roosevelt und seinen Generalstaatsanwalt Homer Cummings, die den Mafia-Gangstern der damaligen Zeit den Krieg erklärt hatten.

Knastalltag in Alcatraz

Alcatraz scheint prädestiniert für diese Rolle. Über zwei Kilometer vom Festland entfernt, umgeben von eiskaltem Wasser und starker Strömung ist es nahezu unmöglich, von dort zu entkommen. Und zusätzlich gab es ja auch noch ein High-Tech-Gefängnis, das nach dem neusten Stand der damaligen Technik gesichert wurde.

Alcatraz beherbergte knapp 30 Jahre lang die schlimmsten Verbrecher, die die USA zu dieser Zeit unsicher machten. Aber auch Straftäter, die aus anderen Gefängnissen dorthin verlegt wurden, weil sie als unverbesserlich und schwierig galten. Insgesamt waren dort zwischen 1934 und 1963 rund 1545 Häftlinge untergebracht. Der berühmteste davon ist wohl Al Capone, der zwischen 1934 und 1939 auf der Gefängnisinsel einsaß.

Wer heute Alcatraz besucht, kann nur noch erahnen, wie es damals gewesen sein muss, als die „schweren Jungs“ ihre Strafe absaßen. Auf „America’s Devil Island“ herrschte eisige Stille. Die Häftlinge waren in kleinen, nur mit Waschbecken, Toilette und Bett ausgestatteten Zellen untergebracht und verbrachten 18 bis 23 Stunden des Tages in den nur 1,52 Meter breiten und 2,74 Meter langen Käfigen. Das Knastregime galt als gnadenlos. Niemand durfte sich frei auf dem Gelände bewegen, es durfte nur am Arbeitsplatz und in der Kantine gesprochen werden und die Häftlinge standen stets unter schwerer Bewachung.

Zwischen 1934 und 1963 war Alcatraz eines der bekanntesten und berüchtigtsten Hochsicherheitsgefängnisse der USA.

Zwischen 1934 und 1963 war Alcatraz eines der bekanntesten und berüchtigtsten Hochsicherheitsgefängnisse der USA.

Das Licht brannte rund um die Uhr und Briefe gelangten nur gelesen und zensiert an die jeweiligen Empfänger. Wer sich nicht an die Regeln hielt, musste damit rechnen in den „Dungeons“ (Kerkern) unter den Blocks A und D oder in der Nacktzelle in Block D in Isolationshaft genommen zu werden. Und auch die Warmwasserduschen, die auf den ersten Blick als Wohltat erscheinen (gab es diese doch in keinem anderen Gefängnis im Land) hatten nur ein Ziel: Die Häftlinge sollten nicht an kaltes Wasser gewöhnt werden, um ihre Chancen bei einem Fluchtversuch zu mindern. Speziell das Redeverbot setzte vielen Häftlingen zu. Nicht wenige wurden wahnsinnig oder begingen Selbstmord.

Flucht aus Alcatraz

Offiziellen Angaben zufolge gelang es nie jemandem aus Alcatraz zu fliehen. Auch wenn die spektakuläre Flucht von Frank Morris und den Brüdern John und Clarence Anglin hier immer wieder Zweifel aufkommen lässt. Die Flucht dieser drei Sträflinge diente auch als Vorlage für den Hollywood-Film „Escape from Alcatraz“ von 1979 mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.

Das Ende des Supergefängnisses

Zum Ende von Alcatraz 1963 führten letztendlich Baufehler. Das Salzwasser, mit dem die Toiletten betrieben wurden, machte zusammen mit der salzhaltigen Luft aus dem einstigen Superknast ein marodes Relikt. Die letzten 27 Häftlinge, die in Alcatraz untergebracht waren, wurden am 21.03.1963 auf verschiedene Gefängnisse verteilt.

Die Faszination Alcatraz

Alcatraz faszinierte die Öffentlichkeit und tut dies bis heute. Man malte sich ein grausames Bild von den Zuständen in „The Rock“ und die gefilterten Informationen, die nur vom BOP (Federal Bureau of Prisons) an die Öffentlichkeit gegeben wurden, trugen zum erbarmungslosen Ruf des Hochsicherheitsgefängnisses bei.

Alcatraz heute

Nachdem die Insel durch Besetzungsaktionen der Indianerbewegung in den 60er und Anfang der 70er Jahre noch einmal mediale Aufmerksamkeit erreicht hatte und Pläne, sie in ein Casino zu verwandeln, scheiterten, wurde sie 1972 schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute ist die ehemalige Gefängnisinsel als Teil der Golden Gate National Seashore eine museale Touristenattraktion mit über 1 Million Besucher pro Jahr.

Alcatraz ist täglich geöffnet (außer Weihnachten und Neujahr) und kann im Sommer bis 18 Uhr und in den anderen Jahreszeiten bis 16 Uhr besichtigt werden. Der Besuch des Gefängnisses und der Insel ist kostenlos, jedoch müssen Tickets für die Fähre gekauft werden, die alle 30 Minuten von San Francisco aus Alcatraz anfährt. Der Fahrpreis beinhaltet die Audio-Tour im Zellenblock, die auch in deutscher Sprache verfügbar ist. Originalaufnahmen von Zeitzeugen sind aber nur in der englischen Version zu hören.

Im Gefängnis selbst können der Zellenblock, der Speisesaal, die Bibliothek und der Gefängnishof besichtigt werden. Zusätzlich ist im Unterkunftsblock der Wachen eine Gefängnisausstellung aufgebaut. Aber auch ein Modell des Fort Alcatraz während seiner militärischen Nutzung zwischen 1865 und 1868 ist dort zu finden, das ebenso wie die verbliebenen Gebäude aus der Zeit der Bürgerkriege eine Vorstellung davon vermittelt, wie es auf Alcatraz im 19. Jahrhundert aussah.

Spuren der Amerikanisch-Indianischen-Besetzung in den 60er und 70er Jahren, wie die handgeschriebenen Schriftzüge „Indianland“ oder „Indians welcome“ sind auch heute noch zu sehen.

Alcatraz bietet neben seinen Blumengärten, die einen eindrucksvollen Kontrast zu den düsteren Betongebäuden bieten, Lebensraum für seltene Pflanzen und zahlreiche Vögel.

Tickets buchen

Tickets für die Tages- oder auch die Nachttouren können über die Seite www.getyourguide.de gebucht werden. Es lohnt sich aufgrund der großen Beliebtheit der Gefängnisinsel diese im Voraus zu erwerben.

Allgemeine Hinweise für einen Besuch auf der Insel

Alcatraz liegt in unmittelbarer Nähe zu San Francisco und ist von „Frisco“ aus zu sehen.

Alcatraz liegt in unmittelbarer Nähe zu San Francisco und ist von „Frisco“ aus zu sehen.

Auf Alcatraz ist das Wetter oft unvorhersehbar. Es kann sein, dass in San Francisco sommerliche Temperaturen herrschen und es auf Alcatraz empfindlich kalt ist. Hier lohnt es sich auf den „Zwiebel-Look“ zurückzugreifen, um sich an die wechselnden Temperaturen anpassen zu können.

Es gibt auf der Insel keine Möglichkeit, sich etwas zu essen zu kaufen. Mitgebrachtes Essen kann in den Picknickbereichen und im Bereich der Docks verzehrt werden. Dort ist auch das Rauchen erlaubt. Jedoch gibt es auf den Fähren die Möglichkeit etwas zu Essen, zu Trinken oder andere Erfrischungen zu erwerben.

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