Everglades-Nationalpark in Florida - Ein schier endloses Sumpfgebiet

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Sie sind fast so bekannt wie der Sunshine State selbst und fast schon ein Muss für alle Besucher von Florida: die Everglades. Sie erstrecken sich etwa 70 Kilometer südwestlich von Miami und umfassen eine Fläche von 6.104 Quadratkilometern und sind der einzige Ort der Erde, an dem man sowohl auf Krokodile als auch auf Alligatoren treffen kann. Doch das ist nicht der einzige Punkt, der das größte subtropische Gebiet der USA zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Inhaltsverzeichnis
Was sind die Everglades? | Zahlen, Daten, Fakten zum Everglades-Nationalpark | Lage der Everglades in den USA | Tickets für den Everglades Nationalpark | Wetter und Klima in den Everglades | Der Everglades-Nationalpark | Die Everglades für Touristen | Hotels, Apartments und Ferienwohnungen | Übernachten und Essen in den Everglades | Besucherzentren an den Parkeingängen | Öffnungszeiten | Eintritt in den Everglades-Nationalpark | Anreise

Es ist nur einer der Gründe, warum die Everglades geschützt sind und sogar zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.

Was sind die Everglades?

Anders als oftmals angenommen handelt es sich bei den Everglades nicht um ein herkömmliches Sumpfgebiet, sondern um einen langsam fließenden Grassee bzw. einen Fluss, der sehr langsam fließt und in einer endlos wirkenden Graslandschaft liegt. Gras soweit das Auge reicht, ist hier in diesem Feuchtgebiet nicht nur einfach so dahergesagt. Das Wasser dort ist stellenweise nur bis zu 15 Zentimeter tief und es sind auch nicht immer alle Gebiete durchflutet. So haben sich im Laufe der Zeit im Nationalpark auch savannenartige Landschaftsbilder entwickelt, in denen vorwiegend Gras bzw. Gräser und tropische Pflanzen gedeihen.

Landkarte

Zahlen, Daten, Fakten zum Everglades-Nationalpark

  • Bundesstaat: Florida (USA)
  • Fläche: 5.667,78 Quadratkilometer
  • Gründung: 6. Dezember 1947
  • Besucher: 597.124 (2018)
  • Nächstgelegene Stadt: Homestead (Florida)

Lage der Everglades in den USA

Die Everglades werden von den Wassermassen des Lake Okeechobee gespeist. Der See befindet sich im Norden des Sumpfes. Vom See Lake Okeechobee aus fließen die Wassermassen über den Shark River Slough besser bekannt als River of Grass oder zu deutsch Grasfluss sehr langsam von Norden in Richtung Süden bis an die äußerste Südspitze der Florida-Halbinsel zum Gulf of Mexico. Ein weiterer Slough befindet sich mit dem kleineren Taylor Slough östlich des Shark River Slough. Ein richtiges Sumpfgebiet sind die Everglades nicht, sondern eher eine Prärie, die meist überschwemmt und nur im Winter trocken ist. Die Marjory Stoneman Douglas Wilderness umfasst fast 1,3 Millionen Hektar des Everglades-Nationalparks.

Das hochempfindliche Ökosystem an der Grenze von Süß- und Salzwasser bietet ein einmaliges Landschaftsbild und beherbergt den tiefsten Punkt Floridas. Der höchste natürliche Punkt liegt nur 2,4 Meter über dem Meeresspiegel.

Tickets für den Everglades Nationalpark

Tickets für den Everglades Nationalpark finden Sie auf www.getyourguide.de.

Wetter und Klima in den Everglades

In den Everglades herrscht ein subtropisches Klima mit sehr heißen, schwülen Sommern mit vielen Regenfällen und milden, trocknen Wintern. Es lassen sich hier demnach eine Regenzeit und eine Trockenzeit unterscheiden. Während der sommerlichen Regenzeit von Mai bis etwa Oktober ist mit eher unschönen Wetterverhältnissen und vielen Mücken zu rechnen. In den Monaten von April bis Oktober gibt es immer wieder Hurrikans.

Da im Sommer wahre Invasionen von Moskitos im Sumpf unterwegs sind, gelten die Monate von Dezember bis April, also die Trockenzeit, als beste Jahreszeit für die Reise. Sollten Sie sich im Sommer in die Sümpfe des Nationalparks aufmachen, sollten Sie auf jeden Fall auf Tropenkleidung zurückgreifen und das Mückenschutzmittel nicht vergessen.

