Bryce Canyon Nationalpark – Felspyramiden

Die bizarren Steinformationen des Bryce Canyon Nationalpark im Südwesten von Utah stammen aus der jüngsten Erdgeschichte.

Die bizarren Steinformationen des Bryce Canyon Nationalpark im Südwesten von Utah stammen aus der jüngsten Erdgeschichte. Der Park liegt am östlichen Rand des Paunsauguntplateaus, einer Hochebene, die vor etwa 60 Millionen Jahren aus Meeresablagerungen entstanden ist.

Die Kräfte der Erosion (Regen, Schnee und Eis, allerdings kaum der Wind) schufen im Verlauf der Zeit, beginnend an der Bruchkante, eine märchenhafte Szenerie aus lachsfarben bis tiefrot leuchtenden, filigranen Felsgebilden, die ihr Erscheinungsbild je nach Sonneneinstrahlung farblich ändern. Am kräftigsten und imposantesten wirkt dieses Farbenspiel bei Sonnenauf- und –untergang. Der Bryce Canyon bildet eine Art Amphitheater, genauer gesagt eine Aneinanderreihung von 12 Amphitheatern, die zu einem Steilabbruch erodierten, und gehört zu den schönsten Landschaften der USA. Er ist ein Muss für jeden Besucher. Die Zinnen, Felsnadeln und Steinskulpturen – Hoodoos genannt – leuchten rot, weiß, bläulich, gelb und cremefarben. Diese „Märchenlandschaft“ lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Am interessantesten ist der Park bei Sonnenaufgang, aber auch bei Mondschein ist er beeindruckend.

Ponderosa-Kiefern, Hochgebirgs-Wiesen und Fichtenwälder wachsen am Plateau-Rand, während darunter der Blick frei ist. Die Luftqualität zählt zu den besten der USA, daher sind auch Sternbeobachtungen besonders gut möglich. Bereits 700 n.Chr. war das Gebiet von Anasazi-Indianer besiedelt, ihnen folgten die Paiute-Indianer. Diese gaben dem Canyon den treffenden Namen: „Rote Felsen, die wie Menschen in einem schalenförmigen Canyon stehen“ (unka-timpe-wa-wince-pock-ich). Nach der Überlieferung der Paiute Indianer schuf Coyote die Felsgebilde, als er – unzufrieden mit dem dort lebenden Volk – die Stammesangehörigen zu Stein verwandelte, so dass sie heute noch „versteinert“ stehen.

Die ersten weißen Siedler waren der Mormone Ebenezer Bryce und seine Frau Mary, die sich in der Nähe des heutigen Städtchens Tropic östlich des Parks niederließen. Fünf Jahre lang versuchten sie, hier Viehzucht zu betreiben, doch das raue Land konnten sie nicht beherrschen und zogen schließlich an einen freundlicheren Ort. Nach ihnen hat der Canyon seinen heutigen Namen. Von Ebenezer Bryce stammt der treffende Ausspruch: „Ein höllischer Ort, um eine Kuh zu verlieren.“ 1923 wurde Bryce Canyon zum National Monument erklärt, 1928 zum Nationalpark. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 145 qkm. Heute kommen jährlich etwa 1,1 Millionen Besucher. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite des Bryce Canyon Nationalpark.

Lage und Anfahrt

Die Kräfte der Erosion schufen im Verlauf der Zeit eine märchenhafte Szenerie aus lachsfarben bis tiefrot leuchtenden, filigranen Felsgebilden.

Die Kräfte der Erosion schufen im Verlauf der Zeit eine märchenhafte Szenerie aus lachsfarben bis tiefrot leuchtenden, filigranen Felsgebilden.

