Sequoia- & Kings-Canyon-Nationalpark – Naturwunder in der Sierra Nevada und ein Muss für Kalifornienreisende

Die Nationalparks Sequoia und Kings-Canyon liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in der Sierra Nevada.

Ob man nun in Los Angeles ankommt oder in San Francisco landet: Von jeder dieser beiden lohnenden Reiseziele dauert es etwa vier Stunden mit dem Auto bis zu einer weiteren großen Attraktion in Kalifornien. Die Rede ist von den beiden Nationalparks Sequoia und Kings-Canyon, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in der Sierra Nevada liegen.

Einmal dort angekommen ist es schwierig, immer genau zu wissen, in welchem der Parks man sich gerade befindet. Aber ehrlich gesagt, darauf kommt es eigentlich auch gar nicht an. Die Parks bieten so viele unterschiedliche und traumhaft schöne Landschaften, so viele Tiere, Pflanzen und sogar verschiedene Klimazonen, dass Besucher aus dem Staunen und Schwärmen nicht herauskommen werden. Das muss sich rumgesprochen haben. Denn mit mehr als 1,5 Millionen Gästen pro Jahr gehören die Nachbarparks zu den meistbesuchten der USA. In der Liga der bekanntesten Parks rangieren sie ohnehin ganz oben. Denn die Hauptattraktion dürfte fast allen Amerikafans ein Begriff sein, völlig unabhängig davon, ob sie schon mal in Kalifornien gewesen sind oder nicht. Die Rede ist von den riesigen Mammutbäumen, die buchstäblich in den Himmel hinein zu wachsen scheinen. Einer von ihnen, der „General Sherman Tree“, gilt mit seiner Höhe von 84 Metern als das größte Lebewesen der Welt. Dennoch: Beide Parks sind zwar berühmt, aber nicht so stark frequentiert wie der Yellowstone– oder der Yosemite-Nationalpark.

Hier bekommt der Begriff „Baumhaus“ eine neue Bedeutung

Die Hauptattraktion der Nationalparks sind die Riesenmammutbäume, die eine Höhe von mehr als 80 Metern und einen Durchmesser von über 11 Metern erreichen können.

Die Hauptattraktion der Nationalparks sind die Riesenmammutbäume, die eine Höhe von mehr als 80 Metern und einen Durchmesser von über 11 Metern erreichen können.

Tatsächlich sind die Mammutbäume so riesig, dass sich noch vor Gründung des Parks ein Rinderzüchter und Goldsucher in einem umgestürzten Exemplar einrichtete. Sein Name war Hale Tharp, seine Baumwohnung wurde später als „Hale’s Lodge“ berühmt. Tharp war nämlich der erste Weiße, der den heutigen „Giant Forest“ zusammen mit befreundeten Indianern betrat. Im Jahr 1875 wurde Tharp dort von dem Naturforscher und frühen Naturschützer John Muir besucht. Er erkannte die immense Bedeutung der Mammutbäume und initiierte die Gründung eines Nationalparks, um sie vor der Vernichtung durch Holzfäller zu retten. 1890 hatte er sein Ziel erreicht; der Sequoia-Nationalpark war Realität geworden.

Es dauerte nicht lang und die Parkfläche wurde erweitert. Bald schon hatte sie das Dreifache ihrer ursprünglichen Größe erreicht. Nicht allzu weit entfernt hatte sich auch der Grant-Grove-Nationalpark etabliert, der später in den Kings-Canyon-Nationalpark aufging. Da es ab dann eigentlich keine echte Grenze mehr zwischen den Parks gab, stellte man beide ab 1948 unter eine gemeinsame Verwaltung. Sie kümmert sich heute um insgesamt über 3500 Quadratkilometer Nationalparkfläche.

Landkarte

Der Goldrausch veränderte alles

Wie das Beispiel von Hale Tharp zeigt, waren die ersten Weißen, die in das Gebiet der Sierra Nevada vordrangen, für die Ureinwohner kein Problem. Im Gegenteil, die Weißen freundeten sich nicht selten mit den Indianern vom Stamm der Shoshonen, die hier etwa seit dem 9. Jahrhundert lebten, an und übernahmen wie selbstverständlich auch ihre Lebensgewohnheiten – die waren schließlich ganz auf die Gegebenheiten der Umwelt abgestimmt. Dieses friedliche und respektvolle Miteinander kippte völlig, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Sierra Nevada Gold gefunden wurde. Plötzlich überfluteten weiße Abenteurer in großer Zahl das Gebiet und beanspruchten Land, um sich ansiedeln zu können.