Der Everglades-Nationalpark

Die Everglades sind das einzige Gebiet, in dem sowohl Alligatoren als auch Krokodile leben.
Die Everglades sind das einzige Gebiet, in dem sowohl Alligatoren als auch Krokodile leben.

Etwa die Hälfte der Everglades wird landwirtschaftlich genutzt. Zudem wird das Wasser der Everglades teilweise zur Gewinnung von Trinkwasser verwendet. So zum Beispiel für den Wasserbedarf der Großstadt Miami. Um die einzigartige Landschaft zu schützen wurde der südliche Teil der Everglades als Nationalpark ausgewiesen. Der Nationalpark umfasst aber lediglich rund 20 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete.

Die Tierwelt der Everglades

In den Everglades lässt sich Mutter Natur in aller Pracht erleben. Es gibt dort viele Tümpel, Buchten und andere ökologisch wichtige Lebensräume, in denen zahlreiche Tierarten ein Zuhause gefunden haben. Insgesamt sind es etwa 400 Vogelarten, 60 Amphibien- und Reptilienarten sowie etwa 40 Säugetierarten. Unter anderem leben im Park die einzigen wildlebenden Flamingos der USA und viele andere Tiere wie Waschbären, Schwarzbären, Seekühe, Alligatoren, Krokodile, Schildkröten und Pumas.

Dazu kommen über 500 Fischarten. Die meisten davon sind Meeres- oder Brackwasserfische.

Zu den gefährdeten Tierarten im Everglades-Nationalpark gehören:

  • Spitzkrokodil (Crocodylus acutus)
  • Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas)
  • Atlantik-Bastardschildkörte (Lepidochelys kempii)
  • Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)
  • Lederschildkröte (Dermochelys coriacea)
  • Strandammer (Ammodramus maritima mirabilis)
  • Schneckenmilan (Rostrhamus sociabilis plumbeus)
  • Waldstorch (Mycteria americana)
  • Karibik-Manati (Trichechus manatus)
  • Florida-Panther (Felis concolor coryi)
  • Amerikanische Buschratte (Neotoma floridana smalli)
  • Key-Lago-Baumwollmaus (Peromyscus gossypinus allapaticola)
  • Kokardenspecht (Picoides borealis)
  • Insel-Schwalbenschwanz (Papilio aristodemus ponceanus)

Die Tierwelt wird durch Hurrikans, sich verändernde Umweltbedingungen, aber auch durch ortsfremde Tierspezies bedroht, die von Menschen eingeschleppt wurden. Ein großes Problem stellt hier vor allem die in den 80er Jahren des vorherigen Jahrhunderts eingeschleppte Tigerpython dar. Zudem sind in den Everglades mittlerweile auch Nilkrokodile zu finden. Die Tiere werden wesentlich größer als Alligatoren (bis zu 6 Meter) und stellen für Menschen eine deutlich größere Gefahr dar, als die in den Everglades heimischen Arten.

Die Pflanzenwelt der Everglades

Der Everglades-Nationalpark ist ein UNESCO-Welterbe.
Der Everglades-Nationalpark ist ein UNESCO-Welterbe.

Die Everglades sind das größte subtropische Gebiet der USA und besitzen eine außerordentlich vielfältige und üppige Flora. Alles in allem kann das Gebiet der Everglades in sechs Vegetationszonen unterteilt werden.

Im seichten Brackwasser der 30 bis 60 Kilometer großen Florida Bay im Süden der Everglades sind vor allem Seegras und Mangroven zu finden. Auf den trockenen Küstenstreifen sind Kakteen, Agaven und Yucca-Palmen zu finden. Dahinter liegt ein dichter Mangrovengürtel, der von vielen schmalen Wasserwegen durchzogen wird. Dieser wird geht man weiter landeinwärts im Süßwasser durch die Zypressensümpfe abgelöst, in denen ein lockerer Wald aus Sumpfzypressen gedeiht. Der Boden ist von Riedgras bewachsen, das die eigentliche Graslandschaft der Everglades ausmacht und meist von seichtem Wasser überflutet ist. Ein wahres Meer von Gras.