Der Bryce Canyon liegt im westlichen Süd-Utah, 26 Meilen/42 Kilometer südöstlich von Panguitch und ist über die US 89 und die Abzweigung der UT 12 wenige Meilen westlich der Kleinstadt Tropic zu erreichen (UT 63 Parkstraße). Von St. George fährt man nördlich auf der I-15 10 Meilen/16 Kilometer bis zum Exit 16, dann östlich 63 Meilen/101 Kilometer auf der UT 9 bis zur US 89, dort nördlich 44 Meilen/71 Kilometer bis zur UT 12 und dann östlich 13 Meilen/21 Kilometer zum Parkeingang. Der Zion Nationalpark ist 83 Meilen/134 Kilometer, Las Vegas 250 Meilen/403 Kilometer entfernt. Anhänger dürfen im Park nur bis zum Sunset-Campingplatz mitgenommen werden. Die Zufahrt zu den Aussichtspunkten Bryce Point und Paria View ist für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Metern Länge nicht erlaubt. Fahrräder sind im Backcountry und auf Trails verboten.

Landkarte

Entfernungen zum Bryce Canyon

Entfernung in Meilen zum Bryce Canyon

Der Eintrittspreis beträgt 25 $ pro Pkw für alle Insassen und gilt für 7 Tage. National Park und Golden Eagle Pass sind gültig. Wer mit dem eigenen Wagen in den Park hineinfahren möchte – auch zum Übernachten in der Lodge –, muss an der Eingangsstation diese 25 $ zahlen bzw. bei Vorlage des National Park oder Golden Eagle Pass zusätzlich 5 $. Es gibt auch die Möglichkeit, den Wagen außerhalb des Parks abzustellen und Shuttlebusse zu benutzen, dann beträgt der Eintrittspreis nur 15 $ pro Pkw (Einzelheiten unter Parkstraße). Wer sich innerhalb des Parks aufhält, kann die Shuttlebusse ohne weitere Gebühren nutzen. Backcountry permits kosten 5 $.

Haustiere

Haustiere sind innerhalb des Parks nur angeleint oder in entsprechenden Verwahrbehältnissen zugelassen. Auf Wanderwegen (Trails) und in öffentlichen Gebäuden müssen Haustiere „draußen“ bleiben.

Klima und Wetter

Die Sommer sind tagsüber heiß, die Temperaturen erreichen 28 Grad Celsius auf dem Plateau, vereinzelte Gewitter sind möglich. Nachts kühlt es wegen der Höhenlage (2.400 bis 2.700 m ü.d.M.) auf 8 Grad und darunter ab! Als beste Reisezeit gelten die Monate Juni bis September/Oktober. Im September und Oktober ist der Besucherandrang nicht mehr so groß, nachts kann es dafür bereits frostig sein.

Der Winter von November bis Februar bringt reichlich Schnee. Die Aussichtsstraße wird auf voller Länge bis zum Rainbow Point von Schneepflügen geräumt, das Innere des Canyons ist über Langlaufski oder Schneeschuhe erreichbar. Von Ende März bis zum Frühsommer erwachen die Wildblumen im Park, der Frühling zieht ein. Wegen der Höhenlage kann die Sonne zu jeder Jahreszeit scheinen. Kopfbedeckung und Sonnencreme werden daher empfohlen. Wegen der starken Temperaturschwankungen im Verlaufe eines Tages ist außerdem „Zwiebel“kleidung zweckmäßig.

Öffnungszeiten

Das Parkgelände ist ganzjährig zugänglich. Auch im Winter sind Schneepflüge im Einsatz.

Besichtigung

Auch im Winter bietet der Bryce Canyon Nationalpark eine wunderschöne Landschaft.

Auch im Winter bietet der Bryce Canyon Nationalpark eine wunderschöne Landschaft.

Durch das Parkgelände führt die UT 63, vorbei am Visitor Center, den beiden Campingplätzen und den Lodges Richtung Süden bis zum Rainbow Point (insgesamt 35 Meilen/56 Kilometer). Auf dem Weg liegen zahlreiche Aussichtspunkte, die einen immer wieder wechselnden Ausblick auf die Landschaft bieten. Von hier gibt es auch Wanderpfade in den Canyon hinein. Eine Wanderung in den Canyon ist auf jeden Fall zu empfehlen, weil sich erst von hier die beeindruckendsten Sichten ergeben.

