Mount Rushmore – Vier Präsidenten für den Tourismus

Das aus monumentalen Porträtköpfen von vier US-Präsidenten gestaltete Denkmal ist ein touristischer Anziehungspunkt der Extraklasse.

Der „Mount Rushmore“ in South Dakota ist vor allem für sein „National Memorial“ bekannt. Das aus monumentalen Porträtköpfen von vier US-Präsidenten gestaltete Denkmal ist ein touristischer Anziehungspunkt der Extraklasse.

Zugegeben, der Mittlere Westen ist nicht unbedingt ein Ziel für Besucher, die zum ersten Mal in die USA reisen. Für sie stehen wahrscheinlich New York und Washington, San Francisco oder Las Vegas ganz oben auf der Wunschliste. Vielleicht sollen es auch der Grand Canyon, der Yellowstone-Nationalpark oder die Niagarafälle sein. Aber „the Midwest“, was gibt es denn da schon zu sehen? Nun, wir hätten da mindestens eine Idee, die selbst die weiteste Anreise lohnt. Denn in den Black Hills, einem Gebirge im Bundesstaat South Dakota, befindet sich eines der ganz großen Wahrzeichen der USA. Die Rede ist von den vier Präsidenten, deren Gesichter in den Stein des „Mount Rushmore“ gemeißelt wurden. Jedes Jahr zieht dieses Monument über zwei Millionen Besucher aus aller Welt an.

Ein demokratisches Quartett in luftiger Höhe

Als „Schrein der Demokratie“ wird das Monument auch gern bezeichnet. Es sind schließlich vier ganz besondere Präsidenten, die hier verewigt wurden. Von links nach rechts betrachtet ragen George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt 26 und Abraham Lincoln 16 aus dem Steinmassiv hervor. Schon von weitem sind die 18 Meter hohen Gesichter zu erkennen. Kein Wunder, sie befinden sich ja auch immerhin auf einer Höhe von 1800 Metern über Normalnull. Als das Monument im Jahr 1941 fertiggestellt war, galten die Mitglieder dieses Präsidentenquartetts als die bedeutendsten Männer, die die amerikanische Nation bis dahin geführt hatten.

George Washington gebührte diese Ehre als erstem US-Präsidenten überhaupt. Thomas Jefferson war als dritter Präsident auch einer der Hauptverfasser der Unabhängigkeitserklärung. Abraham Lincoln konnte als 16. Präsident die Abschaffung der Sklaverei durchsetzen, war aber gleichzeitig auch der erste US-Regierungschef, der einem Attentat zum Opfer fiel. Er wurde während einer Theateraufführung, die er zusammen mit seiner Frau und Freunden besuchte, durch einen gezielten Kopfschuss getötet. Theodore Roosevelt schließlich war der 26. Präsident und der erste US-Amerikaner, dem jemals ein Friedensnobelpreis verliehen worden ist.

Landkarte

Aus vier Büsten wurden vier Profile

Ganze 14 Sommer (1927-1941) benötigte John Gutzon de la Mothe Borglum dafür, das Denkmal fertigzustellen.

Ganze 14 Sommer (1927-1941) benötigte John Gutzon de la Mothe Borglum dafür, das Denkmal fertigzustellen.

Im Vergleich zur Fertigstellung der Felsportraits war die Auswahl der Präsidenten ein wahres Kinderspiel. Die Umsetzung des Modells erforderte eine unglaubliche Kraftanstrengung. Warum hatte man sich überhaupt zu diesem Schritt entschlossen? So unwahrscheinlich es auch klingen mag, war die Idee zu dem Monument tatsächlich ein sehr früher Fall von staatlicher Tourismusförderung. Man hatte festgestellt, dass kaum jemand gewillt war, South Dakota zu besuchen. So bewilligte der Kongress die Finanzierung für das ungewöhnliche Projekt, das 1927 in Angriff genommen wurde. Das Wort „Angriff“ hat übrigens hier gleich eine doppelte Berechtigung. John Gutzon Borglum, der als Bildhauer und verantwortlicher Projektleiter verpflichtet worden war, musste nämlich zunächst einmal diverse Sprengungen vornehmen, bevor er mit dem künstlerischen Werk beginnen konnte. 400 Arbeiter standen ihm zur Seite und nach sieben Jahren war schließlich mit George Washington das erste Profil vollendet.

John Gutzon konnte die ihm gestellte Aufgabe übrigens nicht erfüllen, er starb vor der Vollendung. Sein Sohn Lincoln Borglum brachte die Arbeiten an seiner Stelle zum Abschluss. Der ursprüngliche Plan, die Präsidenten in Büstenform darzustellen, könnte jedoch auch von ihm nicht verwirklicht werden. Aus Mangel an den nötigen Finanzmitteln wurden die Arbeiten vorzeitig eingestellt. Bis heute kündet ein riesiger Schutthaufen unterhalb des Monuments davon, dass man die nötigen Sprengungen für den Weiterbau bereits vorgenommen hatte, als die Arbeiten eingestellt wurden.

Anreise und Öffnungszeiten

Das „Mount Rushmore National Memorial“ kann das ganze Jahr über besucht werden, mit Ausnahme vom 25. Dezember. Eintrittsgeld wird für die Attraktion nicht verlangt, das Parken ist jedoch kostenpflichtig. Besucher können die Aussicht auf die Präsidenten von „Mount Rushmore“ von einer Aussichtsplattform aus genießen, die zum „Visitor Centre“ und zum „Lincoln Borglum Museum“ gehört. Man erreicht sie von Keystone aus auf dem Highway 244. Wer näher an das Monument heran möchte, kann an einer geführten Wanderung teilnehmen.

Der Berg „Mount Rushmore“ in den Black Hills wurde übrigens nach dem Rechtsanwalt Charles Rushmore benannt. Er stammte aus New York und besaß im späten 19. Jahrhundert die Goldschürfrechte für die Region.

Die etwas andere Sichtweise der Indianer und ein weiteres Monument

Schon von der Straße aus sieht das „Mount Rushmore National Memorial“ atemberaubend schön aus.

Schon von der Straße aus sieht das „Mount Rushmore National Memorial“ atemberaubend schön aus.

Wer am Mount Rushmore die vier Präsidenten bewundert, der sollte ein weiteres steinernes Kunstwerk auf keinen Fall versäumen. Denn was für die einen ein „Schrein der Demokratie“ ist, ist für andere die Verunstaltung eines heiligen Berges. So sehen es die Indianer des Lakota-Stammes als Ureinwohner dieser Region. Sie stehen aber nicht nur den Präsidentenköpfen kritisch gegenüber. Auch ein rund 15 Kilometer entferntes Denkmal, das bis auf den heutigen Tag nicht vollendet werden konnte, ist ihnen ein Dorn im Auge. Es handelt sich dabei um ein Memorial für den Indianer „Crazy Horse“, das nach seiner Fertigstellung die größte Skulptur der Welt sein wird. Die Indianer lehnen nicht nur den Standort in ihren heiligen Bergen ab. Sie verurteilen das Projekt insgesamt, da Crazy Horse zu Lebzeiten nie abgebildet werden wollte.

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„Mount Rushmore“ in aller Kürze

  • In Stein gemeißeltes Monumentalkunstwerk, das vier bedeutende US-Präsidenten zeigt
  • Außer am 25. Dezember ganzjährig geöffnet
  • Die Aussichtsplattform auf „Mount Rushmore“ liegt in den Black Hills in South Dakota
  • Von Keystone aus über den Highway 244 zu erreichen
  • Offizielle Webseite: www.nps.gov/moru/

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