Unterbrochen werden diese riesige Graslandschaft durch Teiche, Tümpel und kleine Erhebungen aus Kalkstein, die so genannten Hammocks oder Bauminseln, die mit tropischen Hölzern bewachsen sind. Hier kommen vor allem Königspalmen, aber auch Gumbo Limbo, Bustics, Eichen, Mastics, Mahagonibäume und Giftholz, Tetrazygia, wilder Kaffee und wilder Wein sowie viele Farne und Moose vor. Besonders schön sind die Orchideen, die auf den Ästen von Bäumen und umgestürzten Bäumen gedeihen. Am trockensten ist es im Osten des Nationalparks, wo sich Wälder mit Kiefern befinden.

Der Fortbestand dieses einzigartigen Ökosystems ist vom Wasser abhängig, das ungehindert und ohne Verschmutzungen durch die Everglades fließen muss. Fließen müsste, denn leider ist dies vor allem an der Südspitze Floridas heute nicht mehr gewährleistet. Nur noch die Hälfte des Wassers aus dem See erreicht die Everglades, der Rest wird zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen oder zur Landgewinnung genutzt. Daher gibt es mittlerweile diverse Maßnahmen der Regierung zur Renaturierung des Wassereinzugsgebiet, wozu unter anderem die Wiederherstellung des Wasserzuflusses über den Kissimmee River gehört. Immer wieder wird das Feuchtgebiet zudem durch Feuer bedroht.

Insgesamt sind an diesem Ort über 1000 Pflanzenarten zu finden. Darunter auch mehr als 100 Baumarten wie Mahagonibäume und Königspalmen, Farne und eine Vielfalt an wunderschönen Orchideen.

Die Everglades für Touristen

Für Besucher Floridas, die im Rahmen ihres Urlaubs auch die Everglades besuchen möchten, eignet sich am besten ein Besuch im Nationalpark. Naturliebhaber werden hier dank der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ganz sicher auf ihre Kosten kommen. Und wer Glück hat, kann sogar den majestätischen Fischadler beim Anflug auf Beute erleben.

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Tiere beobachten in den Everglades

Auch wenn der Fluss durch die Everglades so unheimlich ruhig erscheint, so sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Es ist eine Landschaft, in der das Leben pulsiert. Schuppige Alligatoren teilen sich die Sümpfe mit Flamingos, Löffelreihern, Pelikanen, Kranichen, Falken, Ibissen, Störchen und hunderten anderen Vögeln.

Im Salzwasser der Florida Bay wimmelt es von Fischen, Delfinen, Schildkröten, Haien und Seekühen. Am besten lassen sich die Tiere vom Boot aus beobachten. Als beste Zeit um Tiere im Nationalpark zu beobachten gilt die Trockenzeit in den Monaten von Dezember bis April, wenn sich die Tiere in den verbleibenden Feuchtgebieten zusammenziehen. Außerdem gibt es dann weniger Mücken.

Fantastische Spots um Vögel zu beobachten

  • Anhinga Trail
  • Mahogany Hammock & Umgebung
  • Paurotis Pond
  • Nine Mile Pond
  • Snake Bight Trail
  • Mrazek Pond
  • Eco Pond
  • Shark Valley (Miami)
  • Golfküste (Everglades City)

Seekühe in den Everglades beobachten

Die Seekühe sind auch als Manatees bekannt.
Die Seekühe sind auch als Manatees bekannt.

Die Seekühe, auch als Manatees bekannt, gehören sicherlich neben den Alligatoren zu den bekanntesten Tieren Floridas und können auch in der Region beobachtet werden. In Südflorida ist dies zum Beispiel rund um die Ten Thousand Islands in Südflorida möglich. Hier ist eine große Gruppe von Manatees zu Hause. Nehmen Sie am besten an einer der Öko-Touren eines Anbieters in der Region teil. Die Bootstouren werden zum Beispiel rund um die Ten Thousand Islands zwischen Port of the Island Marina und dem Golf von Mexiko durchgeführt. Der Zugang zu den Inseln erfolgt am besten über das Gulf Coast Visitor Center. Dort können Sie am Anfang Ihrer Tour auch mehr über die Region erfahren und bei Bedarf eine Landkarte kaufen. Bootstouren im Everglades-Nationalpark finden Sie auf www.getyourguide.de.

Gefahren in den Everglades

Reptilien wie Schlangen, Krokodile und Alligatoren, Säugetiere wie Schwarzbären, Waschbären oder den vom Aussterben bedrohten Florida-Panther und beeindruckende Vogelarten wie Reiher, Schlangenhalsvögel (Anhingas), Störche, Rosalöffler, Fischadler, Ibisse, Pelikane oder Kormorane, in den Everglades gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt. Doch nicht alle Exemplare sind gefährlich.