In der Zeit vom 15. Mai bis 30. September sind kostenpflichtige Pendelbusse (Shuttle) im Einsatz (wer sich innerhalb des Parkgeländes befindet, kann die Shuttlebus kostenfrei nutzen). Sie starten 3 km nördlich des Parkeingangs kurz hinter der Kreuzung der Highways 12 und 63 (Shuttle Staging Area) und befahren die ganze Länge der eigentlichen Parkstraße (ca. 30 Kilometer) von 9 bis 17 Uhr.

Die blaue Linie „Blue Line“ fährt von der Staging Area zum Visitor Center. Vom Visitor Center fährt die rote Linie „Red Line“ zu den Aussichtspunkten und Wanderwegen (Trailheads) des Haupt-Amphitheaters. In den Südbereich des Parks fährt die grüne Line „Green Line“; Sitzplätze für diese Linie müssen am Visitor Center Desk im voraus persönliche reserviert werden (bis zu einem Tag im voraus möglich). Blue Line und Red Line Busse fahren alle 10 bis 15 Minuten, die Green Line Busse nach einem festen Fahrplan und dem Prinzip des „first come, first serve“. Für den Besuch der Parkstraße und der Aussichtspunkte sollte man einen halben Tag, besser einen ganzen Tag einplanen. Erst bei längerer Betrachtung und entsprechender Muße wirkt das Farbenspiel.

Erster Stopp hinter dem Parkeingang ist Fairyland Point. Eine etwa 1,5 km lange Stichstraße führt zu einem Aussichtspunkt auf Zinnen und Felsskulpturen des Bryce Canyon. Dieser Punkt wird oft nicht besucht, bietet jedoch einen der besten Ausblicke. Ein kurzer Weg in den Canyon führt hinein in die Welt der fantastischen „Hoodoos“, der Felsnadeln. Im Winter kann auf der Stichstraße Ski (Checkliste für den Skiurlaub) gelaufen werden.

Hier beginnt der Fairyland Loop Trail (8 Meilen/13 Kilometer), der an Felsformationen wie Sunken Ship, Chinese Wall und Tower Bridge vorbeiführt und Ausblicke in den Fairyland Canyon und auf die Boat Mesa gewährt. Der Trail führt 900 Fuß (275 Meter) in das Amphitheater hinunter, dann wieder hinauf und schließt an den Rim Trail an. Teile des Weges führen durch schattigen Kiefer- und Wacholderwald, der Aufstieg ist gleichwohl lang und besonders im Sommer schweißtreibend anstrengend. Es werden etwa 5 Stunden benötigt. Um nur zur Tower Bridge zu kommen, kann man auch den Tower Bridge Trail (3 Meilen/ 4,8 km) wählen, der die Chinese Wall ebenfalls berührt.

Zurück zu Parkstraße. Nach etwa 1,3 km erreicht man das Visitor Center. Täglich 8 – 16.30 Uhr geöffnet, im Sommer länger. Geboten werden ein 12-Minuten-Video sowie historische und geologische Ausstellungen und ein Reliefmodell, dass das gesamte Gebiet vom Grand Canyon im Süden bis zu den Parks in Zentral-Utah verdeutlicht, eine gigantische Felstreppe, ein Mekka für alle Geologen. Lassen Sie sich hier die genauen Zeiten für Sonnenauf- und –untergang geben! Außerdem gibt es Informationen zu Aktivitäten mit Rangern (Wanderungen, Vorträge).

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Es folgen die Aussichtspunkte Sunrise Point und Sunset Point, die durch einen geteerten Abschnitt des Rim Trail miteinander verbunden sind. Der geteerte Rim Trail verbindet Sunrise und Sunset Point mit Blick auf das Amphitheater of Standing Rocks. Benötigt wird etwa 1 Stunde für eine Strecke von einer halben Meile/ 800 Metern. Nur dieser Teil des Wanderweges ist auch rollstuhlgeeignet. Insgesamt ist der Rim Trail 5,5 Meilen/9 Kilometer lang, ebenerdig und verläuft zwischen Fairyland über Sunrise, Sunset und Inspiration Point zu Bryce Point. Er führt nicht in den Canyon hinein, bietet aber sehr schöne Aussichten.