Natürlich führte das zu Gewalt auf beiden Seiten. Die Indianer wurden mehr und mehr aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt. 1862 wurde für sie schließlich zum Schicksalsjahr. Die Europäer hatten nicht nur rücksichtslose Manieren im Gepäck, sondern auch Krankheiten, die bis dahin bei den Indianern nicht bekannt waren. Masern, Pocken und Scharlach forderten so viele Opfer, dass 1865 praktische keine Ureinwohner mehr in ihrem angestammten Gebiet lebten. Und was ist von den Eindringlingen geblieben? Nicht viel. Die Hütten und kleinen Siedlungen, die nach dem Ende des Goldrauschs schnell wieder verlassen haben, sind verfallen und haben kaum Spuren hinterlassen. Geblieben aber ist die „Mineral King Glacier Road“, die einst die kleinen Ansiedlungen notdürftig verbunden hat. Heute ist sie eine gut ausgebaute Straße, auf der Reisende immer wieder atemberaubende Aussichten genießen können. Sie führt hoch in die Berge, ist dennoch aber im Sommer mit jedem herkömmlichen Auto zu bewältigen.

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In diesen Parks geht es durch Höhen und Tiefen

Der Mount Whitney ist mit 4.421 Metern der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas.

Der Mount Whitney ist mit 4.421 Metern der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas.

Die enorme Vielfalt, die die beiden Nationalparks Besuchern zu bieten haben, ergibt sich nicht zuletzt aus den geologischen Gegebenheiten. Die Höhenunterschiede zum Beispiel reichen von 400 bis 4400 Meter über Normalnull. Mit 4418 Metern erhebt sich hier mit dem „Mount Whitney“ der höchste Berg der USA außerhalb von Alaska. In den höheren Regionen ist das Klima alpin bis subalpin und auf den Berggipfeln liegen Eis und Schnee. In den Niederungen dagegen ist es so heiß und trocken, dass Wüstenpflanzen dort prächtige gedeihen. Die Landschaft ist oft dramatisch, mit engen Tälern, tiefen Schluchten, dunklen Wäldern und nicht zuletzt auch mit abenteuerlichen Höhlen.

Touristische Highlights

Wo es unmäßig viel zu sehen und zu erleben gibt, muss man zwangsläufig eine Auswahl treffen. Da man die Sequoia- und Kings-Canyon-Nationalparks nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, sollten sich Erstbesucher nach der Ankunft einer geführten Tour anschließen. Wer das nicht möchte, kann natürlich auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen. Die Tropfsteinhöhle „Crystal Cave“ darf man dann auf keinen Fall verpassen. Auch der „Big Stump Trail“ ist ein touristisches Muss. Er ist nur anderthalb Kilometer lang und liegt nah am westlichen Eingang des King-Canyon-Parks. Dort reihen sich die Baumstümpfe aneinander, die nach dem Fällen stehengelassen wurden – ein weiteres unrühmliches Kapitel der weißen Pioniere. Heute staunt man einfach nur noch über die riesigen Ausmaße der Stümpfe, die einen Radius von bis zu acht, neun Meter haben können.

Die beiden Nationalparks bieten eine große Anzahl möglicher Aktivitäten, wie Wandern, Bergsteigen, Fischen, Tierbeobachtungen und Reiten.

Die beiden Nationalparks bieten eine große Anzahl möglicher Aktivitäten, wie Wandern, Bergsteigen, Fischen, Tierbeobachtungen und Reiten.

So großartig seine Attraktionen sind, so großartig ist der Park insgesamt. Während der Saison von Anfang Juni bis Ende September kann man hier herrlich wandern, klettern, biken, angeln, schwimmen und reiten. Das alles lohnt natürlich einen längeren Aufenthalt und so gibt es neben einigen Hotels auch Campingplätze, Restaurants und Läden, um das Nötigste einzukaufen. Wer im Juli und August kommt, sollte unbedingt vorab buchen. Das sind die beiden Hauptreisemonate für diese Nationalparks.

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Die Nationalparks Sequoia und Kings-Canyon auf einen Blick

  • Die zwei Nachbarparks in der Sierra Nevada gehen ineinander über und werden gemeinsam verwaltet
  • Die Hauptattraktion sind riesige, mehrere tausend Jahre alte Mammutbäume
  • Der „General Sherman Tree“ gilt mit seinen 84 Metern Höhe als größtes Lebewesen der Welt
  • Die „Mineral King Glacier Road“ bietet Autoreisenden atemberaubende Aussichten
  • Mit 4418 Metern Höhe ist der „Mount Whitney im Nationalpark der höchste Berg der USA außerhalb von Alaska
  • Die Tropfsteinhöhle „Crystal Cave“ ist ein Muss

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