Nichtsdestotrotz sollten Sie bei Tierbeobachtungen stets Abstand halten. Besonders wenn es um mitunter gefährliche Tierarten wie zum Beispiel Schlangen geht. Aber auch um andere Tiere wie Waschbären und Vogelarten wie Schlangenhalsvögel oder Kormorane nicht zu stören, sollten Sie die notwendigen Abstände stets einhalten, den Nestern fernbleiben und Ihre Bilder aus sicherer Entfernung schießen. Ein Eingreifen könnte sonst schwerwiegende Folgen für die teilweise vom Aussterben bedrohten Tiere haben!

Die Moskitos in der Region sind eher nervig, denn gefährlich. Denken Sie als Tourist an passende Kleidung und an einen ausreichenden Mückenschutz!

Vorsicht: Auch manche Pflanzenarten sind giftig. Holen Sie vor Beginn Ihres Tagesausflugs zu Fuß, mit dem Fahrrad oder über die Wasserwege am besten entsprechende Infos über die Besucherzentren oder einen guten Guide ein.

Die bekannteste Straße durch den Ort: der Tamiami Trail

Der Tamiami Trail ist die wohl bekannteste Straße der Region.
Der Tamiami Trail ist die wohl bekannteste Straße der Region.

Der Tamiami Trail ist eine Straße, die Sie zum Beispiel während einer Fahrt vom Golf von Mexiko nach Key West benutzen können und die sich hervorragend dazu eignet, den Everglades-Nationalpark mit seinen schönen Mangrovenwäldern und dem berühmten Fluss während einer Fahrt mit dem Auto zu erleben. Denn die Straße führt am nördlichen Rand direkt durch den Everglades- und den Big Cypress National Park und bietet einige schöne Stellen, um zu wandern, zu angeln oder ein Picknick zu machen. Der Tamiami Trail wurde einst auf einem aufgeschütteten Damm errichtet. Lohnenswert ist auch der Scenic Loop, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt und auch nur wenig besucht ist.

Shark River Valley

Shark River Valley ist ein hervorragender Ort, um die Fahrt zu unterbrechen und einen der drei Wanderwege dort zu Fuß, mit dem Fahrrad zu erleben oder das Gebiet mit der Shark Valley Tram zu erkunden. Der längste der Wege, dem Sie mehrere Stunden folgen können, führt zum 22 Meter hohen Aussichtsturm Shark River Tower. Die Aussichtsplattform bietet einen fantastischen Blick über das Naturschutzgebiet und seine Bewohner soweit das Auge reicht. Die beiden anderen Wanderwege, der Bobcat Boardwalk und der Otter Cave Trail, sind deutlich kürzer und auch gut, wenn Sie nur einen kurzen Spaziergang unternehmen möchten und nur eine Stunde oder weniger Zeit haben. Sehr schön für einen schnellen Abstecher ist auch der Fakahatchee Boardwalk.

Airboat, Kanu oder Kajak – was ist für die Everglades am besten geeignet

Die Airboat-Touren sind die bekanntesten Touren auf dem Wasser der Everglades.
Die Airboat-Touren sind die bekanntesten Touren auf dem Wasser der Everglades.

Am bekanntesten sind in den Everglades sicherlich die Airboat-Touren. Doch die Ausflüge mit dem Propellerboot über die Kanäle sehen Naturschützer eher kritisch. Airboats sind propellerbetriebene Luftkissenboote, die sich auf einzigartige Weise durch die Kanäle bewegen. Allerdings ist ein solches Propellerboot sehr laut. Aus diesem Grund wird man eher keine Alligatoren während der Fahrt sehen. Wenn Sie während Ihres Aufenthaltes nichtsdestotrotz eine Fahrt mit dem Luftkissenboot planen, werden Sie am Tamiami Trail entlang der Strecke zahlreiche Unternehmen finden, die die Aktivität anbieten.