Das Sunrise Nature Center am Sunrise Point zeigt in den Sommermonaten interessante Ausstellungen. Hier erhält man auch Backcountry Permits. Sunrise Point ist Ausgangspunkt des 1,8 Meilen/2,9 Kilometer langen Queen’s Garden Trail, der leicht zu begehen und landschaftlich reizvoll ist. Er führt 320 Fuß (100 Meter) in das Amphitheater hinein, vorbei an zahlreichen „Hoodoos“, einer davon hat eine starke Ähnlichkeit mit Queen Victoria. Schließlich gelangt man durch eine Felsenöffnung in das Steinlabyrinth vom Queen’s Garden mit fantastisch geformten Felsnadeln. Für den Trail werden 1 bis 2 Stunden benötigt. Am Sunrise Point führen auch der Rim Trail und der Peekaboo Loop vorbei. Der Peekaboo Loop Trail (5,5 Meilen/9 Kilometer) führt zu den Formationen The Cathedral, Wall of Windows, The Alligator und Fairy Castle. Vom Sunset Point hat man – entgegen seinem Namen – keinen exzellenten Blick auf den Sonnenuntergang, denn er liegt in östlicher Richtung. Beeindruckend ist jedoch die Aussicht am späten Nachmittag, wenn die Schatten immer länger werden. Der Blick wandert fast über das gesamte Amphitheater, man sieht Thor’s Hammer und die 60 m hohen Kliffs der Wall Street.

Die schönen Felsen des Bryce Canyon Nationalparks sind sein Markenzeichen.

Die schönen Felsen des Bryce Canyon Nationalparks sind sein Markenzeichen.

Hier beginnt der 1,4 Meilen/2,3 Kilometer lange Navajo Loop Trail, der 520 Fuß/160 Meter in den Canyon hinab führt. Der Canyon ist schmal und führt steil nach unten zu einer Schlucht, der Wall Street. In der engen und dunklen Klamm ragen die Felswände steil empor, so auch Thor’s Hammer. Der Aufstieg ist steil und entsprechend beschwerlich. Benötigt werden etwa 1 bis 2 Stunden.

Der Navajo Loop Trail und der Queen’s Garden Trail können kombiniert begangen werden (2,9 Meilen/4,7 Kilometer; 2 bis 3 Stunden): Abstieg über den steileren Navajo Loop am Sunset Point und Aufstieg über den nicht so steilen Queen’s Garden Trail zum Sunrise Point, oberhalb des Canyon Randes zurück über die geteerte Verbindung zwischen Sunset und Sunrise Point. Auch am Sunset Point führen der Rim Trail und der Peekaboo Loop vorbei.

Es folgt der Inspiration Point, den man über eine Stichstraße erreicht. Von hier kann man am besten die Silent City sehen, eine „schlafende Stadt aus Stein“. Die etwa 2 Meilen/3,2 km lange Stichstraße führt in das fantastische Bryce Amphitheater. Sie endet am Bryce Point, der als einer der schönsten Aussichtspunkte gilt. Am südlichen Rand des Amphitheaters gelegen gewährt er einen Panoramablick auf die nördliche Hälfte des Parks bis zu den Black Mountains im fernen Nordosten und den Navajo Mountains im Süden. Es ist einer der besten Plätze zur Beobachtung des Sonnenuntergangs. Zum Bryce Point fährt man über den linken Abzweig am Ende der Stichstraße nach dem Inspiration Point. Nimmt man die rechte Abzweigung, gelangt man zur Paria View, die eine schöne Aussicht auf den südlichen Parkteil mit den White Cliffs, die ihre Farbe dem weißen Navajo-Sandstein verdanken, bietet. Bryce Point ist das südliche Ende des Rim Trail und nördlicher Ausgangspunkt des Under-the-Rim-Trail. Der 22,5 Meilen/37 Kilometer lange Trail verbindet den Bryce Point mit dem Rainbow Point im Süden und ist der längste Wanderweg im Park (erfordert mindestens 2 Tage).

Die eigentliche Parkstraße führt weiter vorbei am Fairview Point mit weiter Sicht bis hin zum Kaibab Plateau am North Rim des Grand Canyon zur Natural Bridge. Dies ist ein riesiger Felsbogen mit einer Spannweite von 25 Metern, der durch die Kräfte von Frost und Regen entstand, und den Blick auf die Felslandschaft des südlichen Bryce Canyon freigibt. Von Agua Canyon bietet sich eine Aussicht auf die Felsnadeln der Pink Cliffs und mächtige Einzelfelsen. Einer der hier zu sehenden Hoodoos trägt den Namen The Hunter, weil er einen „Hut von grünen Bäumen“ trägt.

Nach dem Ponderosa Canyon, der ebenfalls besonders farbenprächtig ist, endet die Parkstraße am Rainbow Point. Bei klarer Sicht wird der Blick nur durch die Erdkrümmung aufgehalten und man kann bis nach New Mexico schauen. Man erkennt deutlich das Plateau des „Grand Staircase“, eine Folge farbenfroher Felsklippen hinabsteigend zum Kaibab Plateau und zum Grand Canyon. Der Rainbow Point liegt etwa 300 Meter höher als das Visitor Center. Die Baumvegetation besteht hier vorwiegend aus Rottannen, Espen und Fichten, während am Visitor Center Wacholder und Bergkiefern vorherrschend waren.

Am Rainbow Point beginnt der Bristlecone Loop Trail, der zu alten Bristlecone Kiefern führt, einige davon 1.500 Jahre alt, und mit den Nadelhölzern und weiterer Vegetation des Parks bekannt macht. Der Loop ist etwa eine Meile/1,6 Kilometer lang und flach. Dieser Wanderweg kann mit Unterstützung Dritter auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden. Ebenso beginnt hier der anstrengende Riggs Spring Loop, durch sich durch den Yovimba Pass windet. Rainbow Point ist außerdem Endpunkt des Under-the-Rim-Trail. Ein kurzer Weg führt von hier zum Yovimba Point, dem höchsten Aussichtspunkt im Park, 2.775 Meter. Bei guten Wetterbedingungen kann man die über 3000 m hohen Navajo Mountains in 140 km Entfernung sehen.

Besichtigungsempfehlungen

Wenn die Zeitdauer für Besichtigungen begrenzt ist, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Besuch des Visitor Centers mit dem 12minütigen Video,
  • Fahrt zu den Aussichtspunkten Sunrise, Sunset, Inspiration und Bryce,
  • je nach Wetterlage Wanderung auf einem Trail oder entlang des Rims.

Wer einen Tag oder mehr zur Verfügung hat sollte außerdem zum Rainbow Point fahren und von dort zurück alle 13 Besichtigungspunkte der Parkstraße aufsuchen, an einer von Rangern durchgeführten Veranstaltung bzw. an einem geführten Ausritt teilnehmen. Am frühen Morgen sollte man etwa eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang (Zeiten im Visitor Center erfragen) zum Sunrise Point fahren. Dieser liegt 2.400 Meter hoch und selbst im Sommer kann sich Rauhreif bilden ! Am Horizont wechselt das Farbenspiel von schwarz-blau bis nach gelb-rot auf den Felsen. Liegen die Felsen vollständig im Sonnenlicht, kann man auf dem Queen’s Garden Trail und dem Navajo Loop zum Sunset Point wandern (Zeitbedarf etwa 2 bis 3 Stunden).

Tierwelt

Viele Tiere zieren die Landschaften des Bryce Canyon Nationalparks.

Viele Tiere zieren die Landschaften des Bryce Canyon Nationalparks.