Deutlich ruhiger ist das Befahren mit dem Kanu oder Kajak. Hier kommen Sie den vielen Vogelarten und anderen Tieren an Land im Wald mit seinen Mahagonibäumen und Orchideen, Bromelien, Sumpfzypressen und anderen Pflanzen, am Ufer oder direkt im Gewässer sehr nahe. Halten Sie sich aber auch hier unbedingt an die Kanu-Trails und stören Sie die Tiere nicht. Einheimische, die Sie durch die Wasserpfade führen und wertvolle Tipps geben, sind hier Gold wert. Bootstouren im Everglades-Nationalpark finden Sie auf www.getyourguide.de.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten im Nationalpark

Wer in den Everglades nicht nur Natur bestaunen, sondern auch ein wenig Kultur genießen möchte, hat auch dazu im Nationalpark Gelegenheit.

Lohnenswert sind zum Beispiel folgende kulturelle Sehenswürdigkeiten:

  • Big Cypress Gallery: In der Big Cypress National Preserve befindet sich eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien der berühmten Everglades-Fotografen Clyde Butcher, Niki Butcher und anderer Naturfotografen. Zusätzlich werden hier von September bis März jeweils samstags geführte Sumpfwanderungen angeboten. Zudem finden an ausgewählten Terminen fotografische und künstlerische Workshops statt.
  • Ochopee Post Office: Das Postamt von Ochopee in den Everglades ist das kleinste der Vereinigten Staaten. Einst war es nur ein Schuppen zur Lagerung von Werkzeug und Tomaten. Heute ist es ein vollwertiges Postamt, das Platz für einen Angestellten und vierzig Postfächer bietet. Alle sechs Tage wird ein Postbote auf eine über 270 Kilometer lange Reise geschickt, um die Post an 300 Kunden auszuliefern, die meist irgendwo im Nirgendwo leben.
  • Miccosukee Indian Village: Das Miccosukee-Indianerdorf befindet sich etwa 30 Minuten westlich von Miami-Dade County und entführt Sie auf eine Tour durch die Geschichte, Kultur und Lebensweise des Indianerstammes, der im Herzen der Everglades lebte und dort noch heute existiert. Viele Ausstellungen und Demonstrationen machen den Besuch des Indianerdorfes zu einem einmaligen Erlebnis.

Everglades City besuchen

Wer über die Everglades spricht, muss auch über Everglades City sprechen. Die Stadt liegt nahe der Südspitze Floridas südöstlich von Naples und ist als das Tor zu den 10.000 Inseln bekannt. Sie können hier zum Beispiel an einer Tour durch die Mangroven-Tunnel teilnehmen, Angeln gehen oder durch das Big Cypress National Reserve wandern. Ein absolutes Highlight ist das Everglades Seafood Festival, das einen Eindruck vermittelt, wie man in der Vergangenheit auf der Florida-Halbinsel wirkte und lebte. Das Festival findet normalerweise im Februar statt und lohnt nicht nur wegen der leckeren Meeresfrüchte, die man während der Veranstaltung kosten kann, einen Besuch.

Lohnenswerte Aktivitäten im Everglades-Nationalpark

Kajakfahren in den Gewässern des Everglades? Ein absolutes Highlight für viele Touristen!
Kajakfahren in den Gewässern des Everglades? Ein absolutes Highlight für viele Touristen!
  • Radfahren: Radfahren ist im Everglades-Nationalpark auf den Hauptstraßen des Parks, der Shark Valley Tram Road, dem Old Ingraham Highway, am Long Pine Key Nature Trail, am Snake Bight Trail und am Rowdy Bend Trail bei Flamingo erlaubt.
  • Bootfahren: Die Everglades lassen sich am besten im Rahmen einer Bootstour erkunden. Jedes Gebiet hat hier seine eigenen Merkmale und Herausforderungen. Man kann also auch durchaus mehrmals wiederkommen und immer neue Seiten an den Everglades entdecken. Touren werden zum Beispiel mehrmals täglich ab Flamingo angeboten.
  • Kanu- und Kajakfahren: Der Everglades-Nationalpark bietet viele Möglichkeit, um die natürliche Schönheit des Parks durch Süßwasser, Mangrovenwälder oder die offenen Gewässer der Florida Bay mit dem Kanu oder Kajak zu erleben.
  • Angeln: Ein Drittel des Everglades-Nationalparks ist von Wasser bedeckt, wodurch sich hervorragende Angelmöglichkeiten ergeben. Das Angeln im Süßwasser ist genehmigungspflichtig. Etwa ein Dutzend Fischarten kann hier gefangen werden. Im Salzwasser darf auch ohne Genehmigung geangelt werden. Boote und Angelausrüstung können Sie in Flamingo ausleihen. Auch der Lake Okeechobee eignet sich hervorragend zum Angeln.
  • Geocaching: Geocaching ist Kult und auch im Everglades-Nationalpark ist es möglich, auf Schatzsuche zu gehen und die verborgenen Behälter zu finden.
  • Wandern: Im Everglades-Nationalpark gibt es verschiedene Wandermöglichkeiten. So zum Beispiel diverse in der Gegend um das ehemalige Fischerdorf Flamingo. Die Wege sind etwa zwischen sechs und zwanzig Kilometer lang. Sehr schön sind der Anhinga Trail und der Gumbo Limbo Trail. Aber auch Pine Land, die Aussichtsplattform Pa-hay-okee, der Mahagony Hammock und der Mangrove Trail sind immer einen Besuch wert. Zum Aussichtspunkt Pa-hay-okee Overlook führt ein Fußweg mitten durch die ökologisch bedeutsame Landschaft mit ihren Hartholz- und Zypressenwäldern und zur Aussichtsplattform, die einen fantastischen Blick auf die Umgebung erlaubt.