Verschiedene Hörnchen sowie der Steller’s Jay, eine Häherart, sind häufige Gäste auf den Camping- und Picknickplätzen. Weiter gibt es Maultierhirsche, Füchse, Kojoten, Stinktiere, Murmeltiere und Präriehunde zu beobachten. Berglöwen und Schwarzbären wurden nach ihrer Ausrottung durch Pelztierjäger wieder angesiedelt, sind jedoch kaum anzutreffen. Um die Klippen kreisen Schwalben, Weißbrustsegler, Buntfalken und vereinzelt Steinadler. Achtung : Vereinzelt sind Fälle von Beulenpest (bubonic plague) aufgetreten, die in einem frühen Stadium mit Antibiotika behandelt werden kann. Diese wird wahrscheinlich durch Bakterien ausgelöst, die von Flöhen übertragen werden, die insbesondere bei den Prairie Dogs gefunden wurden. Man sollte daher unmittelbaren Kontakt mit den Prairie Dogs meiden.

Pflanzenwelt

Auf dem Plateau finden sich Nadelwälder (Douglasen, Grautannen und Blaufichten, Wacholder), ebenso unterhalb des Canyons (Wacholder, Berberitzen, Steinkiefern). Auf exponierten Felsrücken und sandigen Vorsprüngen wachsen biegsame Nevada-Zirbelkiefern und Great-Basin-Borstenkiefern.

Übernachtungsmöglichkeiten

Innerhalb des Parks liegt die Bryce Canyon Lodge. An der Zugangsstraße zum Park befindet sich Ruby’s Inn Best Western Lodge mit Motel, Campingplatz, Restaurant, Souvenirladen und Tankstelle. Hier gibt es auch ein Rodeo. Auf den Rodeo Grounds zwischen Ruby’s Inn und dem UT 12 finden von Ende Mai bis Mitte September jeweils von Montag bis Samstag jeweils um 19.00 Uhr Rodeos statt mit Bull Riding, Calf Roping und Geschicklichkeitswettbewerben mit Pferden. Angeboten werden auch Chuck-Wagon Dinner Rides.

Innerhalb des Parks findet man zwei Campingplätze für Zelte und Wohnmobile: North– und Sunset Campground. Etwa 9 Meilen westlich des Bryce Canyon liegt an der UT – 12 îm Dixie National Forest der farbenprächtige Red Canyon aus Kalk- und Kalksandstein der Claron-Formation. Die Gegend bietet etwa ein Dutzend Wanderwege abseits des Trubels. Der Custo Canyon Trail folgt dem Fuß des Canyons über 5,3 Meilen (one-way). Zusammen mit dem 8,7 Meilen langen Cassidy Trail und dem 3 Meilen langen Losee Canyon Trail ergibt sich ein 17 Meilen langer Rundweg, ideal für einen Tages-Trip. Der Cassidy Trail gilt teilweise als anstrengend.

Cedar Breaks National Monument

65 Meilen/105 km entfernt (westlich) ist das Cedar Breaks National Monument ein lohnender Tagesausflug an der UT 148 zwischen Cedar City und Long Valley Jct. Ähnlich dem Bryce Canyon ist es ein aus dem Markagundplateau erodierter Talkessel von farblicher Schönheit mit schlichteren Felsformationen. Das Amphitheater aus weiß und rot gefärbten Felsklippen ist von Wäldern eingerahmt. Im Sommer lohnt ein Besuch, um den überlaufenen Nationalparks zu entgehen. Cedar Breaks liegt in 3.000 Metern Höhe.

Der 5 Meilen lange Scenic Drive ist für Autos nur von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Im Winter nutzen ihn Ski- und Snowmobile-Fahrer. Das 1 Meile nördlich des Südeingangs gelegene Visitor Center ist von Mitte Juni bis Mitte September geöffnet und bietet Informationen über die Wanderwege im Park sowie Ausstellungen über Geologie, Flora und Fauna.

Zwei Wanderwege führen am Canyonrand entlang.