    Der Anhinga Trail befindet sich im Süden des Nationalparks. Wählen Sie am besten das Besucherzentrum Royal Palm Visitor Center, um sich Informationen über die Flora und Fauna in diesem Teil des Naturschutzgebietes zu beschaffen. Zweimal täglich werden hier am Besucherzentrum auch Ranger-Lehrstunden abgehalten. Anhinga ist übrigens der Name der Amerikanischen Schlangenhalsvögel. Vögel, die man hier in diesem Teil des Sumpfgebietes häufig sehen kann.

    Während Sie sich über die Wanderwege zu Fuß durch die schönen Mangrovenwälder bewegen, Vögel beobachten und sich an den schönen Pflanzen erfreuen, haben Sie Gelegenheit, den Lebensraum der vielen Vogelarten und anderen Tierarten wie Krokodilen und Schlangen besser kennenzulernen.

  • An einem von Rangern geführten Programm teilnehmen: Im Nationalpark werden regelmäßig von Rangern geführte Programme angeboten. Darunter zum Beispiel Boot- und Kanutouren. Einen Überblick über die Veranstaltungen finden Sie hier.
  • Swamp-Buggy-Touren: Das Big Cypress National Preserve ist die Heimat von Alligatoren und vielen weiteren Tierarten. Allerdings ist der Sumpf größtenteils über Straßen und Pfade nicht zugänglich. Eine Alternative bieten die Swamp Buggys, mit denen sie während einer 3-stündigen, geführten Tour das Gelände erkunden können.

Übernachten und Essen in den Everglades

Im Nationalpark selbst gibt es außer der Möglichkeit zu campen keine Übernachtungsmöglichkeiten. Allerdings gibt es in den an den Nationalpark angrenzenden Gemeinden zahlreiche Unterkünfte. Sie sollten zum Beispiel in Homestead, Florida City, Miami, Everglades City und Chokoloskee problemlos ein Hotel oder eine andere geeignete Unterkunft finden.

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Camping in den Everglades

Camping in den USA? In den Everglades ist das kein Problem!

  • Long Pine Key Campground: Der Long Pine Key Campground befindet sich nur wenige Kilometer vom Anhinga Trail bei Royal Palm entfernt und bietet alles, was man braucht, um einen schönen Urlaub in der Natur zu erleben. Die Stellplätze werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben.
  • Flamingo Campground: Der Flamingo Campground verfügt über 235 Stellplätze und eine recht umfangreiche Ausstattung. Reservierungen sind möglich und speziell in der Wintersaison auch zu empfehlen. In den Sommermonaten ist in der Regel keine Reservierung erforderlich. Allerdings ist es in dieser Jahreszeit für Besucher nicht unbedingt angenehm, weshalb Sie die Trockenzeit im Winter als Reisezeit vorziehen sollten.

Genehmigungen zum Zelten in der Wildnis können in den Besucherzentren erhalten werden. Die Gebühr liegt hierfür derzeit bei 15 US-Dollar pro Genehmigung plus je 2 US-Dollar pro Person und Nacht. Das Zelten ist maximal 14 Tage lang möglich. Alle Camper müssen sich registrieren.

Mit dem Hund in den Nationalpark

Haustiere dürfen in bestimmte Gebiete des Parks mitgenommen werden.