  • Der Alpine Pond Trail leitet durch dicht bewaldetes Gebiet in das Amphitheater hinunter.
  • Der Rattlesnake Creek Trail folgt dem Rattlesnake und Ashdown Creek – mit einem Gefälle von über 1.000 Metern ! – bis in die Einsamkeit der Ashdown Gorge Wilderness. Im Sommer kann die Gefahr von Sturzfluten und Überschwemmungen in den engen Canyons bestehen, im Visitor Center sollten daher vor der Wanderung Informationen zum Wetter und zum Zustand des Trails eingeholt werden.

Oberhalb des Cedar Breakes Amphitheaters liegt der bewaldete Teil „The Bright Edge“, ein hervorragender Platz, um im Winter Cross-Country-Skiing oder Snowshoeing auszuüben. Allerdings sind im Park alle Einrichtungen geschlossen, die Gegend ist dann recht einsam.

Hinweis zur Wanderausrüstung

Für Wanderungen im Bryce Canyon werden derbe Schuhe und das Mitführen eines ausreichenden Wasservorrats empfohlen.

Geologie vom Grand Canyon zum Bryce Canyon

Der Bryce Canyon Nationalpark befindet sich in einer Höhe von 2400 bis 2700 Metern.

Der Bryce Canyon Nationalpark befindet sich in einer Höhe von 2400 bis 2700 Metern.

Fährt man vom Bryce Canyon über den Zion Nationalpark zum Grand Canyon oder umgekehrt, blättern sich 1,7 Millionen Jahre erdgeschichtlicher Entwicklung auf. Die Gesteinsschichten des Bryce Canyon und der Cedar Breaks umfassen etwa 60 Millionen Jahre, die jüngsten Steinschichten sind etwa 12 Millionen, die ältesten und untersten Schichten etwa 70 Millionen Jahre alt. Es ist der Zeitraum der Säugetiere nach dem Untergang der Saurier. Jüngere Ablagerungen finden sich nicht mehr, sie sind durch Erosion von Wind und Wasser abgetragen worden.

Die älteste Gesteinsschicht im Bryce Canyon entspricht der jüngsten Schicht im Zion Nationalpark. Sie bildet dort die Gipfel und wird als Carmel Formation bezeichnet. Die untersten Schichten bildet der 230 Millionen Jahre alte Kaibab Kalkstein an den Ufern des Virgin Rivers, der sich tief in die Felsschichten eingeschnitten hat. Alle Gesteinsschichten des Zion Nationalpark stammen aus der Zeit der Dinosaurier.

Der Kaibab Kalkstein ist das Gestein des Plateaus, in das der Colorado River den Grand Canyon gegraben hat. Die untersten Schichten sind 1,7 Millionen Jahre alt, die Gesteine darüber 570 bis 230 Millionen Jahre, aus dem Zeitalter der Fische.

Die Pink Cliffs des Bryce Canyon reichen bis in eine Höhe von rd. 2.800 Metern ü.M. Einst bis zu 600 Metern hoch, haben die Kräfte der Erosion sie auf 250 bis 400 Meter reduziert. Diese Erosionskräfte sind auch heute noch so stark, dass sich ein Humus, der Grundlage für ein dichtes Pflanzenleben ist, nicht bilden kann, die Vegetation ist stark eingeschränkt. Die unterschiedlichen Färbungen des Gesteins sind durch dessen chemische Verbindungen beeinflusst. Eisenoxide erscheinen in Rot- und Gelbfarben, Manganoxide führen zu lila.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Bryce Canyon Lodge

Unter Ponderosa Kiefern, nur ca. 100 Meter vom Felsenrand entfernt, liegt die Bryce Canyon Lodge mit 114 Zimmern, die von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet ist. Sie wurde 1925 errichtet und ist aus lokalem Bauholz und Stein zusammengefügt. Sie bietet Unterkunft, Verpflegung und weiteren Service (Laden, Post Office). Von hier werden auch geführte Wanderungen und Ausritte angeboten. Monatelange Vorausreservierungen werden empfohlen: brycecanyonresort.com.

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