Erlaubt:

  • Öffentliche Straßen
  • Campingplätze und Picknickplätze am Straßenrand
  • Gelände rund um öffentliche Einrichtungen und Wohngebiete
  • Privatboote

Nicht erlaubt:

  • Unbefestigte Straßen und Wege
  • Uferpromenaden
  • Shark Valley Tram Trail

Die Geschichte der Everglades und des Nationalparks

Der Everglades-Nationalpark beherbergt die einzigen wildlebenden Flamingos in den USA.
Der Everglades-Nationalpark beherbergt die einzigen wildlebenden Flamingos in den USA.

In der Gegend der Everglades lebte einst das Volk der Calusa, das die Sonne als oberste Gottheit verehrte. Die Menschen lebten in Lehmhäusern und ernährten sich von Fischen, Schildkröten, Pflanzen und Schalentieren. Europäer kamen erstmals im Jahr 1513 in das Gebiet, jedoch konnten die Indianer lange Zeit den Spaniern Widerstand leisten. Doch als Florida im Jahr 1763 von Spanien an Großbritannien überging, bedeutete dies das Ende der Calusa und anderer Indianer, die später unter dem Begriff Semiolen zusammengefasst wurden. Die weißen Siedler versuchten die Semiolen zu vertreiben und in Reservate abzuschieben. Ein Vorhaben, das den Tod vieler weißer Soldaten und Indianer bedeutete. Einige Nachfahren der Calusa leben noch heute an der Nordgrenze des Everglades-Nationalparks.

Zu Ende des 19. Jahrhunderts war die Küste Südfloridas nichtsdestotrotz noch weitgehend unbesiedelt. Nur die drei kleinen Gemeinden Chokoloskee, Cape Sable und Flamingo existierten dort. Im Jahr 1910 lebten nur 49 Personen in Flamingo und Cape Sable. Ölsucher und Jäger kamen nach Bau des Tamiami Trails 1928 in die Everglades und jagten Alligatoren, Silberreiher und viele weitere Tierarten. Zudem wurden weite Teile der Everglades trockengelegt, was dem empfindlichen Ökosystem weiteren Schaden zufügte. Um zumindest einen Teil der Everglades zu schützen, wurde der südlichste Teil der Everglades durch die Schaffung des Everglades-Nationalparks unter Schutz gestellt.

Besucherzentren an den Parkeingängen

Es gibt verschiedene Besucherzentren im Nationalpark, an denen Sie sich mit einer Karte eindecken und Informationen einholen können. Das Ernest F. Coe Visitor Center liegt noch vor dem Parkeingang im Osten des Parks.

Öffnungszeiten

Der Everglades-Nationalpark ist täglich geöffnet. Die Öffnungszeiten können von Besucherzentrum zu Besucherzentrum variieren.

Eintritt in den Everglades-Nationalpark

Der Besuch des Everglades-Nationalparks ist kostenpflichtig.

Folgende Gebühren werden fällig:

  • Privatfahrzeug oder -boot: 30 US-Dollar
  • Motorrad: 25 US-Dollar
  • Zu Fuß/Mit dem Fahrrad/Mit dem Ruderboot: 15 US-Dollar

Der Everglades National Park Annual Pass erlaubt für 55 US-Dollar den wiederholten Besuch des Parks über einen Zeitraum von 12 Monaten ab Kaufdatum.

Am folgenden Tagen ist der Zugang zum Nationalpark im Jahr 2020 kostenfrei möglich: 20. Januar, 18. April, 25. August, 26. September und 11. November.

Anreise

Der Nationalpark mit seinen Prärien, Wäldern und flachen Gewässern, die zu Bootstouren einladen, zieht sich von Naples im Westen bis zu den Ausläufern von Miami im Osten. Im Süden ist er durch die Florida Bay begrenzt. Wenn Sie am Internationalen Flughafen von Miami landen können Sie das Naturschutzgebiet von Miami aus nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen, von Naples im Westen aus sind es etwa 45 Minuten bis zum Besucherzentrum in der Nähe von Everglades City. Wenn Sie von der Ostküste kommen, wählen Sie am besten die Route über den Tamiami Trail (Highway 41), der sich entlang der nördlichen Grenze des Parks bewegt. Parkplätze befinden sich in der Nähe der Besucherzentren.

Adresse

  • Everglades National Park
    40001 State Road
    9336 Homestead
    FL 33034-6733